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documenta-Stadt Kassel

"Auf dem »rechten« Auge blind? Hearing zu Jugendkultur und Rechtsradikalismus"

20. Mai 2010. "Auf dem »rechten« Auge blind? Hearing zu Jugendkultur und Rechtsradikalismus" ist der Titel einer Veranstaltung, die am Freitag, 28. Mai, von 14.30 bis 19.30 Uhr im Bürgersaal des Kasseler Rathaus stattfindet.

Rechtsradikales Gedankengut ist schon lange nicht mehr die Sache einiger Außenseiter. Es ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das veränderte Auftreten der rechten Szene führt dazu, dass sie in seinem modernisierten Erscheinungsbild die Symbolsprache des 21. Jahrhunderts spricht. Von Rockmusik bis hin zum modernen Web-Design hat sich nicht nur der Auftritt sondern auch das Aktionsfeld herein in die unmittelbare Lebenswelt Jugendlicher verlagert.

Nicht immer ist das auf Jugendkulturen ausgerichtete Auftreten offenkundig oder äußert sich in gewaltsamen Exzessen. Gefahr geht vielmehr von einem latenten Rechtsextremismus aus, der breit gestreut Jugendliche fasziniert und eine eigene jugendkulturelle Szene mit entsprechenden Ausdrucksformen ausgebildet hat.

Im vergangenen Jahr konnte die Kinder- und Jugendförderung der Stadt Kassel in Kooperation mit allen weiteren nordhessischen kommunalen Jugendpflegen und Jugendbildungswerken im Rahmen ihrer Veranstaltung „Nordhessen bleibt bunt - Schülerinnen und Schüler aktiv für Toleranz und Vielfalt“ (www.jugendkonferenz-nordhessen.de) viele Jugendliche sensibilisieren aber auch aktivieren sich in ihren Schulen für Demokratie und Vielfalt einzusetzen.

Die kommende gemeinsame Veranstaltung der Kinder- und Jugendförderung der Stadt Kassel, des Pädagogisch Theologischen Institut (PTI) Kassel und der Evangelischen Akademie Hofgeismar im Kasseler Rathaus richtet sich gezielt an Lehrerinnen und Lehrer, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sowie haupt- oder ehrenamtlich in der Jugendbildung Engagierte.

Referenten sind an diesem Tag zum einen Klaus Farin, der als Leiter des Berliner Archivs der Jugendkulturen e. V. und im Rahmen zahlreicher Publikationen zum Themenfeld »Rechte Jugendliche und Skinheads« über ein fundiertes und aktuelles Fachwissen verfügt.

Zum anderen konnte Prof. Jens Flemming, der bis zu seiner Emeritierung in 2009 Inhaber des Lehrstuhls für neuere und neueste Geschichte an der Universität Kassel war, als zweiter Referent gewonnen werden. In zahlreichen Publikationen, Vorträgen und Seminaren hat er sich mit der Entstehung des Nationalsozialismus befasst und war lange Leiter der Informationsstelle zur Geschichte des Nationalsozialismus in Nordhessen.

Neben Impulsreferaten der beiden Referenten zu Historie, Aktualität und Lifestyle wird es die Möglichkeit geben, sich in Erfahrungsgruppen auszutauschen um für die eigene Arbeit neue Impulse zu erhalten.

Abschließen wird der Fachtag ein Podium mit Experten der unterschiedlichsten Handlungsfelder: Kirsten Neumann (Mobiles Beratungsteam Kassel), Stephan Bürger (Jugendbildungswerk Schwalm-Eder-Kreis), Klaus Spengler (Referat Schule und Unterricht der EKKW) sowie Klaus Farin und Professor Jens Flemming.

Der Teilnahmebeitrag beträgt zehn Euro. Die Veranstaltung ist akkreditiert nach IQ, so dass hessische Lehrkräfte zehn Leistungspunkte bei einer Teilnahme erhalten.

Die Anmeldungen sollen bitte umgehend an das Pädagogisch Theologische Institut Kassel, Birgit Uebe, Heinrich-Wimmer-Straße 4, 34131 Kassel, erfolgen (Fax: 05 61-9 30 71 77, Telefon 05 61-9 30 71 31, E-Mail: birgit.uebe@ekkw.de).

Informationen erteilt Katrin Wagner von der Kinder- und Jugendförderung der Stadt Kassel, Telefon 05 61-40 23 28 sowie per E-Mail: katrin.wagner@stadt-kassel.de.



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