23. Mai 2011.
„Alle gehören dazu! Kassel ist bunt und lebt Vielfalt in allen Generationen“ - unter diesem Motto kamen jetzt auf Einladung von Oberbürgermeister Bertram Hilgen über 100 Akteure u.a. aus Politik, Verwaltung, Migrantenselbstorganisationen, Vereinen, Wohnungswirtschaft und Wohlfahrtsorganisationen zusammen, um den Entwurf des Kasseler Integrationskonzepts zu diskutieren.
Das Integrationskonzept, das ausgehend vom ersten Kasseler Integrationsprogramm aus dem Jahr 2004 durch den Integrationsgipfel in 2008 sowie Veranstaltungen im Rahmen des Landesprogramms Modellregionen Integration in 2010 weiterentwickelt wurde, stellt ein Novum dar: Für aufeinander abgestimmte Handlungsfelder, wie Bildung und Sprachförderung, interkulturelle Öffnung der Verwaltung oder auch Sport und Gesundheitsförderung, werden konkrete Maßnahmen benannt, die in den nächsten fünf Jahren gemeinsam mit den Akteuren aus der Integrationsförderung umgesetzt werden sollen.
Das Konzept ist ein weiterer Schritt zu mehr Chancengleichheit. Es wurde unter Federführung des Zukunftsbüros der Stadt Kassel gemeinsam mit einer dezernatsübergreifenden Projektgruppe, in der auch der Ausländerbeirat sowie relevante Kasseler Verbände und Institutionen vertreten sind, entwickelt. Die wissenschaftliche Begleitung hat das Institut für Einheit in Vielfalt aus Hanau (IEV) übernommen, das unter anderem das Konzept der Landeshauptstadt Wiesbaden mit entwickelt hat.
„Wir möchten mit dem Konzept einen Perspektivwechsel einleiten und den Blick stärker auf die Ressourcen und Potentiale unserer zugewanderten Mitbürgerinnen und Mitbürger richten. Vielfalt tut unserer Stadt dauerhaft gut - nicht nur im Jahr der documenta“, erklärte Oberbürgermeister Bertram Hilgen im städtischen Pressedienst.
Die Maßnahmen des Kasseler Integrationskonzepts sind in verbindliche Leitlinien eingebettet. Diese beinhalten unter anderem, dass Integration als Querschnittsaufgabe in Politik und Verwaltung verankert und auf Basis planungssicherer finanzieller Grundlagen umgesetzt werden soll. „Wir verstehen Integration als fortdauernden Lernprozess, der alle gesellschaftlichen Bereiche betrifft“, erläuterten gemeinsam Stadträtin Brigitte Bergholter und Kamil Saygin, Vorsitzender des Ausländerbeirats, die den Workshop eröffneten das Konzept. „Unser Ziel ist es, dass alle Kasseler Bürgerinnen und Bürger gemeinsam Diskriminierungen begegnen und Chancengleichheit gewährleisten“, sagte Bergholter. „Ich wünsche mir mehr Begegnungen auf gleicher Augenhöhe zwischen Zugewanderten und Einheimischen.“ ergänzte Kamil Saygin.
Die Anwesenden hatten in verschiedenen Arbeitsgruppen Gelegenheit, lobende und kritische Rückmeldungen zum Konzept abzugeben. Die Ergebnisse der durchgängig intensiven Diskussionsprozesse wurden anschließend im Plenum vorgestellt. Unter anderem sollen nachfolgende Empfehlungen zusätzlich in das Konzept aufgenommen werden.
Die Ergebnisse des Workshops werden unter Federführung des Zukunftsbüros in den Entwurf des Integrationskonzeptes eingearbeitet, das dann Magistrat und Stadtverordnetenversammlung zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt wird.
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