14. August 2012. Der Arnold-Bode-Preis geht in diesem Jahr an den documenta-Künstler Thomas Bayrle. Dies teilte Oberbürgermeister Bertram Hilgen im städtischen Pressedienst mit, nachdem der Magistrat am Montag über die Vergabe des Preises entschieden hatte.
Der Preis, der nach dem Vater der documenta, Arnold Bode, benannt wurde, ist mit einem Preisgeld von 10.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre sowie zusätzlich in documenta-Jahren an bedeutende Künstlerinnen und Künstler der Gegenwart vergeben.
Thomas Bayrle wurde 1937 in Berlin geboren, lebt seit langem in Frankfurt am Main und hat dort bis 2002 an der Städelschule gelehrt. Mit einer schon räumlich überwältigenden Installation aus zwei großformatigen Wandbildern - „Carmageddon“ und „Flugzeug“ - sowie einer Anzahl rotierender Flugzeug- und Automotoren hat Thomas Bayrle im Rahmen der d (13) in der documenta-Halle einen Aufsehen erregenden Akzent gesetzt. Es ist zugleich ein künstlerischer Höhepunkt seiner erfindungsreichen, immer wieder überraschenden und erhellenden Beschäftigung mit dem Strukturprinzip der permanenten Wiederholung des Gleichen als emblematischen Charakterzug unserer Massengesellschaft, ob es nun den Verkehr, den Konsum oder die Medien betrifft. Zu aller Verwunderung bezieht Thomas Bayrle diesmal auch noch Rosenkranzgesang als religiös-meditatives Ritual mit ein und unterläuft damit einmal mehr eine einengende, nur gesellschaftskritische Betrachtungsweise seiner Kunst.
Die Preisverleihung findet am Freitag, 14. September, in der documenta-Halle statt. Laudatorin ist die künstlerische Leiterin der dOCUMENTA (13), Carolyn Christov-Bakargiev.
Sie kommentiert die Entscheidung des Kuratoriums so: „Ich freue mich, dass wir den Arnold-Bode-Preis 2012 an Thomas Bayrle gegeben haben, einen wahren Revolutionär, der unbeirrt und konsequent die Malerei und unsere Wahrnehmung von Form und Bedeutung verändert hat – durch die Umkehrung des von Kraft und Macht dominierten Mechanischen und Seriellen in visuelle, optische und physische Werkzeuge der Befreiung. Diese documenta feiert seine über fünfzigjährige künstlerische Entwicklung hin zu einem Künstler von Weltrang, der heute noch so viele junge Künstler in Deutschland und in aller Welt beeinflusst und inspiriert durch seine Vision.“
Dem Kuratorium der Arnold-Bode-Stiftung gehören als Vorsitzender Heiner Georgsdorf sowie als Mitglieder Carolyn Christov-Bakargiev, E. R. Nele, geborene Bode, Dr. Klaus Lukas und Alfred Nemeczek an. Ehrenvorsitzender des Gremiums ist Karl-Oskar Blase.
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