17. Januar 2012. Ein Sonderkonzert mit Tianwa Yang (Violine) findet am Montag, 23. Januar, 19 Uhr, im großen Saal der Musikakademie, Karlsplatz 7, statt. Bei dem Konzert spielt Tianwa Yang die sechs Sonaten für Violine solo, Op. 27 von Eugène Ysaÿe (1858-1931). Der Eintritt beträgt sieben Euro (vier Euro ermäßigt für Studierenden und Schwerbehinderte gegen Vorlage eines Ausweises).
Zur den Studienangeboten der Musikakademie der Stadt Kassel zählen die sogenannten „Meisterklassen“ für Studierende, zu denen Gastdozenten eingeladen werden. Von diesen kurzfristigen Begegnungen arrivierter und angehender Musiker können wertvolle Impulse für die weitere Entwicklung der Studierenden ausgehen. Den Reigen der Meisterklassen 2012 eröffnet die „Interpretationswerkstatt Violine“ mit der jungen chinesischen Geigerin Tianwa Yang. Sie wurde 1987 in Peking geboren. Ihren ersten Violinunterricht erhielt sie im Alter von vier Jahren. Schon bald gewann sie erste Preise bei nationalen Wettbewerben und bereits mit 13 Jahren spielte sie als bisher weltweit jüngste Interpretin die 24 Capricen von Paganini auf CD ein. 2001 gab sie ihr Europa-Debüt, seit 2003 lebt sie in Deutschland. Konzerte unter anderem in München, Hamburg, Leipzig, Berlin, London, Paris, St. Petersburg, Chicago, Auckland, Hongkong sowie Rundfunkproduktionen und Live-Übertragungen prägten die folgenden Jahre. Ein besonderer Höhepunkt war Yangs sensationeller Erfolg 2008 mit dem Detroit Symphony Orchestra. Seitdem stehen Einladungen zu Festivals ebenso auf der Agenda von Tianwa Yang wie Konzerte unter anderem mit dem MDR-Sinfonieorchester, der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken, dem BBC Philharmonic Orchestra, dem Baltimore Philharmonic Orchestra, dem Seattle Symphony Orchestra und dem Orchestre National d’Île de France. Dabei arbeitet sie mit namhaften Dirigenten wie Günther Herbig, Vassily Sinaisky, Gerard Schwarz, Marc Albrecht, JoAnn Falletta und Yoel Levi zusammen. Nach Abschluss des auf acht CDs eingespielten Gesamtwerkes für Violine und Klavier bzw. Orchester von Pablo de Sarasate sowie der CD-Aufnahme der Acht Jahreszeiten (Vivaldi/Piazzolla) hat Tianwa Yang die Violinkonzerte von Mendelssohn eingespielt.
„diese junge Frau könnte den Teufel übertrumpfen“ --- The Seattle Times
Für 2011/12 sind CDs mit den Werken für Violine und Klavier von Wolfgang Rihm und mit den sechs Solosonaten von Eugène Ysaÿe geplant. 1858 in Lüttich geboren, gab Eugène Ysaÿe schon in jungen Jahren zu großen Hoffnungen Anlass. Studien führten ihn zu den bedeutendsten Violinlehrern seiner Zeit, zu Henri Wieniawski nach Brüssel und Henri Vieuxtemps nach Paris. Seine erste Anstellung fand Ysaÿe hingegen in Berlin, wo er 1879 Konzertmeister der Bilseschen Kapelle (den nachmaligen Berliner Philharmonikern) wurde. „Ysaye stand [...] auf einsamer Höhe, alle seine geigenden Zeitgenossen turmhoch überragend, eine Klasse für sich", befand sein jüngerer Kollege Carl Flesch später neidlos. Auch die zeitgenössischen Komponisten teilten diese Ansicht und widmeten ihm bedeutende Werke, wie beispielsweise Cesar Franck (Sonate für Violine und Klavier A-Dur,1886). Als er aufgrund gesundheitlicher Probleme seine künstlerische Tätigkeit einschränken musste, entstanden mehr und mehr eigene Kompositionen, v.a. Violinsolo- und Kammermusik, aber auch Kompositionen für Violine und Orchester (u.a. acht Violinkonzerte), die allesamt der Musiksprache der Spätromantik verbunden sind. Sechs Geiger, denen er auch freundschaftliche verbunden war, porträtierte er in den Six sonates pour violon seul op.27 aus dem Jahr 1924. Die Zahl 6 deutet auf eines der Hauptwerke der Violinliteratur, auf Johann Sebastian Bachs um 1720 komponierte Sei Soli, den Sonaten und Partiten für Violine solo BWV 1001-1006. Auch stilistisch ist der Bezug auf Bachs Zyklus offenkundig und offenbart sich in den melodischen Gesten, dem latenten und tatsächlichen Kontrapunkt, den dramatisch konturierten Arpeggienfeldern und den wuchtigen, bis zu sechsstimmigen (!) Akkordblöcken. So wirken Bachs und Ysaÿes Zyklen heute gleichberechtigt und formbildend für die Gattung der unbegleiteten Solowerke für Streichinstrumente.
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