26. Januar 2015. Frank Schulz erhält am Samstag, 31. Januar, um 17 Uhr im Kasseler Rathaus den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor aus den Händen von Oberbürgermeister Bertram Hilgen. Der Preis wird seit 30 Jahren von der Stiftung Brückner-Kühner und der Stadt Kassel vergeben. Zugleich erhält der Schweizer Autor Arno Camenisch den Förderpreis Komische Literatur.
Die Preise sind mit 10.000 bzw. 3.000 Euro dotiert. Die Kasseler Sparkasse unterstützt freundlich die Finanzierung.
Frank Schulz wird von dem Schriftstellerkollegen und Musiker Sven Regener gelobt, die Laudatio auf Arno Camenisch hält sein Verleger Urs Engeler. Beide Autoren geben in kurzen Lesungen Kostproben ihres Schaffens. Das Schlagzeug-Ensemble der Universität Kassel rahmt die Veranstaltung musikalisch. Zudem werden anlässlich des Jubiläums von Lesern eingesandte Lieblingszitate des Stifter- und Schriftsteller-Ehepaares Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner ausgestellt.
Die Feierstunde im Rathaus ist für alle Interessierten öffentlich. Da es keine Sitzplatzgarantie gibt, wird ein rechtzeitiges Erscheinen empfohlen.
Die Preisträger
Frank Schulz, Jahrgang 1957, hatte vor 15 Jahren auf Vorschlag von Stiftungsratsmitglied Harry Rowohlt den Förderpreis erhalten, was Frank Schulz mit zum Durchbruch verhalf. Zum 30. Geburtstag des Preises erhält er nun den Hauptpreis, weil er, wie es in der Begründung des Stiftungsrates heißt, mittlerweile zu den großen humoristischen Erzählern der Gegenwart gehört. Schulz spiele „meisterhaft auf der Klaviatur des Komischen, um menschliche Ab-gründe von Lust, Sucht und Versagen auszubreiten, Überlebens- und Palaverstrategien vorzuführen oder den allgegenwärtigen medialen Trash zu entsorgen.“ Frank Schulz wird aus seinem neuen Roman „Onno Viets und das Schiff der baumelnden Seelen“ vortragen. Das Buch erscheint offiziell am 9. Februar, wird jedoch bereits bei der Preisverleihung präsentiert.
Arno Camenisch, 1978 im Schweizerischen Kanton Graubünden geboren, schreibt Prosa, Lyrik und Bühnenstücke auf Deutsch und Rätoromanisch. Er wurde auf Vorschlag seines Verlegers Urs Engeler vom Stiftungsrat für den Förderpreis ausgewählt. In der Begründung heißt es: „Ganz unverbraucht entspringt das Komische hier einer poetischen und hochmusi-kalischen Wortkunst, die mehrere Sprachen überraschend ineinander schneidet, sie klanglich und rhythmisch mischt, Idiome gewitzt und eigenwillig verschriftlicht und dabei zu lakonisch zugespitzten Sätzen findet, von denen einer schöner klingt als der andere.“
Zum Hintergrund
Der Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor, 1985 erstmals vergeben, wurde der Stadt Kassel von der Stiftung Brückner-Kühner zum Geschenk gemacht. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wird Sprachkünstlern (im ersten Jahr-zehnt des Preises auch Literaturwissenschaftlern) zugesprochen, deren Werk sich auf hohem künstlerischem Niveau durch Humor, Komik und Groteske auszeichnet. Seit 1985 erhielten folgende Personen die Kasseler Auszeichnung: Loriot, Eike Christian Hirsch, Ernst Jandl, Wolfgang Preisendanz, Irmtraud Morgner, Ernst Kretschmer, Robert Gernhardt, Walter Hinck, Christoph Meckel, Volker Klotz, Hanns Dieter Hüsch, Karl Riha, Max Goldt, Franzobel, Ingomar von Kieseritzky, Peter Bichsel, George Tabori, Franz Hohler, Eugen Egner, Ror Wolf, Katja Lange-Müller, Gerhard Polt, F.W. Bernstein, Peter Rühmkorf, Herbert Ach-ternbusch, Thomas Kapielski, Ulrich Holbein, Wilhelm Genazino und zuletzt Dieter Hilde-brandt.
Der Förderpreis Komische Literatur zum Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor wurde bislang folgenden Personen verlie-hen: Frank Schulz (1999), Jochen Schmidt (2004), Tilman Rammstedt (2005), Jess Jochim-sen (2006/2007), Philipp Tingler (2008), Michael Stauffer (2009), Rebekka Kricheldorf (2010), Jan Neumann (2011), Tino Hanekamp (2012) und Wolfram Lotz (2013).
Die Jury bzw. der Stiftungsrat besteht aus der Lektorin Friederike Emmerling, der Lektorin Dr. Renate Jakobson, dem Schriftsteller Ingomar von Kieseritzky, dem Literaturwissenschaftler und Autor Christian Maintz, dem Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Dr. h.c. Walter Pape (Vorsitz), dem Übersetzer und Vortragskünstler Harry Rowohlt, dem Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Uwe Wirth und dem Direktor der Literaturwerkstatt Berlin Dr. Thomas Wohlfahrt.
Die Stiftung Brückner-Kühner vergibt seit 1985 den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor sowie seit 2004 regelmäßig auch den Förderpreis Komische Literatur. Sie wurde 1984 von dem Schriftstellerpaar Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner (beide 1921-1996) ins Leben gerufen und ist heute ein Literaturzentrum für die Kultur des Komischen, für zeitgenössische internationale Poesie sowie für die Erinnerung an Werk und Leben des Stifterpaares in dessen Wohnhaus. Geschäftsführender Kurator der Institution ist der Literaturwissenschaftler Dr. Friedrich Block.
Weitere Informationen unter www.brueckner-kuehner.de.
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