23. Oktober 2013. In der Zentralbibliothek des Rathauses wird die Ausstellung „weiß-schwarz – Was wäre wenn…Neue Perspektiven auf gewohnte Bilder“ mit einer Podiumsdiskussion am Donnerstag, 7. November, ab 19 Uhr eröffnet.
In dieser 2012 erstellten Ausstellung des Entwicklungspolitischen Netzwerks Sachsen wird mit Motiven und Rollenzuschreibungen gespielt. Unter anderem in der Spendenwerbung werden von Organisationen oft Fotos verwendet, die geläufige Stereotype bedienen. Die Funktionsweise der Bilder erschließt sich oft erst dann, wenn man die Ebenen vertauscht und die handelnden Personen ausgewechselt werden. Eine schwarze Person in einem weißen Flüchtlingslage oder schwarze Experten wie Ärzte, die weiße Menschen behandeln. Die Ausstellung stellt mit dem Vertauschen der Rollen die mediale Wirklichkeit auf den Kopf, irritiert und gibt Anlass dazu, die auch in der Entwicklungszusammenarbeit oft genutzte Bildsprache kritisch zu hinterfragen und bestimmte Stereotype zu reflektieren.
Die Moderation der Podiumsdiskussion übernimmt Laura Kaluza, Diplom-Pädagogin und Anti-Bias-Trainerin. Podiumsteilnehmer sind Nadége Azafack, Projektmitarbeiterin im Team der Ausstellungskonzeption des Entwicklungspolitischen Netzwerks Sachsen e.V. und Mitarbeiterin im ASA-Programm, und Privatdozent Dr. Aram Ziai von der Universität Kassel.
Der Karibu Welt- und Regionalladen bietet zur Eröffnung Information und Produkte aus dem fairen Handel an.
Der Eintritt zur Podiumsdiskussion und zur Ausstellung ist frei.
Entwicklungszusammenarbeit wird häufig mit wohltätigem Handeln gleichgesetzt. Viele Menschen engagieren sich ehren- oder hauptamtlich in der Bildungsarbeit oder in Projekten vor Ort. Doch in den vergangenen Jahren gibt es zunehmend Kritik an dieser Arbeit: Ist sie (teilweise) berechtigt? Ist Entwicklungszusammenarbeit noch ein weißes, gar neo-koloniales Projekt?
In der Podiumsdiskussion wird die Entstehung der Ausstellung „weiss-schwarz“ beleuchtet und über Konzepte und Ideen gesprochen, die hinter dem Begriff „Entwicklung“ stehen. Dabei geht es um den europäischen Kolonialismus, das Bedürfnis der Machtausübung oder die Stärkung der eigenen Wirtschaft. Warum meinen wir zu wissen, wer sich wo und wie zu entwickeln hat? Was heißt eigentlich „Entwicklung“? Wer bestimmt über die Verteilung von Ressourcen? Was können und sollten wir vom globalen Süden lernen? In der Diskussion geht es nicht darum, eine Rundumkritik der gegenwärtigen Entwicklungszusammenarbeit zu formulieren. Es sollen alternative Perspektiven und Möglichkeiten der Zusammenarbeit vorgestellt werden, gerade unter Einbeziehung von in Deutschland lebenden Migranten – und Diasporaorganisationen.
Zur Ausstellung: Stellen wir uns vor, wir leben in einer Welt, in der jeder die gleichen Rechte und Möglichkeiten hat – unabhängig von der Hautfarbe. Dann könnte jeder jede Rolle einnehmen und wir wären nicht überrascht. Welche Bilder haben wir eigentlich im Kopf und wie bestimmen sie unsere Wahrnehmung von Schwarzen und Weißen?
Die Kooperationspartner/innen der Ausstellung in Kassel sind: Entwicklungspolitisches Netzwerk Hessen e.V., Karibu Welt- und Regionalladen Kassel, BENGI e.V., Deutsch-Äthiopischer Verein e.V., Kulturzentrum Schlachthof, NECOFA (Network for Ecofarming in Africa), Referat Weltmission und Partnerschaft der EKKW, Sozialer Friedensdienst Kassel e.V., Ausländerbeirat Kassel, Zukunftsbüro der Stadt Kassel und Stadtbibliothek Kassel
Die Ausstellung ist vom 7.11. bis 18.11.2013 während der Öffnungszeiten der Zentralbibliothek (Mo, Di, Do und Fr 11 bis 18 Uhr, Mi und Sa 10 bis 13 Uhr) zu sehen.
Ab Dienstag, 19.11.2013 ist die Ausstellung im Karibu Welt-und Regionalladen, Oberste Gasse 30, zu sehen.
Stadt Kassel
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Rathaus / Obere Königsstraße 8
34112 Kassel
Telefon: 0561 / 787-1231 oder 0561 / 787-1232
Telefax: 0561 / 787-87
E-Mail: presse@kassel.de
Pressesprecher Ingo Happel-Emrich
Pressesprecherin Petra Bohnenkamp
Kassel und die Region im Internet: www.kassel.de
Die Stadtverwaltung im Internet: www.stadt-kassel.de
Die Pressestelle der documenta-Stadt Kassel ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie auch Mitteilungen weiterer Pressestellen abonnieren, Ihr Interessenprofil verwalten oder sich ganz aus dem Verteiler löschen.