09. April 2015. Ein zentrales Ausstellungsobjekt wird auch im neuen Stadtmuseum das Modell sein, das Kassel nach dem verheerenden Bombenangriff vom 22.Oktober 1943 als Trümmerwüste zeigt. Die Kasseler Sparkasse übernimmt mit 10.000 Euro einen ersten großen Teil der Sanierungskosten für das in die Jahre gekommene Stadtpanorama. Das teile der Vorstandsvorsitzenden der Kasseler Sparkasse, Ingo Buchholz, bei einem gemeinsamen Termin mit Vorstandsmitgliedern des Vereins Freunde des Stadtmuseums Kassel e.V mit. "Das Modell dokumentiert eindrucksvoll, welche unfassbaren Zerstörungen Kassel im Krieg erlitten hat. Wir fördern gerne die Restaurierung des Modells, damit es den Besuchern des neuen Stadtmuseums als zentrales Ausstellungsobjekt präsentiert werden kann."
Häufig sind Besucher des Stadtmuseums, die den Krieg als Kind in Kassel erlebt haben, beim Anblick des Szene tief berührt. „Dieses Modell erklärt nicht nur sehr anschaulich, warum Kassel heute so anders ist als vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, es weckt auch Erinnerungen und Emotionen in den Betrachtern. Es ist auch ein wichtiges Anschauungsobjekt für die Generationen, die den Krieg selbst nicht erlebt haben“, sagte die Vorsitzende des Vereins Freunde des Stadtmuseums, Gabriela Wolff-Eichel.
Auch im neuen Stadtmuseum soll das Modell der zerstörten Stadt, dann restauriert, wieder einen angemessenen Platz erhalten und eindrucksvoll in Szene gesetzt werden - wirkungsvoll ausgeleuchtet und neu umhaust, ausgestattet mit Medienstationen, Schrift, Ton und Film, die vertiefende Erklärungen liefern.
„Die zukünftigen Besucher des Stadtmuseums werden eindrucksvoll erfahren, wohin Krieg und Zerstörung führen, wie einschneidend sie eine Stadt verändern. Doch noch wichtiger ist die Erkenntnis, welch unermessliches Leid die Menschen in Kassel, in anderen Städten und Ländern durchleben mussten. Das Modell soll uns allen klarmachen, dass wir alle dafür sorgen müssen, dass so etwas nie wieder passiert“, so Gabriela Wolff-Eichel.
Die Kosten für die Restaurierung und zeitgemäße Präsentation werden auf 30.000 Euro geschätzt. Die Freunde haben sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, diese Summe einzuwerben.
Hintergrund Mit der Zerstörung hatte Kassel seine in über tausend Jahren gewachsene bauliche Identität innerhalb von einer Nacht verloren. Nach dieser furchtbaren Zerstörung wurde die Stadt nicht wieder-, sondern neuaufgebaut, die Schrecken des Zweiten Weltkriegs wollte man hinter sich lassen. Zunächst musste Wohnraum geschaffen werden. So entstanden viele Wohnblöcke im sozialen Wohnungsbau. Große Wohnungsbaugenossenschaften errichteten Gebäude am Steinweg, rund um Entenanger und den Pferdemarkt und in den angrenzenden Straßen. So ist Kassel im Zentrum geprägt vom Baustil der späten Vierziger und der Fünfziger Jahre und gilt heute in Fachkreisen als „Modellstadt“ für diese Zeit.
Die Dauerausstellung im „neuen“ Stadtmuseum wird sich über drei Etagen mit insgesamt 600 qm Ausstellungsfläche erstrecken. 1100 Jahre wechselvolle Geschichte der Stadt Kassel werden ab 2016 dem Besucher präsentiert.
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