25. Mai 2011. „Beim Umbau der Altmarktkreuzung werden die Belange aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigt“, erläuterte jetzt Stadtrat Dr. Joachim Lohse im städtischen Pressedienst den Planungsgrundsatz für den vorgesehenen Umbau des Altmarktes. Bei der Altmarktplanung sei auch in Abstimmung mit dem Amt für Straßen- und Verkehrswesen Kassel ein guter Kompromiss für alle Verkehrsteilnehmer gefunden worden. Dabei habe man einen besonderen Augenmerk auf die schwachen, mobilitätsbehinderten Verkehrsteilnehmer gehabt und gleichzeitig für die notwendige Verbesserung für den Radverkehr sorgen wollen.
Mit dem Ziel der barrierefreien Querung der Kreuzung im Sinne des Behindertengleichstellungsgesetzes, dem damit verbundenen ebenerdigen Zugang zum Finanzdienstleistungszentrum des Landes und der mobilitätsbehindertengerechten Erreichbarkeit der Haltestellen des öffentlichen Personennahverkehrs werde die gesamte Verkehrsführung am Altmarkt neu organisiert und an vorhandene und zukünftige Verkehrsabläufe angepasst. Dabei könnten für Kraftfahrzeuge, Straßenbahnen und Busse die sogenannten Verlustzeiten auf dem jetzigen Stand gehalten werden. Es gebe also keine Verschlechterungen für diese Gruppen. Für Fußgänger würden, so Dr. Lohse weiter, überwiegend direkte, ebenerdige und barrierefreie Querungen bei akzeptablen Wartezeiten geschaffen, so dass die nicht mehr zeitgemäßen Fußgängertunnel, die kaum soziale Kontrolle böten und städtebaulich unattraktiv seien, wegfallen könnten. Und auch für die Radfahrer könnten sichere, eindeutige Führungen bei akzeptablen Wartezeiten angelegt werden.
Die Kostensteigerung sei unter anderem aus konjunkturellen Gründen entstanden, die an laufenden Großprojekten der Region erkennbar seien. Die ursprünglichen Kostenschätzungen aus 2007, die durch ein externes Büro bestätigt worden seien, müssten nun an die allgemeinen Kostensteigerungen angepasst werden. Weitere technisch notwendige Ergänzungen, wie die komplette Fahrbahnsanierung der Fuldabrücke, die Platzgestaltung vor dem Zisselbrunnen und das Ergebnis von Bodengutachten beeinflussten zusätzlich die jetzt vorliegende Angebotssumme. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren habe die Ausschreibung der Maßnahme Mehrkosten von rund 50 Prozent gegenüber dem ursprünglichen Ansatz aus 2007 ergeben. Bei den vorliegenden Angeboten sei ebenfalls zu berücksichtigen, dass aus abwicklungstechnischen Gründen umfangreiche Arbeiten der Versorgungsträger, wie der Städtische Werke AG, zusätzlich in die Ausschreibung aufgenommen worden seien. Diese würden, da sie in keinem unmittelbaren Zusammenhang zu der originären Baumaßnahmen stünden, den städtischen Haushalt jedoch nicht belasten und direkt durch die Versorgungsträger beauftragt, erläuterte der Stadtrat weiter.
Die Mehrausgaben seien notwendig, um den Altmarkt wieder für alle Verkehrsarten leistungsfähig zu gestalten und den Umbau entsprechend der vielfältigen Anforderungen der Behindertenverbände und des Landes Hessen noch in diesem Jahr vornehmen zu können. „Das Projekt ist nach wie vor sinnvoll und auch wirtschaftlich“, meinte Dr. Lohse. Die Maßnahme sei mit dem Land Hessen abgestimmt und werde auch angesichts der Kostensteigerung weiter durch Zuwendungsgelder gefördert. Deshalb werde die Verwaltung die Bereitstellung der zusätzlich erforderlichen Haushaltsmittel beantragen.
Der Baubeginn sei für den Anfang der Sommerferien geplant, um Beeinträchtigungen für den Verkehr so gering wie möglich zu halten und die Maßnahme rechtzeitig vor dem documenta-Jahr 2012 beenden zu können, erklärte der Stadtrat abschließend.
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