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21 neue Stolpersteine erinnern in Kassel an Opfer des Nationalsozialismus

04. September 2014.

21 neue Stolpersteine verlegt am heutigen Donnerstag in Kassel der Bildhauer Gunter Demnig im Zusammenwirken mit dem Verein „Stolpersteine in Kassel“. Die Kunstaktion will „die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, der Zigeuner, der politisch Verfolgten, der Homosexuellen, der Zeugen Jehovas und der Euthanasieopfer im Nationalsozialismus lebendig halten“. sagt der Kölner Künstler zu seiner mittlerweile europaweit bekannten Aktion. „Ein Mensch ist erst dann vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“

In Anwesenheit von Oberbürgermeister Bertram Hilgen werden dabei heute am Verbindungsweg zwischen Schäfer- und Müllergasse im Stadtteil Wesertor auch die Stolpersteine für das Ehepaar Sara und Rudolf Nussbaum verlegt. Hilgen würdigt in diesem Zusammenhang die Opfer und erinnerte beispielhaft an Kassels Ehrenbürgerin Sara Nussbaum: Sie wurde 1942 mit dem letzten Transport aus Kassel in das Konzentrationslager Theresienstadt gebracht, wo sie 31 Monate aufopferungsvoll tausende todkranke Häftlinge pflegte und ihnen seelisch beistand. Es mute fast übermenschlich an, was Sara Nussbaum geleistet habe. Mit weiteren Häftlingen kam sie im Februar 1945 auf Initiative eines Schweizer Politikers frei, gelangte zunächst in die Schweiz und kehrte 1946 in ihre Heimatstadt zurück. Ihr Mann war 1934 von SA-Leuten so schwer misshandelt worden, dass er an seinen Verletzungen starb. Sara Nussbaum wurde von der Stadt Kassel 1956 als erste Frau mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet.

Die Kunstaktion von Gunter Demnig hat inzwischen weite Kreise gezogen: Stolpersteine gibt es bereits in rund 1000 Städten und Gemeinden nicht nur in Deutschland, sondern auch in zahlreichen anderen europäischen Ländern. Vor Hauseingängen, auf Bürgersteigen oder Straßen rufen sie die Namen von bislang mehr als 40.000 Verfolgten an ihrem letzten Lebensmittelpunkt vor Flucht, Verfolgung oder Deportation in Erinnerung.

Die Stadt Kassel unterstützt diese Form des Gedenkens im öffentlichen Raum. Im Stadtgebiet gibt es mit dem heutigen Tag rund 50 Stolpersteine. Am Dienstag, 14. Oktober, sollen 13 weitere hinzukommen.

Weitere Informationen zu den Stolpersteinen in Kassel: http://www.kassel.de/stadt/geschichte/stolpersteine/

Weitere Informationen zu Sara Nußbaum: http://www.stadt-kassel.de/stadtinfo/jubilaeum/ehrenbuerger/weitere/17569/index.html.

 

Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Stephan Kaiser



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