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Otto Ubbelohde zeichnet Prinz Rosa Stramin - Ausstellung der Otto-Ubbelohde-Stiftung Goßfelden im Stadtmuseum Kassel

11. Mai 2009. Der eine hat Kassel als „Schinkenburg“, Witzenhausen als „Lenzbach“ und den Universitätsstädten Marburg und Göttingen ein literarisches Denkmal gesetzt, der andere die Märchensammlung der Brüder Grimm für alle Zeiten in der hessischen Kulturlandschaft verortet. 1922 erschien die von dem Zeichner, Maler und Grafiker Otto Ubbelohde illustrierte Neuausgabe des „Prinz Rosa Stramin“, eines erstmals 1834 in Kassel gedruckten „Bestsellers“ von Ernst Koch, dem das Stadtmuseum ab dem kommenden Mittwochabend, 13. Mai, eine kleine Sonderausstellung widmet. Zu sehen sind 29 Originalfederzeichnungen, dazu Entwürfe, Skizzen und das farbige Aquarell des berühmten Titelblatts: Ein orientalischer Prinz mit Turban, der genüsslich seinen Tschibuk, das heißt seine Wasserpfeife, raucht.

Ergänzt wird die von der Ubbelohde-Stiftung Goßfelden im Lahntal bei Marburg bereitgestellte Präsentation durch Leihgaben aus Privatbesitz und ein „vermeintliches“ Porträt Ernst Kochs, das die Stadt Witzenhausen zur Verfügung stellt.

In Witzenhausen verlebte Koch seine Jugendjahre, in Kassel Schul- und Lehrjahre. Seine Erinnerungen an die Studienzeit in Marburg und Göttingen brachte die treffende Charakterisierung hervor: „Göttingen hat ein Universität, Marburg ist eine; indem hier alles, vom Prorektor bis zum Stiefelwichser zur Universität gehört.“ Für das politisch bewegte Kassel der 1831 angebrochenen „Verfassungsära“ wagte er nur verschlüsselt und unter Pseudonym mitzuteilen: „Schinkenburg liegt im Oberheidelande. Aber es herrscht in dem Städtchen Zwietracht und Parteisucht. (…) Sie sind wie die Hunde und Katzen.“

Die Sonderausstellung „Otto Ubbelohde zeichnet Prinz Rosa Stramin“ im Stadtmuseum wird am Mittwoch, 13. Mai, um 19 Uhr mit einem Vortrag von Ludwig Rinn (Ubbelohde-Stiftung Goßfelden) eröffnet und bis zum 5. Juli zu sehen sein. Am Sonntag, 17. Mai, besteht im Rahmen des „Internationalen Museumstags“ ab 11.30 Uhr Gelegenheit, sich bei einer musikalisch-literarischen Matinee mit Stephan Franke, Karl-Heinz Nickel und Hartmut Müller näher in das zeitgeschichtliche Milieu „Schinkenburgs“ zu vertiefen. Um 14 Uhr bietet Klaus Beckenbach, ausgewiesener Kenner Ernst Kochs, einen Rundgang durch die Ausstellung an.



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