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documenta-Stadt Kassel

Stadt Kassel kritisiert Ratio-Erweiterung

11. November 2009. Die jetzt vor der Realisierung stehenden Erweiterungspläne für den Ausbau des Ratio-Marktes in Baunatal-Hertingshausen stoßen weiterhin auf die Kritik der Stadt Kassel. „Die Ausweitung der Verkaufsflächen des SB-Warenhauses von knapp 20.000 auf fast 28.000 m² beeinträchtigt die Zentrumsfunktion der Kasseler Innenstadt“ erklärte Oberbürgermeister Bertram Hilgen im städtischen Pressedienst.

Durch den massiven und aus Kasseler Sicht unverhältnismäßigen Ausbau des Einkaufszentrums direkt vor den Toren Kassels seien erhebliche negative Auswirkungen auf den Einzelhandel in der Kasseler Innenstadt zu befürchten. Ziel der Stadt Kassel sei es dagegen, für alle Bürgerinnen und Bürger, auch solche ohne Auto, Einkaufsmöglichkeiten nahe ihrer Wohnung zu sichern und langfristige Versorgungsstrukturen zu gewährleisten.

Insbesondere in Hinblick auf die zu erwartende demographische Entwicklung der Bevölkerung, in der es immer mehr alte Menschen geben wird, habe ein städtisches Zentrum eine wichtige Bedeutung. Eine Shopping-Mal des Ausmaßes, wie die in Baunatal-Hertingshausen, gefährde aber die Geschäfte im Oberzentrum Kassel. „Ganz klar ist, dass jeder Euro, der in einer Nachbargemeinde ausgegeben wird, für den Kasseler Einzelhandel nicht zur Verfügung steht.“ Dabei sei auch der ohnehin bestehende Kaufkraftverlust im Zuge der Wirtschaftskrise zu berücksichtigen.

Die Stadt Kassel habe seit Bekanntwerden der Erweiterungspläne eine Vielzahl an rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft, um den Ratioausbau in den angestrebten Dimensionen entgegenzutreten, unterstrich OB Hilgen. Zum Teil seien die Verfahren noch anhängig, hätten aber keine aufschiebende Wirkung hinsichtlich des Baubeginns.

Die Stadt kritisiert unter anderem, dass die Stadt Baunatal einen alten Bebauungsplan nicht an die Ziele der Raumordnung und Landesplanung angepasst hat, obwohl diese nicht mehr den aktuellen gesetzlichen Anforderungen entsprechen und es eine eindeutige Aufforderung des Regierungspräsidenten gegeben hatte.



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