16. Juli 2013. Das Gesundheitsamt Region Kassel weist auf die Wichtigkeit einer Schutzimpfung gegen Masern hin. Entgegen der immer noch verbreiteten landläufigen Überzeugung, dass Masern eine harmlose Kinderkrankheit seien, ist die Erkrankung an Masern gefährlich: Die Ansteckung mit dem Masern-Virus schwächt oft wochen- und monatelang das Immunsystem. Schwere Lungenentzündungen können die Folge sein. In einigen Fällen greift die Erkrankung auf das Gehirn des Patienten über und kann dort dauerhaft zu schweren geistigen Schäden führen.
Sicheren Schutz hiergegen bietet die Masern-Impfung, die bereits im Kleinkindalter erfolgen sollte. Sie kann jedoch auch bei Jugendlichen und Erwachsenen, die die Krankheit nicht durchgemacht haben und auch noch nicht geimpft wurden, nachgeholt werden Die Impfung gegen Masern ist gut verträglich und sicher. Sie kann von jedem Haus- oder Kinderarzt vorgenommen werden. Insbesondere sollten sich neben den Kindern auch Jugendliche und junge Erwachsene gegen Masern impfen lassen, bei denen eine Impfung in der Kindheit versäumt wurde. Damit schützen sie sich selbst, aber auch immungeschwächte Personen, die selbst nicht gegen Masern geimpft werden können, und Säuglinge, die zu noch zu jung sind für eine Impfung.
Das Gesundheitsamt der Stadt Kassel kontrolliert bei den Einschulungsuntersuchungen regelmäßig die Impfausweise. Auch wenn eine ausgesprochene Impfmüdigkeit eher nicht zugenommen hat, geht aus den dabei erhobenen Zahlen jedoch deutlich hervor, dass die Durchimpfungsrate von 95 Prozent zwar in den meisten Gemeinden des Landkreises, nicht aber in allen Stadtteilen Kassels erreicht wird (siehe www.gesundheitsamt.kassel.de unter Schuleingangsuntersuchungen, Ergebnisse). Ein ausreichender Schutz vor Maser-Epidemien ist hierdurch nicht gegeben. Ein massenhaftes Krankheitsgeschehen, wie es immer wieder auch in Deutschland vorkommt, ist daher in Kassel und der Region jederzeit auch möglich.
Hintergrund Durch steigende Impfquoten ist von 2000 bis 2011 die Anzahl der an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich übermittelten weltweit aufgetretenen Masernfälle um rund 60 % zurückgegangen. Starben im Jahr 2000 weltweit noch etwa 540.000 Menschen aufgrund der Masern, so waren es im Jahr 2011 nur noch etwa 160.000 Menschen.
Auch in Deutschland sind die Masern-Fälle zurückgegangen, aber leider können wir uns noch nicht als masernfrei bezeichnen. Dafür müssten Impfquoten von mindestens 95 % für zwei Impfungen mit einem Masern-/Röteln-Kombinationsimpfstoff erreicht werden. Sinnvollerweise wird die Masern-Impfung heutzutage mit der Mumps- und Röteln-Impfung in einer Spritze kombiniert.
Auch bei der Mumps-Erkrankung, im Volksmund Ziegenpeter genannt, kann es zu Komplikationen kommen. Da häufig die Keimdrüsen betroffen sind, entsteht nicht selten im weiteren Lebensalter eine Zeugungsunfähigkeit. Dritter im Bunde dieser gefährlichen Erkrankungen ist das Röteln-Virus. Es führt im Falle einer Infektion in der Frühschwangerschaft häufig zu schwersten Missbildungen des ungeborenen Kindes.
Stadt Kassel
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Rathaus / Obere Königsstraße 8
34112 Kassel
Telefon: 0561 / 787-1231 oder 0561 / 787-1232
Telefax: 0561 / 787-87
E-Mail: presse@kassel.de
Pressesprecher Ingo Happel-Emrich
Pressesprecherin Petra Bohnenkamp
Kassel und die Region im Internet:www.kassel.de
Die Stadtverwaltung im Internet: www.stadt-kassel.de
Die Pressestelle documenta-Stadt Kassel ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren.