03. November 2010. Mit dem erstmals verliehenen Hessischen Demographie-Preis 2010 werden am Mittwoch, 3.November, drei herausragende Projekte zur Gestaltung des demographischen Wandels gewürdigt, darunter auch ein Kasseler. Ausgezeichnet werden der Vogelsbergkreis mit 15.000 Euro für das Projekt „Demographischer Wandel - Chancen und Ressourcen“, die Stadt Kassel mit 10.000 Euro für das Projekt „Fam-o-S“ (Familien ohne Sorgen) sowie die Kreisstadt Erbach im Odenwald mit 5.000 Euro für das Projekt „Patengroßeltern“. Die drei Projekte wurden von einer Experten-Jury unter dem Vorsitz von Staatsminister Wintermeyer aus insgesamt 26 eingegangenen Bewerbungen ausgewählt.
Oberbürgermeister Bertram Hilgen äußerte sich im städtischen Pressedienst erfreut über diese Auszeichnung. „Damit findet die seit 2005 systematische und zukunftsweisende, mit Beteiligung von Bürgern organisierte Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des demografischen Wandels in Kassel ein erfolgreiches Echo.“
Die Stadt Kassel hat über das Zukunftsbüro die Bewerbungsunterlagen eingereicht. Projektträger ist das FreiwilligenZentrum Kassel e.V.. Kooperationspartner sind die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Kassel (GWG), das Kasseler Familienberatungszentrum e.V. und das Bündnis für Familie Kassel. Die Einbeziehung von ehrenamtlichem Engagement war eines der zentralen Kriterien der Jury bei der Auswahlentscheidung
Ausgehend von dem afrikanisches Sprichwort, dass es ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind zu erziehen, will das Projekt „Fam-o-S“ Netzwerke in den Kasseler Stadtteilen knüpfen und auf diese Weise Familien entlasten.
Unterstützt werden durch das Projekt in den drei ausgewählten Stadtteilen Forstfeld, Oberzwehren, Mattenberg und Nord-Holland in erster Linie Familien an der Armutsgrenze, die keine Entlastung durch Großeltern, Freunde oder Nachbarn erfahren. Nachhaltige nachbarschaftliche Strukturen werden etabliert und ein Netzwerk geschaffen, das professionelle und ehrenamtliche Akteure in Einklang bringt.
Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel (GWG) stellt die Infrastruktur durch ihre Stadtteiltreffpunkte und die dort hauptamtlich tätigen Nachbarschaftshelfer. Das FreiwilligenZentrum wirbt Freiwillige an und schult alle Beteiligten im Freiwilligenmangement. Die Freiwilligen werden von den Nachbarschaftshelfern im Quartier eingeführt und unterstützen als so genannte Familienlotsen die Familien entsprechend ihren Fähigkeiten und Neigungen. Denkbar sind Alltags- und Ämterbegleitung, Freizeitangebote, Sprach- und Leseförderung, Hol- , Bring- und Babysitterdienste, Patenschaften, Unterstützung im schulischen Alltag oder beim Übergang von Schule zu Beruf.
Das Preisgeld in Höhe 10.000 Euro soll zur Gründung eines Bewohnerfonds Verwendung finden. Damit werden kleine Projekte und Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht, beispielsweise die Gestaltung von Mietergärten oder die Anschaffung von Büchern für ein Vorleseprojekt. Damit soll die örtliche Eigeninitiative der Familien unterstützt werden. Durch sichtbare Projekte wird das Thema Bürgerbeteiligung für alle Bewohner der Stadtteile greifbar und motiviert weitere Menschen zum Engagement für sich und andere.
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