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documenta-Stadt Kassel

OB Hilgen würdigt beispielhaftes soziales Engagement von verstorbener Margarete Riemenschneider

19. Juli 2011. „Ihr großes soziales Engagement wird der Gesellschaft ebenso fehlen wie ihre fröhliche und lebensbejahende Art“, so reagierte Oberbürgermeister Bertram Hilgen im städtischen Pressedienst auf den Tod der Künstlerin und Wohlstifterin Margarete Riemenschneider, die am vergangenen Samstag im Alter von 94Jahren verstorben ist. Er selbst habe Margarete Riemenschneider als Kasseler Persönlichkeit kennen gelernt, deren bespielloses Wirken für die Belange ihrer Mitmenschen über das normale Maß hinausging. „In ihrem Einsatz für Andere, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, war sie stets ein Vorbild“, würdigte OB Hilgen die Verstorbene.

Margarete Riemenschneider kam am 23. Januar 1917 in der Kasseler Altstadt zur Welt. Dort wurde sie auch im frühen Alter von fünf Jahren für das Kinderballett am Staatstheater entdeckt. Schon früh trug sie mit ihrer Auftrittsgage zum Lebensunterhalt der Familie bei. Aufgrund der konträren politischen Einstellung ihres Vaters in der Zeit des Nazi-Regimes endete ihre Karriere zunächst sehr früh. Doch ihr großes Talent und ihr Fleiß brachten sie nach Kriegsende als Tänzerin und Opernsängerin zurück auf die Bühne.

Ruhestand sei für Margarete Riemenschneider bis ins hohe Alter ein Fremdwort gewesen, erklärte Hilgen. Im Gegenteil, sie sei nach ihrer aktiven Zeit als Künstlerin „für die gute Sache unentwegt auf Achse gewesen“. Nachdem sie einmal erlebte, wie vorbildlich Mitarbeiter der Bahnhofsmission des Diakonischen Werkes sich unentgeltlich um die Ärmsten der Gesellschaft kümmerten, stand ihr Entschluss fest. Sie gründete mit großem finanziellen Engagement eine eigene Stiftung, die seitdem ihren Namen trägt. Alle Erträge daraus kamen der sozialen Arbeit der Bahnhofsmission, der Tagesaufenthaltsstätte Panama des Vereins Soziale Hilfe und dem Seniorenzentrum Renthof der Sozialgruppe Kassel zugute. Fortan suchte sie Mitstreiter, sammelte Gelder, organisierte Wohltätigkeitsveranstaltungen, trat als Sängerin auf oder backte Waffeln und verkaufte diese am Bahnhof.

„Nie hat Margarate Riemenschneider ihre Liebe zur Kultur, zu Musik, Tanz und Gesang verloren“, sagte der OB. Vielmehr habe sie sich bis zuletzt auch der Förderung junger Musiktalente gewidmet. Im Jahr 2008 rief sie darum ihre zweite Stiftung ins Leben, die „Kinder-Kunst-Förderung“.

Mit Margarate Riemenschneider verliere die Stadt Kassel eine starke Frau, die sich durch ihr soziales Engagement und den Einsatz für den Kulturnachwuchs einen festen Platz in den Herzen der Menschen erobert habe, sagte Oberbürgermeister Hilgen abschließend.



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