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documenta-Stadt Kassel

Kuhpockeninfektion durch „Schmuseratten“

18. März 2009. Bei einer 34-jährigen Frau und ihrer neun Jahre alten Tochter aus Kassel wurde durch Untersuchung einer Blutprobe festgestellt, dass sie sich an Kuhpocken infiziert hatten. Die Infektion ging wahrscheinlich von zwei jungen Farbratten aus, die selbst keine Krankheitserscheinungen wie etwa rote Hautflecken oder Pockenpusteln gezeigt hatten. Die Farbratten wurden im Januar in einer Kasseler Zoohandlung gekauft und stammten aus einem Zuchtbetrieb in Thüringen. Es besteht der Verdacht, dass dieser Betrieb in Beziehung steht zu tschechischen Händlern oder Züchtern. Farbratten aus Tschechien hatten in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zu Kuhpockeninfektionen beim Menschen geführt.

Als Virusreservoir der Kuhpocken gelten wild lebende Nagetiere. Die Kuhpockeninfektion des Menschen äußert sich lokal an den Kontaktstellen (zum Beispiel Kratzer) durch rote entzündliche Hautflecken, die sich später zentral schwarz verfärben und erst nach einigen Wochen abheilen. Bei Patienten ohne Pockenschutzimpfung kommen auch Fieber und lokale Lymphknotenschwellung vor. Der Verlauf ist in aller Rege l harmlos.

Bei Verdacht auf Infektion mit dem Kuhpockenvirus können im Landesbetrieb Hessisches Landeslabor (LHL) von den verdächtigen Tieren Blutproben (eine Kapillare) und virologische Maultupfer untersucht werden. Die Proben müssen von einem Tierarzt genommen worden sein und können in der Außenstelle des LHL in Kassel, Druseltalstraße 67, abgegeben werden.

Für Fragen stehen Dr. Hans-Dieter Rietze, Veterinärdienst und Lebensmittelüberwachung der Stadt Kassel (Telefon 7 87-33 31) sowie Martin Walter-Domes, Gesundheitsamt Region Kassel (Telefon 10 03-19 60) zur Verfügung.



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