23. März 2007. Vor 50 Jahren, am 25. März 1957, mitten im Kalten Krieg, haben sechs europäische Länder, Frankreich, Italien, die Niederlande, Belgien, Luxemburg und die Bundesrepublik Deutschland, die Römischen Verträge unterzeichnet. Damit gaben diese Länder den Startschuss für die Gründung der Europäischen Gemeinschaft, dem Vorläufer der heutigen Europäischen Union (EU). Nach Ende des Kalten Krieges und dem Verschwinden des Eisernen Vorhangs gehören jetzt der EU 27 Mitgliedsstaaten an. Die Union erstreckt sich vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer, vom Polarkreis bis zu den südlichsten Inseln des Mittelmeers. Nach vielen Jahrhunderten mit Kriegen, Unterdrückung und Hass hat sich fast ganz Europa in Frieden und Freiheit vereint.
Der 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge und damit der 50. Geburtstag der Europäischen Union ist auch Anlass für die Städte und Gemeinden in Europa, ihre eigenen internationalen Partnerschaften miteinander zu feiern und ihre Zusammenarbeit durch gemeinsame Projekte zu festigen. Auf Initiative von Oberbürgermeister Bertram Hilgen geben die Oberbürgermeister bzw. Bürgermeister von Kassels Partnerstädten Florenz (Italien),Dott.Leonardo Dominici, Mulhouse (Frankreich),Bürgermeister Jean Marie Bockel, Västeras (Schweden),Magistratsvorsteherin Ulla Persson, Rovaniemi (Finnland),Stadtdirektor Mauri Gardin, Jaroslawl (Russland),Oberbürgermeister Wiktor Wolontchunas, Arnstadt (Deutschland),Bürgermeister Hans Christian Köllmer, Ramat Gan (Israel),Oberbürgermeister Zvi Bar, Izmit (Türkei)Oberbürgermeister Ibrahim Karaosmanoglu und Kassel eine gemeinsame Presseerklärung heraus, die zeitgleich in diesen Städten veröffentlicht wird.
„Als Städte aus unterschiedlichen Ländern mit unterschiedlicher Geschichte und unterschiedlichen Traditionen bekräftigen wir unsere Unterstützung des europäischen Einigungswerks und seiner Grundwerte Freiheit, Frieden, Vielfalt, Toleranz und Nichtdiskriminierung“, erklärten die Oberbürgermeister bzw. Bürgermeister der Partnerstädte Kassels sowie der Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilgen. „Wir unterstützten die Erweiterung der Europäischen Union, die positiven Beziehungen zwischen der EU und Russland und die Bemühungen der EU für Frieden und Versöhnung im Nahen Osten.“
Städte in Europa könnten einen großen Beitrag dazu leisten, die Europäische Einigung bürgernäher zu machen, erläuterte Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen das Ziel der gemeinsamen Erklärung. „Im Verlauf der Geschichte Europas waren gerade die Städte immer wieder Motoren und erste Werkstätten von Freiheit, wirtschaftlichen Fortschritt und Solidarität. Gleichzeitig hat hier der Dialog der Kulturen seinen Ausgangspunkt genommen. Heute haben die Städte und Gemeinden eine große Verantwortung, Politik der Europäischen Union auf lokaler Ebene umzusetzen - vom Ausgeben des Europapasses, Einhalten der EU-Regeln für öffentliche Ausschreibungen, die Auswahl EU-geförderter Projekte, die Organisation der EU-Beschäftigungsförderungsprogramme bis hin zur Durchsetzung der EU-Umweltgesetzgebung. Überall sind die Städte und Gemeinden gefordert.“
Vor allem in einer Zeit, in der wirtschaftliche Schwierigkeiten und Skepsis gegenüber der Europäischen Union manchmal die positiven Ergebnisse der europäischen Einigung überschatten, sei es notwendig, die gemeinsamen Errungenschaften der vergangenen 50 Jahre in Erinnerung zu rufen und die Zusammenarbeit zwischen den Städten in Europa, aber auch darüber hinaus, zu verstärken. Hierbei seien besonders die Aufgaben Beschäftigung, Umweltschutz, Stadterneuerung, Tourismus, interkultureller Dialog und Bildung als Bereiche für die weitere Zusammenarbeit und den Austausch zwischen der Stadt Kassel und ihren Partnerstädten zu nennen.
„50 Jahre Europäische Integration - das ist ein Grund zu feiern“, zeigten sich die neun Stadtoberhäupter sicher. „Aber Europa und seine Städte sollten nicht selbstzufrieden sein. Stattdessen müssen sie mit vereinten Kräften daran arbeiten, die gemeinsamen Herausforderungen der Globalisierung zu bewältigen und den „Europäischen Traum“ von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität für alle Bürgerinnen und Bürger zu verwirklichen. Um diese Ziele für die Menschen vor Ort zu erreichen, werden die Städte Florenz, Mulhouse, Västeras, Rovaniemi, Jaroslawl, Arnstadt, Ramat Gan, Izmit und Kassel weiter zusammenarbeiten“, kündigten die Stadtoberhäupter an.
Stadt Kassel
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Rathaus / Obere Königsstraße 8
34112 Kassel
Telefon: 0561 / 787-1231 oder 0561 / 787-1232
Telefax: 0561 / 787-87
E-Mail: presse@stadt-kassel.de
Pressesprecher Hans-Jürgen Schweinsberg
Pressesprecherin Petra Bohnenkamp
Kassel und die Region im Internet:www.kassel.de
Die Stadtverwaltung im Internet: www.stadt-kassel.de
Die Pressestelle documenta-Stadt Kassel ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren.