30. April 2015. Der Todestag des Kasseler Unternehmers, Stadtentwicklers und Mäzens Sigmund Aschrott jährt sich am Dienstag, 5. Mai, zum 100. Male. Aus diesem Anlass laden die Stadt Kassel, der Verein Kassel-West e.V. sowie die Freunde des Stadtmuseums e.V. zu einer gemeinsame Festveranstaltung ins Rathaus ein.
Oberbürgermeister Bertram Hilgen eröffnet die Veranstaltung, die an die Bedeutung der Familie Aschrott für Kassel erinnern und die Problematik jüdischen Lebens bereits in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts in Deutschland beleuchten soll, um 19.30 Uhr im Stadtverordnetensitzungssaal. Den Festvorträg hält der langjährige Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung in Berlin, Prof. Dr. Wolfgang Benz, zum Thema „Juden in Deutschland, Emanzipation, Verfolgung, Neubeginn.“
Sigmund Aschrott, geboren am 14. Juni 1826, kam als Sohn eines jüdischen Industriellen im Alter von zwölf Jahren nach Kassel. Später baute er das väterliche Unternehmen aus und führte die Kasseler Textilindustrie zu Weltgeltung. Ab 1860 begann Aschrott im Westen Kassels einen neuen Stadtteil mit hoher Wohnqualität zu schaffen. Heute gilt er als Begründer des Vorderen Westens.
Doch bereits zu Lebzeiten rief Sigmund Aschrott auch Kritiker auf den Plan, die ihn als Spekulanten bezeichneten. Die Nazis starteten später eine regelrechte Hetzkampagne. Für sie war Aschrott der Inbegriff eines „reichen Juden, der sein Geld dubiosen Machenschaften verdankte“. Auf dem Höhepunkt des geschürten Hasses demolierten NS-Horden den von Aschrott gestifteten Brunnen vor dem Kasseler Rathaus.
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