25. September 2012. Mit der Ehrenmedaille des Senats der Republik Italien und einer weiteren der Italienischen Stadt Pescantina wurden jetzt in der Stadt nahe Verona der Kasseler Professor Dr. Dietfrid Krause-Vilmar, Diodoro Cocca, Präsident des „Comitato d´intesa di Kassel“, und der Leiter des Haupt- und Bürgeramtes der Stadt Kassel Hans-Jochem Weikert geehrt. Krause-Vilmar und Weikert erhielten die Auszeichnung auf Vorschlag des „Comitato d’Intesa di Kassel“, weil sie sich besonders für die Verständigung der Völker engagiert hätten.
Im Rahmen der Gedenkveranstaltung in Italien, an der als Vertreterin der Stadt Kassel Stadträtin Brigitte Bergholter wie auch Fernando Conte vom Zentralausschuss „Comitato d’Intesa di Kassel“ teilnahmen, wies die Stadträtin darauf hin, dass Pescantina und Kassel der Umstand verbinde, dass hier wie dort eine bewusste, den historischen Geschehnissen verantwortliche Gedenkkultur gepflegt werde.
Krause-Vilmar gilt in Kassel und weit darüber hinaus als ausgewiesener historischer Experte für die Geschichte des dritten Reiches und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Wie kein anderer hat er auf regionaler Ebene mit seiner wissenschaftlichen Forschungsarbeit dazu beigetragen, Taten und Täter zu benennen und die Hintergründe der Unrechtstaten und Verbrechen aufzuarbeiten und zu beleuchten. Dank seiner Erkenntnisse wurde es möglich, Opfern ihre Identität und damit auch ihre Würde zurückzugeben. Dies gilt auch für die 78 ermordeten italienischen Zwangsarbeiter, die am Ostersamstag 1945 am Bahnhof Wilhelmshöhe hingerichtet wurden. Dass es heute in Kassel nahe am Ort eine würdevolle Gedenkstätte für diese Menschen gibt, ist auch der Forschungsarbeit von Krause-Vilmar zu danken.
Hans-Jochem Weikert setzt sich seit vielen Jahren für die deutsch-italienische Verständigung ein und dies weit über seine berufliche Arbeit hinaus. Seit vielen Jahren ist Weikert die Schnittstelle zur italienischen Gemeinde in Kassel und der Region Nordhessen, bei der er besonders die Zusammenarbeit mit dem „Comitato d’Intesa di Kassel“ pflegt. Die Vereinigung mit Cocca an der Spitze hat gemeinsam mit allen Mitstreitern in langjährigem Engagement unter anderem erreicht, dass Italiener und Deutsche gemeinsam alljährlich der unmenschlichen Tat des 31. März 1945 und der Menschen, die dabei ihr Leben verloren, gedenken. Dass viele hundert Italiener in den vergangenen Jahren Kassel besucht haben, dabei viele Kontakte und auch Freundschaften im Laufe der Zeit entstanden sind, ist auch ein Verdienst Coccas und Weikerts. Dadurch sind inzwischen auch freundschaftliche Kontakte zwischen Kassel und verschiedenen norditalienischen Kommunen entstanden. Dabei wurden aus ehemaligen Kriegsgegnern Freunde, denen man aufgeschlossen, versöhnlich und mit Respekt und großer Herzlichkeit begegnet ist.
Oberbürgermeister Bertram Hilgen unterstrich im städtischen Pressedienst die Bedeutung der Auszeichnung für die Geehrten aber auch für die Stadt Kassel. Sie sei ein Beleg dafür, dass sich Friedensarbeit lohne. Diese sei jedoch nur dann erfolgreich, wenn die Menschen sich kennen und schätzen lernten und den Kontakt zueinander pflegten.
Stadt Kassel
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Rathaus / Obere Königsstraße 8
34112 Kassel
Telefon: 0561 / 787-1231 oder 0561 / 787-1232
Telefax: 0561 / 787-87
E-Mail: presse@kassel.de
Pressesprecher Ingo Happel-Emrich
Kassel und die Region im Internet: www.kassel.de
Die Stadtverwaltung im Internet: www.stadt-kassel.de
Die Pressestelle der documenta-Stadt Kassel ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie auch Mitteilungen weiterer Pressestellen abonnieren, Ihr Interessenprofil verwalten oder sich ganz aus dem Verteiler löschen.