24. Mai 2012. Knapp ein Jahr nach dem Tod des am 28. Mai 2011 im Alter von 95 Jahren verstorbenen früheren Leiters der Hessischen Brandversicherungsanstalt Hans Mangold hat das Stadtarchiv Kassel den ihm überlassenen Nachlass von elf Umzugskartons aufgearbeitet und erschlossen.
Die Überlieferung beinhaltet vielfältige Unterlagen zur beruflichen und ehrenamtlichen Tätigkeit Mangolds, wobei der zeitliche Schwerpunkt in den 1960er bis 1990er Jahren liegt. Enthalten sind unter anderem umfangreiche Korrespondenzen, Manuskripte, Reden und Redeentwürfe, Gedichte, Notizhefte, Akten zu verschiedenen kulturellen Projekten sowie zu seiner Tätigkeit in der Historischen Kommission Hessens und in weiteren Vereinen und Gesellschaften.
Der Nachlass ermöglicht nicht nur umfangreiche Einblicke in das Leben und Wirken von Hans Mangold, sondern stellt zugleich auch eine spannende Ergänzung zur Überlieferung des städtischen Kulturamts dar. Er zeigt in exemplarischer Weise, wie die Kulturpolitik in Kassel seitens des Bürgertums wahrgenommen wurde, wie es sich vernetzte und Einfluss zu nehmen suchte.
Der Bestand konnte in den vergangenen Monaten dank einer Spende der Sparkassenversicherung durch die studentische Mitarbeiterin Jennifer Ulrich erschlossen werden. Er ist nun in HADIS online recherchierbar und im Stadtarchiv Kassel einsehbar.
Sehen Sie dazu: http://www.hadis.hessen.de/scripts/HADIS.DLL/home?SID=64F4-35DC898-C2B4F&PID=5637
Zur Person: Hans Mangold Hans Mangold wurde am 3. September 1915 in Verden geboren und wuchs in Kassel auf. Nach der juristischen Ausbildung wirkte er zunächst lange Jahre als Rechtsanwalt, bis er 1963 das Amt als Direktor der Hessischen Brandversicherungsanstalt, des Vorgänger-Unternehmens der SV-Sparkassenversicherung, antrat. In dieser Funktion gestaltete er zwölf Jahre lang die wirtschaftspolitische Entwicklung Nordhessens mit.
Ebenso bedeutsam war sein kulturelles Engagement. In seinem Amt als Direktor der Brandkasse gelang es ihm, seine berufliche Tätigkeit mit der Förderung des kulturellen Lebens der Region in Einklang zu bringen. 1963 wurde Mangold Vorsitzender des Hessischen Museumsverbandes, von 1968 bis 1974 war er zudem beratendes Mitglied des Aufsichtsrates der documenta-GmbH. Darüber hinaus war er in der Historischen Kommission für Hessen, im Landesdenkmalbeirat und dem Kuratorium für den Hessischen Kulturpreis tätig.
Zentrales Anliegen Mangolds war stets die Professionalisierung der Museumslandschaft und die Förderung zahlreicher kultureller Projekte. Unter anderem begründete er 1973 die Bürgerinitiative „Pro Museum Fridericianum und Pro Orangerie“ mit, die sich jahrelang für die erneute Nutzung des Fridericianums als Ausstellungsort und den Wiederaufbau der Orangerie einsetzte. Der Initiative gelang es, innerhalb weniger Monate knapp 10.000 Unterschriften für diese Maßnahmen zu sammeln und eine intensive kulturpolitische Diskussion auszulösen. Ein Teilerfolg war der zwei Jahre später beginnende Wiederaufbau der Orangerie. Sein Engagement setzte Mangold auch nach der Pensionierung fort, unterstützte und begleitete er doch unter anderem in den 1990er Jahren den Ausbau der Museumslandschaft in Thüringen.
Hans Mangold zählte zu den führenden Personen des Kasseler Kulturlebens und galt als profilierter Mahner und Förderer der Museumspolitik des Landes. Für sein vielfältiges Engagement erhielt Hans Mangold unter anderem die Goethe-Plakette, den Wappenring der Stadt Kassel und das Große Bundesverdienstkreuz.
Nach seinem Tod wurde sein Nachlass im November 2011 als Schenkung an die drei Kasseler Kulturinstitutionen documenta Archiv, Stadtmuseum und Stadtarchiv übergeben. Das Stadtmuseum erhielt ein Ölgemälde und das documenta Archiv eine Mappe mit Briefen, der größte Teil des Nachlasses gelangte jedoch in Form von den elf Umzugskartons in das Stadtarchiv.
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