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documenta-Stadt Kassel

„Förderpreis Komische Literatur“ für Michael Stauffer

15. August 2008.

Der schweizerische Schriftsteller Michael Stauffer, 1972 in Winterthur geboren, erhält den „Förderpreis Komische Literatur“. Die mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung wird auf Vorschlag von Verlagen durch die Stadt Kassel und die Stiftung Brückner-Kühner gemeinsam mit dem „Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor“ vergeben. Dieser ist in diesem Jahr, wie gemeldet, dem inzwischen verstorbenen Dichter Peter Rühmkorf zugesprochen worden.

 

Die Kasseler Sparkasse hat in diesem Jahr zum zweiten Mal die Finanzierung des Förderpreises übernommen.

 

Michael Stauffer erhält den Preis für seine glänzende, das Komische souverän gestaltende Prosa. Darin folgte die Jury dem Vorschlag von Stauffers Verlag Urs Engeler Editor aus Basel, wie Oberbürgermeister Bertram Hilgen jetzt bekannt gab. Die Preisfeier wird - gemeinsam mit der posthumen Verleihung an Peter Rühmkorf  - am 14. Februar 2009 im Kasseler Rathaus stattfinden. Die Veranstaltung eröffnet zugleich das einwöchige Festival „Kasseler Komik Kolloquium“. Bisherige Förderpreisträger waren Frank Schulz, Jochen Schmidt, Tilman Rammstedt, Jess Jochimsen und Phlipp Tingler.

 

Begründung

In seiner Eigenschaft als Jury begründet der Stiftungsrat seine Entscheidung für Michael Stauffer wie folgt:

„Michael Stauffers Prosawerke sind geschliffene Preziosen poetischer Satz- und Wortkunst, aus denen eine so überraschende wie vergnügliche Spielfreude spricht. Mit subtilen Kunstgriffen werden heutige Denk- und Redeweisen vorgeführt; es entstehen präzise Detailaufnahmen des Banalen wie auch des Abseitigen sowie virtuos überzeichnete Narren, Fanatiker und Dilettanten der Selbstaussage. Michael Stauffer zeigt in seinen drei bislang erschienenen Büchern, seinen Hörspielen und Bühnenstücken ein vielversprechendes Können, das die Tradition komischer Literatur fortzuschreiben und zu erneuern vermag.“

 

Über Michael Stauffer
Michael Stauffer wurde 1972 in Winterthur geboren und lebt in Frauenfeld und Biel, Schweiz. Er studierte Germanistik, Romanistik und und Bildnerisches Gestalten in Bern und arbeitet seit 1999 als freier Schriftsteller, Musiker und Performancekünstler. 1999 wurde er in Berlin mit dem begehrten Nachwuchspreis „Open Mike“ ausgezeichnet. Zwei Jahre später erschien sein erstes, von der Kritik einhellig gefeiertes Prosawerk „I promise when the sun comes up, I promise I'll be true“, das die Frage „Wer spricht?“ in lakonischen Haupt- und Nebennotizen unbeantwortet lässt. Es folgten im Jahr 2003 ein weiblicher Selbsterfahrungsmonolog mit dem ausladenden Titel „Haus gebaut, Kind gezeugt, Baum gepflanzt. So lebt ein Arschloch. Du bist ein Arschloch“ und 2006 das Buch „Normal. Vereinigung für Normales Glück“, der Entwurf einer etwas anderen Ich-AG. Alle Bücher erscheinen bei dem Schweizer Verlag Urs Engeler Editor, der Stauffer auch ins Rennen um den Förderpreis Komische Literatur geschickt hat. Darüber hinaus veröffentlicht Stauffer Theaterstücke (zuletzt: „241 Karat bei der Empa“, 2004) und Hörspiele (zuletzt: „Stauffer an Krüsi antworten“, 2008) sowie sonstige Kunst und tourt in verschiedenen Musikformationen.

 

Weitere Informationen über Michael Stauffer unter www.dichterstauffer.ch

 

Eine Stimme aus der Kritik

„Stauffers Witz steht im Dienste der Aufrichtigkeit. Hinter diesem Komiker, der sein Publikum mit Kapriolen unterhält, verbirgt sich ein Terrorist, der, geht es um die Dinge, die wirklich zählen, keinen Spass verträgt. Sein Schreiben wird befeuert von Wut und Empörung, und so schwelt ein moralischer Zorn zwischen den Zeilen. Aber wo andere Autoren das große Wehklagen und Jammern anstimmen, reagiert Michael Stauffer provozierend stoisch: Er weiß, dass subversiver Humor und Spielfreude die probateren Mittel sind, gegen die konstatierte Entfremdung anzuschreiben.“ Hansjörg Schertenleib in „Die Weltwoche“

 

Die Jury bzw. der Stiftungsratbesteht aus:

Dr. Renate Jakobson, Ingomar von Kieseritzky, Christian Maintz, Harry Rowohlt, Prof. Dr. Walter Pape und Dr. Thomas Wohlfahrt sowie für dieses Jahr Gerhard Polt, der zuletzt den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor erhielt.

 

Die Stiftung Brückner-Kühner

vergibt seit 1985 den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor sowie seit 2004 regelmäßig auch den Förderpreis Komische Literatur. Sie wurde von dem Schriftstellerpaar Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner ins Leben gerufen und ist heute, zwölf Jahre nach ihrem Tod, ein Literaturzentrum für die Kultur des Komischen und für zeitgenössische Poesie sowie für die Erinnerung an Werk und Leben des Stifterpaares in dessen Wohnhaus. Näheres zum Engagement der Literaturstiftung unter www.brueckner-kuehner.de



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