23. April 2010.
Wenn am kommenden Sonntag, 25. April, nach gut fünf Monaten die Ausstellung „Mumien – Körper für die Ewigkeit“ zu Ende geht, werden 60.000 Besucherinnen und Besucher diese besondere Präsentation gesehen haben. Sie haben alle unterschiedliche Erwartungen mitgebracht und sind mit ganz individuellen Erfahrungen nach Hause gegangen. Die Ausstellung zu Bildungszwecken zu besuchen, war genauso legitim wie ein neugieriges oder wissenschaftliches Interesse. Darüber hinaus werden viele Menschen ergriffen gewesen sein und eine Reise zu sich selbst unternommen haben. Der Besuch der Mumienausstellung war eine besondere Gelegenheit, die so schnell nicht wieder kommen wird.
Die Museumsleute vom Naturkunde- und vom Sepulkralmuseum sind froh, dass sie gemeinsam dieses emotionale und auch finanzielle Wagnis auf sich genommen haben, denn die Resonanz gab ihnen ganz überwiegend Recht. Natürlich soll nicht verschwiegen werden, dass es auch kritische Stimmen gab, die den Verdacht der Pietätlosigkeit hegten. Und diese Meinung ist auch zu respektieren. Es wurde indes alles getan, um den Verstorbenen in den Kasseler Häusern eine angemessene temporäre Heimat zu geben.
Das „Wagnis“ fand zudem von seinen Anfängen an uneingeschränkt die Unterstützung der Stadt Kassel. Und die großzügige finanzielle Unterstützung durch K+S bildete nicht nur das materielle Fundament für die Ausstellung, sondern darf zugleich als ideeller Rückhalt für dieses außergewöhnliche Projekt angesehen werden. Hier haben zudem, und auch das darf als Signal für die Zukunft der Kasseler Kulturlandschaft gesehen werden, zwei Häuser in unterschiedlicher Trägerschaft kollegial und vertrauensvoll zusammengearbeitet.
Wenn die Mumien nun Kassel wieder verlassen werden, dann darf man sicher sein, dass sie bei vielen Menschen bleibende Eindrücke hinterlassen haben. Natürlich haben sie sich das zu ihren Lebzeiten nicht träumen lassen, aber für uns Heutige ist das auch eine kleine, überraschende Perspektive über den Tod hinaus.
Nicht wenige der hier in Kassel gezeigten Mumien werden nun allerdings erst noch eine weite Reise über den großen Teich antreten und ab Juli
Ein Dank gebührt allen Leihgebern und den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim, auf deren Initiative das Ausstellungsprojekt zurückgeht. In Zusammenarbeit mit dem German-Mummy-Project der Reiss-Engelhorn-Museen (Mannheim) fand in Kassel zum Ende der Ausstellung vom 16. bis 18. April 2010 die Tagung "Geschichte und Tradition der Mumifizierung in Europa" statt. Zusammenfassungen der Beiträge werden in Kürze auf der Homepage www.sepulkralmuseum.de zu lesen sein.
Bis Sonntag gelten für Naturkundemuseum und Museum für Sepulkralkultur erweiterte Öffnungszeiten. Sehen Sie dazu:
http://www.kassel.de/cms02/aktuelles/meldungen/14110/
Stimmen zur Ausstellung
FR-online.de
"Staunend stehen Robin, Mohammed und Laura vor der Glasvitrine. Eine 800 Jahre alte Mumie aus Chile hat ihre volle Aufmerksamkeit…Im nächsten Jahr sollen unter anderem Mumien ein Thema im Geschichtsunterricht werden. „Dieser Ausflug soll die Schüler schon mal ein bisschen vorbereiten“, sagt Lehrerin Arnold. Einige Schüler hätten bereits in Dokumentationen Mumienbeiträge gesehen und seien nun ganz gespannt auf eine echte Mumie."
HNA
"Bei Mumie III 130a wurde erst kürzlich nachgewiesen, dass es sich um einen Mann handelt. Sie gelangte 1885 in die Baseler Sammlung. Es sind mehrere Knochenbrüche erkennbar, die wohl zu Lebzeiten entstanden. Der Mann war etwa 165 cm groß, 20-30 Jahre alt und lebte in der ägyptischen Spätzeit. Besonders bemerkenswert: Auf einigen Hautpartien sind noch kleine Reste einer Blattgoldauflage zu erkennen."
Extra-Tip, Kassel
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