13. Oktober 2009. In einem Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Lufthansa AG, Wolfgang Mayrhuber, hat Oberbürgermeister Bertram Hilgen an die soziale Verantwortung des Lufthansa Vorstandes für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter appelliert. „Mit großer Sorge habe ich zur Kenntnis genommen, dass Ihr Unternehmen plant, die Gehälter der Belegschaft um vierzig Prozent zu kürzen“, schreibt OB Hilgen und weist darauf hin, dass bereits im Juli 2004 das Lohnniveau der Beschäftigten um dreißig Prozent und die Zahl der Mitarbeiter aus Wirtschaftlichkeitsgründen von 370 auf derzeit 182 Beschäftigte reduziert worden war.
Auch noch mit 182 Beschäftigten zähle das Lufthansa-Service-Center Kassel zu den größeren Arbeitgebern in der Stadt, unterstreicht OB Hilgen. Die jetzt erneuerte Aussage des Vorstandes, der Standorts sei nicht wettbewerbsfähig, überraschte. So hätten durch die überwiegend zu Lasten der Beschäftigten erzielten Einsparungen der letzten Jahre Produktivitätssteigerungen in Kassel von zwanzig Prozent erreicht werden können. „Nicht nachvollziehbar scheint es daher, die Beschäftigten zusätzlich zu belasten, zumal diese bereits in den vergangenen Jahren wesentliche Gehaltseinbußen hinnehmen mussten“, so OB Hilgen.
Er sei überzeugt, dass sich Qualitätsansprüche wie Kundenorientierung, Fachkompetenz und Flexibilität langfristig nur aufrecht erhalten lassen, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein faires Gehalt für ihre geleistete Arbeit erhalten. „Eine Gehaltskürzung um weitere vierzig Prozent wäre insbesondere für Teilzeitbeschäftigte und auch Alleinerziehende dramatisch.“
In seinem Schreiben an den Lufthansa-Vorstandsvorsitzenden Mayrhuber wies der Oberbürgermeister zudem darauf hin, dass ein Betrieb mit fast 200 Beschäftigten eine große strukturpolitische und gesamtwirtschaftliche Bedeutung für die Stadt Kassel habe. „Daher möchte ich Sie auffordern, diese für die Stadt wichtigen Arbeitsplätze zu den jetzigen Bedingungen zu erhalten“, schließt er.
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