09. November 2009. Oberbürgermeister Bertram Hilgen und die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, haben heute in der Karl Branner Halle im Kasseler Rathaus die Ausstellung „20 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ eröffnet.
„20 Jahre nach dem Fall der Mauer ist vor allem der Mut der Menschen in der ehemaligen DDR zu rühmen, die mit ihrer Sehnsucht nach Freiheit und Gerechtigkeit der Staatsmacht die Stirn boten und ihre Ohnmacht überwanden, die ein Leben in zwei totalitären Systemen hervorgerufen hatte“, unterstrich Oberbürgermeister Hilgen bei der Eröffnung. „Die Plakatausstellung im Kasseler Rathaus macht die Ereignisse von damals und die Zivilcourage der Menschen lebendig. Die Erinnerung an diese historische Leistung ist etwas sehr Kostbares. Deshalb bin ich für die Initiative zu dieser Ausstellung sehr dankbar.“
Ministerin Kühne-Hörmann hob die Bedeutung der Wendejahre hervor: „Die Ereignisse der Jahre 1989 und 1990 sind historische Ereignisse in dem Sinn, dass sie das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben grundlegend beeinflusst haben - und zwar uneingeschränkt positiv.“ Sich an diese Ereignisse zu erinnern sei auch deshalb wichtig, weil mittlerweile eine ganze Generation herangewachsen sei, welche die Teilung Deutschlands, Europas und der Welt nur noch aus Erzählungen und Geschichtsbüchern kenne. „Die Hessische Landesregierung betrachtet es als ihre Aufgabe, das Bewusstsein für die Vergangenheit und für das, was damals geschehen ist, zu schärfen“, sagte die Ministerin.
Die Landesregierung hat die aus 20 großformatigen Plakaten bestehende Schau von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erworben und sie in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Hauptstaatsarchiv um zwei Tafeln zur gemeinsamen Geschichte Hessens und Thüringens sowie zur hessischen Aufbauhilfe im Nachbarland seit 1989 erweitert. Die Schau wird in zahlreichen Kreisen und kreisfreien Städten Hessens gezeigt.
Der Leiter des Hauptstaatsarchivs, Prof. Dr. Klaus Eiler, stellte bei der Eröffnung die Kernelemente der Schau vor. „Die Ausstellung lässt die Stationen der Freiheitsbewegung und die friedliche Revolution in der DDR Revue passieren, empfindet die entstehende Welle nationaler Begeisterung nach und wendet sich schließlich den spontanen Solidaritätsbekundungen und vielfältigen Hilfeleistungen der Hessen für das Nachbarland Thüringen zu.“
„Aus Untersuchungen wissen wir, dass das Wissen über die DDR besonders bei der Generation, die in den vergangenen 20 Jahren herangewachsen ist, sehr lückenhaft ist“, sagte Ministerin Kühne-Hörmann. Daher richte sich die Ausstellung besonders auch an die Schulen. Die Ausstellung trage mithin nicht zuletzt auch dem Bedürfnis nach Informationen über dieses wichtige Kapitel der deutschen Geschichte Rechnung. „Sie kann dazu beitragen, das Bewusstsein für die Bedeutung der Demokratie zu schärfen.“
Die Ausstellung in der Karl Branner Halle im Kasseler Rathaus ist vom 10. November 2009 bis 12. Februar 2010 während der Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.
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