08. November 2007. Als die wichtigsten und preiswertesten Maßnahmen zum Schutz vor Infektionskrankheiten hat aus Anlass des Weltimpftages Dr. Karin Seuren-Kronenberg, Leiterin des Kasseler Gesundheitsamtes, Schutzimpfungen bezeichnet. Dies gelte nicht nur in Deutschland, sondern auch auf der gesamten Welt.
Selbst wer nicht ins Ausland fahre, solle auch zu Hause darauf achten, dass er einen wirksamen Impfschutz gegen Tetanus und Diphtherie besitze. Diese Impfung sei alle zehn Jahre aufzufrischen, teilte die Gesundheitsamtsleiterin mit.
Im Winterhalbjahr, so die Empfehlung der Medizinerin, solle man sich gegen Grippe impfen lassen. Die Impfung müsse wegen der sich rasch ändernden Erreger jährlich erneuert werden. Für ältere Menschen ab 60 werde allgemein auch die Impfung gegen Pneumokokken empfohlen, ein Erreger, der eine gefährliche Form der Lungenentzündung auslösen könne. Frauen zwischen 15 und 45 Jahren sollten einen wirksamen Schutz gegen Röteln und Windpocken haben, weil sonst Gefahr für das ungeborene Kind in der Schwangerschaft entstehe.
Für Kinder gebe es vom Säuglingsalter an Impfpläne, über die Haus- und Kinderärzte sowie das Gesundheitsamt gern informierten. Berufsbezogene Impfungen, etwa im Gesundheitswesen, der Lebensmittelbranche oder im Sanitärgewerbe würden in der Regel von Arbeits- und Betriebsmedizinern erbracht, die darüber auch Auskunft erteilen, gab die Gesundheitsamtschefin weiter bekannt. Über Impfungen, die Auslandsreisende benötigen, klärten die reisemedizinischen Beratungsstellen der Gesundheitsämter und Ärzte mit dem Schwerpunkt Impfberatung auf.
Auch das ist wichtig für Patienten: Wer nur zum Impfen zum Arzt gehe, so Dr. Seuren-Kronenberg, müsse hierfür keine Praxisgebühr bezahlen. Die öffentlich empfohlenen Impfungen seien von den Krankenkassen zu finanzieren, berufsbezogene Impfungen bezahle der Arbeitgeber. Bei reisemedizinischen Impfungen empfehle sich eine Rückfrage bei der Krankenversicherung, weil diese vernünftigerweise zunehmend bereit seien, die Kosten hierfür zu übernehmen.
Aus Anlass des Weltimpftages unterstrich die Leiterin des Stadtgesundheitsamtes, es könne sich keine andere vorbeugende medizinische Maßnahme mit der Wirksamkeit der Schutzimpfungen messen. Als Beispiel nannte sie insbesondere die durch die Schutzimpfung ausgerotteten Pocken und die auf der Tagesordnung stehende Ausrottung von Masern und Kinderlähmung.
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