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documenta-Stadt Kassel

Sanierung der Freibäder: Stellungnahme zur öffentlichen Diskussion

13. Februar 2013. Die Zukunft der Kasseler Freibäder ist derzeit Anlass einer breiten öffentlichen Diskussion. Dabei werden Behauptungen insbesondere durch den Vorsitzenden des Fördervereins Schwimmbad Bad Wilhelmshöhe e.V. aufgestellt, die für die Allgemeinheit schwer nachprüfbar sind und die notwendige Debatte durchaus mit Emotionen belasten. Aus Sicht der Stadt Kassel und der Städtische Werke Aktiengesellschaft sind fast alle Argumente sachlich nicht haltbar.

Mit einer ausführlichen Stellungnahme haben daher Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel und der Geschäftsführer der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV) und Generalbevollmächtigter der Städtischen Werke, Norbert Witte, jetzt in einem Pressetermin auf die Kritik des Fördervereins Schwimmbad Bad Wilhelmshöhe reagiert. Dabei erläuterte Stadtkämmerer Dr. Barthel als zuständiger Dezernent die Haltung und die Pläne des Magistrats und ging detailliert auf die Positionen und Forderungen des Fördervereins ein, die dieser in einem offenen Brief an die SPD Fraktionsmitglieder in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung veröffentlicht hat.

Wir stellen hier die Hauptargumente der Stadt Kassel und der Städtischen Werke dar

Die Stadt und die Städtische Werke AG haben kein Interesse an einer Luxussanierung und an künstlich in die Höhe getriebenen Kosten. Im Gegenteil sind auf Wunsch der Stadt Varianten ausdrücklich mit dem Ziel der Kostenreduzierung entwickelt worden. Großen Wert legen die Beteiligten jedoch auf eine realistische Kostenabschätzung, damit die notwendigen politischen Entscheidungen auf belastbaren Daten erfolgen.

Beim Sommerfest des Fördervereins Schwimmbad Bad Wilhelmshöhe e.V. am 16. August 2012 forderte Stadtkämmerer Dr. Barthel dazu auf, eigene Vorschläge zur Sanierung des Bades vorzulegen.

Dabei hat er allerdings auch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass in die Diskussion nur belastbare Aussagen und Planungen einbezogen werden können, die von einem anerkannten Büro fachlich bestätigt sind.

Dies ist zur Zeit noch nicht der Fall, da das durch den Förderverein beauftragte Büro SMP Ingenieure im Bauwesen GmbH (Karlsruhe) zwar erste Einschätzungen zum Zustand des 50-Meter-Beckens abgegeben hat, die aber im Ergebnis nicht belastbar sind.

Ausdrücklich bestätigt wurde von SMP, dass es sich bei der abgegebenen Stellungnahme nicht um ein Gutachten handelt, sondern lediglich um eine vorläufige Einschätzung ohne weitere Untersuchungen und Materialprüfungen.

Seit Monaten ist der Förderverein aufgefordert, eine belastbare Untersuchung vorzulegen, die den üblichen Qualitätsstandards entspricht. Eine weitergehende Beauftragung von SMP durch den Förderverein ist der Stadt Kassel bisher nicht bekannt.

Kosten in Höhe von 10 Millionen Euro für die Sanierung der Freibäder Bad Wilhelmshöhe und Harleshausen

Irrtümlich wurde tatsächlich von den Städtischen Werken in einer Folie mit Bruttozahlen argumentiert. Die Veröffentlichung der Modellvarianten mit den Bruttozahlen (d.h. inklusive Umsatzsteuer) wurde mit einem Schreiben vom 28. Juni 2012 korrigiert, das an die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung und die Fördervereine der Bäder Harleshausen und Bad Wilhelmshöhe ging.

Die Sanierungsvariante Freibad Bad Wilhelmshöhe wurde im Dezember 2012 auf 5,04 Millionen Euro Nettokosten berechnet; für das Freibad Harleshausen beläuft sich dieser Betrag auf 3,4 Millionen Euro.

Hier eine absichtliche Täuschung zu unterstellen, kann nur das Ziel haben, die Debatte um die Bäder mit Emotionen zu belasten. Tatsächlich werden auch ohne die Umsatzsteuer-Diskrepanz zehn Millionen Euro als Investitionssumme für beide Freibäder für realistisch gehalten, da immer eine Kostenvarianz von +/- 20 Prozent gegeben ist und auch die Baukostensteigerung bis zu einem möglichen Baubeginn bei rund zehn Prozent liegen kann.

Chloridwerte des 50-Meter-Beckens

Sowohl das Beratungs- und Projektsteuerungsunternehmen Constrata als auch das Statikbüro Reitz+Pristl haben übereinstimmend festgestellt, dass wegen der dreifach überhöhten Chloridwerte die Tragfähigkeit des Beckens nicht mehr gewährleistet ist.

Von Statikern ist zudem bestätigt, dass zwei Bohrkerne ausreichen, um dies beurteilen zu können.

Es gab kein Round-Table-Gespräch am 24. Januar 2013 zur Zukunft des Freibades Bad Wilhelmshöhe, sondern eine Besprechung, deren ausdrücklich vereinbarte Vertraulichkeit jetzt durch Professor Hottenrott gebrochen wurde.

Entgegen der Kostenberechnungen der KVC in Höhe von rund 5,04 Millionen Euro geht der Förderverein in einem bei diesem Termin vorgelegten Papier von Kosten in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro aus.

Bei dem vom Förderverein vorgelegten Papier handelt es sich allerdings weder um ein belastbares Gutachten noch um eine ernstzunehmende sachliche Einschätzung des baulichen Zustandes des Bades beziehungsweise der zu erwartenden Sanierungskosten.

„Ohne dem beauftragten Ingenieur seine fachliche Kompetenz als Gutachter absprechen zu wollen: Was hier vorgelegt wurde, ist lediglich eine Einschätzung, es handelt sich weder um eine gründliche Untersuchung noch eine Analyse der Bausubstanz und Statik. Ich kann nicht nachvollziehen, wie bei einem renommierten Büro solch eine Einschätzung zustande kommen kann“, so Witte.

Bei diesem Gespräch ist zudem deutlich geworden, dass es bisher keinen hinreichenden Informationsaustausch zwischen dem Förderverein und dem beratenden Architekturbüro ANP (Kassel) gegeben hatte. Die von Professor Hottenrott vorgelegte Kostenübersicht, nach der sich eine Sparvariante der Sanierung des Freibades Wilhelmshöhe auf rund 2,7 Millionen Euro belaufen sollte, war mit ANP weder abgestimmt, noch hatte das Büro überhaupt Kenntnis von dieser Kostenschätzung, sagte der Generalbevollmächtigte für Bäder bei den Städtischen Werken, Norbert Witte.

Die Aussage von Professor Hottenrott, dass eine erste Prüfung der KVC-Unterlagen durch ANP am 8. Februar 2012 erhebliches Sparpotenzial bei der Sanierung aufgezeigt hat, ist daher nicht nachvollziehbar.

Eine Sanierung des Freibades Wilhelmshöhe mit weniger als drei Millionen Euro basiert nicht auf seriösem Zahlenmaterial und entbehrt jeder Grundlage, die Berechnungen sind nicht nachzuvollziehen.

Was von den Aussagen des Hottenrott-Papieres übrig bleibt

Die von Prof. Hottenrott vorgelegte Kostenschätzung einer Sparvariante enthält lediglich Zahlen, die nicht nachvollziehbar sind. Gegenüber den bisher vorliegenden fundierten Analysen und Planungen handelt es sich dabei um vage Aussagen ohne konkrete Planungen und ohne realistische Kalkulationen.

Unabhängig davon, für welche Variante die Politik sich entscheidet: Eine grundhafte Sanierung oder der Neubau eines Bades müssen rund 30 Jahre halten und unter heutigen Ansprüchen dem Freizeitverhalten der Nutzer entsprechen sowie die Folgekosten kalkulierbar machen. Eine abschnittsweise Sanierung – wie vom Förderverein empfohlen – würde ‚Stückwerk mit provisorischen Lösungen‘ bedeuten, auch deutlich höhere Kosten verursachen und zudem mit hohen Kostenrisiken für die Zukunft verbunden ist.



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