08. Juni 2010.
Kinder sind wissbegierig, sie wollen die vielfältigen Zeugnisse aus Kultur und Geschichte, Natur und Kunst nicht nur passiv bestaunen, sondern erlebend durchdringen. Sie möchten Themen selbstständig oder unter Anleitung erarbeiten und sich mit den Museumsschätzen kreativ auseinandersetzen. „Wir wollen ihnen Möglichkeiten eröffnen, die herausragenden Kulturschätze Kassels besser wahrzunehmen: Familien und Kindern aus allen Kulturkreisen sollen Impulse bei der Heranführung an die Kasseler Museen erhalten“, erklärte am Dienstag Oberbürgermeister Bertram Hilgen zum Startschuss des Gemeinschaftsprojekts Kasseler kultureller Einrichtungen.
Das vom Kulturamt der Stadt Kassel, der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), dem Naturkundemuseum, dem Stadtmuseum, dem Museum für Sepulkralkultur, der Kunsthalle Fridericianum und der Schule am Warteberg gemeinsam initiierte und realisierte Projekt ist Teil von „Kultur baut Brücken – Kultur für alle Kinder“, und damit ein offizieller städtischer Beitrag im Rahmen von RUHR.2010 in Essen.
Das Schulprojekt
Ziel ist, aus der Zusammenarbeit zwischen Schulen, schulnahen Gruppen und Museen für Kinder und Familien besondere Zugänge zu den Kulturschätzen zu ermöglichen. An dem Schulprojekt sind mehrere Klassen der Grundschule am Warteberg im Stadtteil Philippinenhof beteiligt. Folgende Projekte finden in der Projektwoche bis zum 11. Juni statt:
„Waldtiere auf der Spur“: Jahrgangsstufe 1 in Kooperation mit dem Naturkundemuseum. Es werden Module, die im Naturkundemuseum in der Vergangenheit erarbeitet wurden, mit einem Modul aus dem Alltag der Schule und mit einem Angebot im Kreativ-Labor kombiniert. Die Kinder besuchen unter anderem einen Förster im Wald, stellen einfache Stempel aus Moosgummi her und werden in die Technik des Siebdrucks eingeführt. „Der kleine Waschbär“ als szenische Inszenierung einer Geschichte mit eigenen Experimenten im Dock 4 rundet die Woche ab.
„Pflanzen in barocken Gärten“: Jahrgangsstufe 2 in Kooperation mit der MHK-Abteilung Garten. Während der Projektwoche werden die Kinder mit dem Bergpark Wilhelmshöhe und seiner vielfältigen Vegetation vertraut gemacht. Als Schwerpunkt lernen sie die ihnen fremde Welt des Bergparks und die Geschichte seiner Pflanzen kennen. Sie werden fortan auf die Pflanzenwelt des eigenen Stadtteils achten und die unterschiedlichen Sphären miteinander vergleichen können.
„Märchenwald“: Jahrgangsstufe 3 in Kooperation mit dem Brüder Grimm-Museum. Nach einem Besuch in der Märchenwerkstatt des Brüder Grimm-Museums und einem Besuch im Wald gestalten die Kinder ihren Klassenraum als Märchenwald. Bei einem Ausflug in den Wald an der Hessenschanze überprüfen und vergleichen sie den stilisierten Märchenwald mit ihren eigenen Wahrnehmungen von Farben, Klängen, Lichtspielen und ähnlichem.
„Alltagsleben in der mittelalterlichen Stadt – Kassel“: Jahrgangsstufe 4 in Kooperation mit dem Stadtmuseum. Nach einem Stadtrundgang zu den Orten, an denen das mittelalterliche Kassel noch auffindbar und sichtbar ist, und nach Recherchen im Stadtmuseum erarbeiten sich die Schüler Aspekte der Stadthistorie: einerseits durch Entwicklung und Inszenierung von kleinen Szenen zum Thema „Alltagsleben im Mittelalter“, zum anderen durch kreative Umsetzung von entdeckten Karten und Aufzeichnungen zu einem Memory.
Ausblick
Aufbauend auf den Erfahrungen werde eine Zusammenarbeit zwischen Kasseler Grundschulen und Museen angestrebt, die in feste und langfristige Kooperationen münden solle, erklärte Oberbürgermeister Bertram Hilgen.
Zum Abschluss der Projektphase mit der Schule am Warteberg findet am Samstag, 19. Juni, von 11 bis 14 Uhr ein Schulfest statt, bei dem die Kinder ihre Projekte vorstellen.
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