04. Juli 2013. Eine präzise Bestandsaufnahme des Öffentlichen Personennahverkehrs in Kassel sowie die Definition von Standards und Möglichkeiten der Entwicklung liefert der Nahverkehrsplan, den die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) im Auftrag der Stadt Kassel fortgeschrieben hat. Der Entwurf des neuen Nahverkehrsplans wird jetzt in den Beratungsprozess gebracht. Er bildet die Grundlage, um bei der ebenfalls laufenden Erarbeitung des neuen Verkehrsentwicklungsplanes für die Stadt Kassel Strategien und konkrete Ziele für die künftige Entwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs formulieren zu können.
„Im Vergleich zu ähnlich strukturierten Städten verfügt Kassel bereits jetzt über ein sehr gutes ÖPNV-Angebot“, sagte Kassels Stadtbaurat Christof Nolda bei der Vorstellung des Nahverkehrsplan-Entwurfes. „Die Bewohnerinnen und Bewohner Kassels legen bereits mehr als 20 Prozent ihrer Wege mit Bussen und Straßenbahnen zurück.“
Ziel sei es, das ÖPNV-Angebot in Kassel noch attraktiver und damit für noch mehr Menschen noch besser nutzbar zu machen. Dabei gehe es weniger darum, das ÖPNV-Netz in der Fläche zu erweitern. Vielmehr müsse die Qualität und Effizienz gesteigert werden. Nolda: „Wir holen gerne die Menschen mit Bus und Tram ab, die bei uns einsteigen wollen.“ Ein attraktiver Öffentlicher Personennahverkehr, der von vielen Menschen genutzt werde, leiste einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. „Und er steigert die Lebensqualität der Menschen, die in Kassel wohnen und arbeiten“, sagte Nolda.
Der von der KVG erstellte Nahverkehrsplan (NVP) geht als nächstes in die Beratung der Träger öffentlicher Belange, erklärte Stadtbaurat Nolda. In der zweiten Jahreshälfte wird er in den politischen Gremien der Stadt beraten. Von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden soll der NVP zum Jahresende.
„Kassel hat, insbesondere auf den Hauptachsen, ein sehr dichtes ÖPNV-Angebot“, erklärte KVG-Vorstandsmitglied Dr. Thorsten Ebert. „Wenig Handlungsbedarf haben wir auch im Hinblick auf die Qualität unserer Busse und Bahnen, der Haltestellendichte, Barrierefreiheit und Fahrgastinformation.“ Defizite in der Taktdichte bestehen auf der Achse Wolfhager Straße - Innenstadt, an Samstagen spätnachmittags, in den sogenannten Tagesrandlagen und in Teilbereichen des Netzes aufgrund wechselnder Linienführung. „Das Netz aus Bus- und Bahnlinien ist über Jahrzehnte gewachsen“, erklärte Dr. Ebert. „Hier wollen wir die Transparenz verbessern, damit sich die Kunden ihre Fahrwege und Verbindungen einfacher merken können.“
In einigen Bereichen des Liniennetzes bestehe ein Überangebot. Dr. Ebert: „Dort bieten wir zusätzliche Fahrten an, ohne dass diese zu einer dem Aufwand angemessenen Verbesserung des Angebots für unsere Kunden führen.“ Dieses Potential könne man nutzen, um das Angebot in anderen Netzbereichen zu verbessern.
Der Nahverkehrsplan will folgende Akzente setzen: Das Netz soll klarer strukturiert werden
Es soll, in Abhängigkeit von der verkehrlichen Bedeutung einer Achse, ein dichter Bedienungstakt angeboten werden
Es sollen einheitliche Bedienungszeitfenster etabliert werden
Enheitliche Wegeketten sollen etabliert werden
Fahrzeiten sollen verkürzt werden
Inormationsbedarf soll abgebaut werden
Spitzenlasten sollen abgebaut werden
„Diese Reorganisation der vorhandenen Ressourcen ermöglicht uns, das bereits heute hochwertige Angebot insgesamt weiter zu entwickeln und an die Herausforderungen der Zukunft anzupassen“, sagte KVG-Vorstand Dr. Ebert. Und Stadtbaurat Nolda ergänzt: „Für die Kunden wird das ÖPNV-Netz transparenter und die Fahrzeiten attraktiver.“
Hintergrund Der Nahverkehrsplan ist ein Planungsinstrument auf strategischer Ebene. Er enthält auf der Ebene der Gesamtstadt die Eckpunkte, in deren Rahmen Detailkonzepte zu entwickeln sind. Bezogen auf den Gesamtverkehr, also alle Verkehrsarten, wird derzeit parallel dazu der Verkehrsentwicklungsplan erarbeitet. Im Verkehrsentwicklungsplan wird mit einem Planungshorizont bis 2030 die Aufgabe des ÖPNV im Gesamtverkehr der Stadt Kassel definiert. Der Planungshorizont des Nahverkehrsplans reicht bis 2018. Die konkrete Umsetzung bzw. Detailplanung der Konzepte erfolgt dann innerhalb eines weiteren Projektes zur strategischen Netzoptimierung. Alles in allem also drei unterschiedliche Projekte mit einem gemeinsamen Ziel: Der zukunftsfähigen Gestaltung des ÖPNV als integralem Bestandteil der Stadtentwicklung und damit als wichtigem Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt Kassel und zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Kassel.
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