25. Juli 2014. Die Erarbeitung guter Bedingungen für die inklusive Beschulung stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung, zu der die Stadt Kassel und das Staatliche Schulamt am vergangenen Dienstag, 22. Juli, eingeladen hatten.
Ziel ist die gemeinsame Erarbeitung eines Rahmenkonzeptes zur inklusiven Bildung in Kassel. Schuldezernentin Anne Janz: „Wir müssen und wollen die inklusive Bildung in Kassel in machbaren Schritten und unter Beteiligung möglichst vieler Akteure umsetzen. Deshalb haben wir Schulleiterinnen und Schulleiter aller Schulformen, Eltern-, Schüler- und Lehrervertreterinnen und -vertreter, Interessenvertretungen der Behinderten sowie Vertreterinnen und Vertreter der Universität, des Staatlichen Schulamtes und alle bei der Stadt beteiligten Ämter eingeladen. Der Kreis der Teilnehmer wurde so ausgewählt, dass wir auf ein breites Fach- und Erfahrungswissen zurückgreifen können.“
Hintergrund ist die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, zu der sich die Bundesrepublik Deutschland und auch das Bundesland Hessen verpflichtet haben. Die Ratifizierung der Konvention hat bereits zu Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen für die hessischen Schulen geführt. Nach dem Hessischen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention sollte in Zukunft der Anteil an inklusiver Beschulung deutlich steigen und die Förderschulbesuchsquote auf 4 Proeznt der Schülerinnen und Schüler abgesenkt werden.
Um das gesteckte Ziel zu erreichen, erarbeiten die Stadt und das Staatliche Schulamt zurzeit die Vertragsgrundlagen für die Anerkennung als „Modellregion Inklusive Bildung“. „Die Eckpunkte, die das Land Hessen für die Modellregionen Inklusive Bildung vorgegeben hat, sind auch die Vorgaben, an denen wir uns bei der Erarbeitung des Rahmenkonzeptes für die Inklusive Bildung in Kassel orientieren“, erklärte Schuldezernentin Janz. Danach ist im Zeitraum vom Schuljahr 2015/16 bis zum Schuljahr 2020/21 eine flächendeckende inklusive Beschulungsmöglichkeit für alle Förderschwerpunkte in Kassel umzusetzen und im Gegenzug das Förderschulangebot sukzessive abzubauen.
Damit Eltern aber weiterhin ein Wahlrecht haben, wird es in Kassel auch in Zukunft ein stationäres Angebot für jeden Förderschwerpunkt geben. Die dafür möglichen und nötigen schulorganisatorischen Maßnahmen werden zurzeit vom Staatlichen Schulamt und vom Schulträger Stadt Kassel geprüft. Sie sind Teil der Schulentwicklungsplanung und werden in den politischen Gremien der Stadt beraten und beschlossen. Darüber hinaus soll ein Kompetenzzentrum für Inklusion eingerichtet werden, das in enger Kooperation mit dem Jugendamt und dem Sozialamt arbeitet. Helga Dietrich vom Staatlichen Schulamt und Stadträtin Anne Janz sind sich einig: „Wir wollen das künftige inklusive System im Interesse aller Kinder so gut wie möglich gestalten. Dafür reicht es nicht aus, zu sagen, wann welche Förderschule umgewandelt oder geschlossen wird. Wir brauchen vor allem auch ein Rahmenkonzept, das gemeinsame Antworten darauf gibt, wie Inklusion an unseren Regelschulen in Zukunft konkret umgesetzt und gelebt werden kann.“
Janz weiter: „Wir sind uns sicher, dass der Prozess nicht nach fünf Jahren abgeschlossen sein wird. Es liegt ein langer Weg vor uns. Wir müssen uns heute gemeinsam auf den Weg begeben um in Zukunft eine qualitativ hochwertige, an den Schülerinnen und Schülern ausgerichtete, inklusiven Beschulung anbieten zu können. Die jetzt eingesetzten Arbeitsgruppen zur Erarbeitung eines Rahmenkonzeptes „Inklusive Bildung in Kassel“ bieten die Gewähr dafür, gute fachliche Lösungen zu entwickeln.“
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