07. Juni 2011. Im Frühsommer ist das Kakteenschauhaus im Botanischen Garten besonders sehenswert, da in dieser Zeit viele Kakteen blühen. Manche blühen mit kleinen Blüten für mehrere Tage, andere mit ganz großen Blüten nur für einige Stunden.
Zu letzteren gehört die ‚Königin der Nacht’, deren Blüten nur eine Nacht blühen. Botanisch heißt sie Selenicereus grandiflorus, was übersetzt ‚großblumiger Mondkaktus’ heißt.
In der kommenden Woche wird die Blüte der ‚Königin der Nacht’ im Botanischen Garten zu sehen sein. Aus diesem Anlass wird das Kakteenschauhaus im Botanischen Garten in den Abendstunden geöffnet sein, um Interessierte an diesem faszinierenden Ereignis teilnehmen zu lassen. Die kurzfristig – von der Blüte der ‚Königin der Nacht’ abhängigen – angesetzten Öffnungstermine des Kakteenschauhauses werden über die Tagespresse und im Internet unter www.stadt-kassel.de mitgeteilt.
Die ‚Königin der Nacht’ hat große weiß bis cremeweiße Blüten. Sie blüht gegen 21 Uhr stark duftend auf und verblüht schon nachts um zirka 3 Uhr. Das macht sie für Kakteenfreunde so besonders. Die ‚Königin der Nacht’ war 2009 der Kaktus des Jahres.
Betreut wird das Kakteenschauhaus von den Kakteenfreunden „Friedrich Ritter“. Die Kakteenfreunde lassen sich bis 1911 zurückverfolgen. Seit 1964 finden regelmäßige Treffen statt und seit 1982 tragen sie den Namen "Friedrich Ritter". Friedrich Ritter (1898 –1989) stammte aus Quentel (Hessisch Lichtenau), war Geologe und Botaniker sowie einer der bekanntesten Kakteenforscher. Heute sind die Kakteenfreunde in einem Freundeskreis zusammengeschlossen.
Das Kakteenschauhaus hat 175 m² Grundfläche und beherbergt zirka 1000 Kakteen in 300 Arten, etwa 200 andere Sukkulenten wie Agaven, Euphorbien, Gasterien, Stapelien, Conophyten und viele andere. Die Sukkulenten stammen fast alle vom afrikanischen Kontinent, blühen oft im Winter und sorgen auch in dieser Zeit für Attraktivität. Das Kakteenschauhaus wird seit September 2002 von aktiven Kakteenfreunden gepflegt. „Da wird Unkraut gezupft, umgepflanzt, verwelkte Blüten entfernt, gedüngt, gegossen, auf Schädlinge geachtet und auch einmal eine große Pflanze zurückgeschnitten oder unten abgesägt, damit sie wieder neu austreibt,“ so Christine Böhm, die Vorsitzende der Kakteenfreunde.
Die Kakteenfreunde unterhalten das Schauhaus durch Spenden und den Verkauf von Pflanzen und Kakteensubstrat im Haus. Sie beteiligen sich auch an den Pflanzenbörsen im Botanischen Garten. Von dem eingenommenen Geld werden neue, attraktive Pflanzen gekauft, für die winterharten Kakteen im Außenbereich eine Abdeckung gebaut sowie Dünger und Gartengeräte angeschafft. Nach einigen Einbrüchen war die Installation einer Überwachungsanlage notwendig. Der Botanische Garten und die Kakteenfreunde freuen sich über engagierte Pflanzen- und Kakteenfreunde, die Interesse an ehrenamtlicher Tätigkeit im Kakteenschauhaus haben.
Eine weitere Sehenswürdigkeit im Kakteenschauhaus ist die große Agave im Eingangsbereich. Sie wurde bereits 1955 auf der Bundesgartenschau in Kassel gezeigt. Heute ist sie etwa 65 Jahre alt und die spannende Frage ist, ob und wann sie blüht. Da sie nach der Blüte stirbt, wartet niemand wirklich auf dieses Ereignis.
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