06. November 2015. Das Modell des Aschrottbrunnens – der im Jahr 1987 von dem Kasseler Künstler Dr. Horst Hoheisel als Negativform gestaltet wurde - ist ab sofort im Rathaus der Stadt Kassel zu sehen. Neben dem Modell sind auch die dazugehörigen Fotografien ausgestellt. Gemeinsam mit dem Künstler eröffneten jetzt Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Kulturamtsleiterin Dorothée Rhiemeier die kleine Ausstellung in der Aschrott-Halle (2. Stock, Flügel Fünffensterstraße).
Oberbürgermeister Hilgen: „Mit seinem Nachbau der im Dritten Reich zerstörten Aschrottbrunnenskulptur als Negativform hat Dr. Hoheisel vor dem Rathaus ein beeindruckendes Mahnmal geschaffen. Wir sind froh, dass wir für die Städtische Kunstsammlung das Modell des Brunnens sowie die vorbereitende Zeichnungen, Dokumente und Fotografien erwerben durften.“
Geschichtlicher Hintergrund:
Als „offene, nicht heilende Wunde“ ist der Aschrottbrunnen von Dr. Horst Hoheisel heute ein Ort der Erinnerung inmitten der Stadt. 1908 stiftete der jüdische Unternehmer Sigmund Aschrott zum Neubau des Rathauses in Kassel einen Brunnen mit einer 12 Meter hohen Pyramidenskulptur. Am 9. April 1939 wurde die Brunnenanlage durch nationalsozialistische Aktivisten zerstört.
Hoheisel baute die Pyramidenskulptur im Auftrag der Stadt Kassel im Jahr 1987 nach und versenkte sie während der documenta 8 als verlorene Form spiegelbildlich in den Rathausvorplatz. So wurde die Pyramide zum Trichter, in den das Brunnenwasser geräuschvoll hinabstürzt. Horst Hoheisel betont die Bedeutung des Betrachters: „An dem Ort, wo einmal etwas war, kann ich den Verlust nur noch durch die Leere spürbar machen. Das eigentliche Denkmal ist der Passant, der auf dem Brunnen steht und darüber nachdenkt, weshalb hier etwas verlorenging.“
Horst Hoheisels Aschrottbrunnen, der 1987 in Kassel eingeweiht wurde, war 2012 ein Kunstwerk der dOCUMENTA (13).
Das Modell, die dazugehörigen Zeichnungen und Fotografien waren bereits im Jewish Museum in New York ausgestellt und bis kurzem noch in der Neuen Galerie Kassel zu sehen. 1998 wurde die Arbeit in die Kunstsammlung der Gedenkstätte Yad Vashem, Jerusalem, aufgenommen.
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Modell des Aschrottbrunnen im Rathaus
Von links: Der Kasseler Künstler Dr. Horst Hoheisel erläutert Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Kulturamtsleiterin Dorothée Rhiemeier sein Modell.
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