01. November 2006. Mit dem Bild „Ein Spatz in der Hand, doch wieder einen Schritt weiter, die Taube zu bekommen“ beschrieb Bürgermeister Thomas-Erik Junge am Freitag anlässlich einer Spendenübergabe das Spektrum der Möglichkeiten des documenta Archivs der Stadt Kassel.
Mit Hilfe einer Spende von 7.000 Euro des Vereins documenta Forum, die von dem Vorsitzenden Professor Dr. jur. Dipl. Ing. Hans Brinckmann an den Bürgermeister und die documenta Archiv-Leiterin Karin Stengel übergeben wurde, soll ein Bildband zur documenta 4 finanziert werden. Die Rekonstruktion dieser documenta, die im revolutionären Jahr 1968 stattfand, galt bisher als besonders schwierig, weil damals kein Fotodokumentationsauftrag durch den documenta-Leiter Arnold Bode erfolgt war.
Die Geldspende ermöglicht es dem Archiv, wertvolles Fotomaterial, etwa 1.700 Negative, zu dieser documenta aus dem Besitz des bekannten Bamberger Fotografen Werner Kohn zu erwerben, der das Konvolut mit sämtlichen Rechten angeboten hatte. Dieser Kontakt wurde durch Doris Hahn, Mitarbeiterin der Stadtteil- und Schulbibliothek Waldau, initiiert, die durch gemeinsame Bekannte auf Kohns Arbeit aufmerksam wurde. Beide nahmen an der Spendenübergabe teil und wurden von Bürgermeister Junge herzlich begrüßt.
Für die geschichtliche Rekonstruktion und wissenschaftliche Bearbeitung der frühen documenta Ausstellungen ist diese Erwerbung von besonderer Bedeutung und von großem Gewinn. Um die Aufarbeitung auch öffentlich sichtbar zu gestalten, wird ein Teil der gespendeten Mittel für die Fertigstellung des farbigen Bildbandes über die documenta 4 verwendet. Der Band soll, wie die vorgehenden Bände zu den Kunstausstellungen 1 bis 3, im Verlag Edition Temmen erscheinen.
Eine Auswahl der Fotos von Werner Kohn werden durch das gerade von der Deutschen Forschungsgesellschaft bewilligte Digitalisierungsprojekt zudem auch online im virtuellen Bildarchiv des documenta Archivs einsehbar sein.
Werner Kohn hat die documenta 4 nicht nur in guter Erinnerung. Es sei geradezu ein Wunder, so der Künstler, dass das Fotomaterial noch existiere. Während seines damaligen Aufenthalts in Kassel haben Diebe sein in der Aue abgestelltes Auto aufgebrochen und die gesamte Fotoausrüstung gestohlen. Die verknipsten Filme ließen sie jedoch im Auto zurück.
Zur Person: Werner Kohn
1940 in Bamberg geboren, entwickelt Werner Kohn bereits früh ein lebhaftes Interesse an Fotografie. Mit dreizehn Jahren beginnt er selbst zu fotografieren und absolvierte 1958 bis 1961 eine Fotografenlehre in seiner Heimatstadt. Seit 1968 ist er freischaffend tätig. Werner Kohn hat an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teilgenommen, mehrere Bildbände veröffentlicht und wurde für seine engagierte Arbeit mehrfach ausgezeichnet.
Stadt Kassel
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Rathaus / Obere Königsstraße 8
34112 Kassel
Telefon: 0561 / 787-1231 oder 0561 / 787-1232
Telefax: 0561 / 787-87
E-Mail: presse@kassel.de
Pressesprecher Ingo Happel-Emrich
Kassel und die Region im Internet: www.kassel.de
Die Stadtverwaltung im Internet: www.stadt-kassel.de
Die Pressestelle der documenta-Stadt Kassel ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie auch Mitteilungen weiterer Pressestellen abonnieren, Ihr Interessenprofil verwalten oder sich ganz aus dem Verteiler löschen.