20. Dezember 2006. Eine umfassende Dokumentation der ersten Kasseler Zukunftskonferenz, die am 24. und 25.November auf Einladung von Oberbürgermeister Bertram Hilgen im Kasseler Rathaus stattgefunden hat, ist jetzt auf der Internetseite der Stadt Kassel http://www.stadt-kassel.de/cms01/prokassel/demografie/zukunftskonferenz/ in der Rubrik „Pro Kassel/Demografie“ erschienen.
Veröffentlicht sind dort alle Vorträge im Wortlaut, die Ergebnisse der Arbeitsgruppen mit den Handlungsfeldern Wirtschaft, urbane Kultur, Bildung und Gesundheit, Stadtentwicklung sowie Stadtgesellschaft und zahlreiche Bilder. Als nächster Schritt wird auf der Internetseite eine Kommunikationsplattform für das Thema „Demografischer Wandel“ eingerichtet, um Anregungen und Kommentare aus der Bürgerschaft in die weitere Prozessplanung einfließen zu lassen.
„Wir arbeiten in der Stadt an langen Linien, um Kassel auf die Zukunft und den zu erwartenden Bevölkerungswandel vorzubereiten“, sagte OB Hilgen. Für Kassel erwarte die Bertelsmannstiftung laut einer Studie den Rückgang der Stadtbevölkerung um 5,1 Prozent bis zum Jahr 2020. Der Anteil der 60- bis 79jährigen soll dabei um 19,8 Prozent auf 22,3 steigen. OB Hilgen: „Ob Stadtverwaltung, Unternehmen, Kirchen oder Verbände, alle müssen sich auf diesen demografischen Wandel einstellen. Darum war die Zukunftskonferenz an Initialzündung zu diesem Zeitpunkt wichtig.“
Als Beiträge sind die Reden von Oberbürgermeister Bertram Hilgen sowie Statements von Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel, Bürgermeister Thomas-Erik Junge, der Kinder-, Schul- und Jugenddezernentin Anne Janz sowie Stadtbaurat Norbert Witte auf den Internetseiten vorhanden. Der Vortrag von Elisabeth Niejahr, Publizistin „Die Zeit“, beschäftigte sich mit dem Thema „Gesellschaftliche und soziale Sicht auf die demografische Entwicklung - wie werden wir leben, lieben und arbeiten?“. Professor Dr. Postlep, Präsident der Universität Kassel, betonte in seinem Vortrag, dass eine kleinräumige Konkurrenz zwischen den Kommunen schädlich sei und "ein gemeinsames Verantwortungsgremium" für die Region Kassel gebildet werden müsse. Professor Dr. Georg Ludwig Braun, Vorstandsvorsitzender der Braun Melsungen AG, forderte in seiner Rede: „Stadt und Landkreis müssen fusionieren. Die Bürger der Region werden zu teuer verwaltet.“ Und er machte deutlich: „Kassel ist das Markenzeichen der Region: Ohne Kassel sind wir nichts!“.
Die fotografische Dokumentation macht darüber hinaus die besondere Kommunikationsform dieser Konferenz deutlich. Stadtverordnete, Fraktionsvorsitzende, Dezernenten, Amtsleiterinnen und Amtsleiter und führende Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen, Wohlfahrtsverbände und Wirtschaftsunternehmen saßen gemeinsam an einem Tisch, tauschten ihre Sichtweisen über die zukünftige demografische Entwicklung aus und gaben Empfehlungen für das weitere Vorgehen.
Wie konkret die Arbeit fortgeschritten ist und wie gut bereits eine Öffnung des von der Stadt Kassel initiierten Prozesses in die Stadtgesellschaft gelungen ist, wird durch die Darstellung von angestoßenen und geplanten Projekten dokumentiert.
Für die weitere Arbeit sollen die Projekte der Stadtverwaltung mit den Projekten der externen Teilnehmerinnen und Teilnehmer verknüpft werden, um den Auswirkungen durch Alterung, Vereinzelung, Schrumpfung und internationale Zuwanderung interdisziplinär und ressortübergreifend begegnen zu können.
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