13. Januar 2016. In das Gästebuch der Stadt Kassel eingetragen hat sich der neue türkische Generalkonsul, M. Mustafa Çelik bei seinem Antrittsbesuch im Kasseler Rathaus. Oberbürgermeister Bertram Hilgen begrüßte am Mittwoch den Generalkonsul, der sein Amt in Frankfurt am Main am 15. September 2015 angetreten hat und nun die erste Gelegenheit wahrnahm, um Kassel einen Besuch abzustatten.
Thema des Gesprächs war natürlich auch das Selbstmordattentat in Istanbul, bei dem am Dienstag elf Menschen getötet und 15 weitere zum Teil schwer verletzt worden waren. Neun der Getöteten stammen aus Deutschland, darunter ein 67-Jähriger aus Hessen. Oberbürgermeister Hilgen und Generalkonsul Çelik bekundeten ihre Betroffenheit und sprachen den Angehörigen der Terrorakt-Opfer ihr Beileid aus.
Außerdem besprachen Hilgen und Çelik die Betreuung der türkischen Staatsbürger in Stadt und Landkreis Kassel. Um diesen Zeit und Aufwand bei behördlichen Angelegenheiten zu ersparen, setzt sich seit langem auch der Ausländerbeirat für ein eigenständiges Konsulat in Kassel ein. Sollte eine positive Entscheidung fallen, ist die Stadt Kassel bereit, unterstützend tätig zu werden.
Aktuell haben rund 12000 Kasseler einen türkischen Pass oder sind Eingebürgerte mit türkischem Migrationshintergrund - das sind mehr als sechs Prozent der Bevölkerung. Menschen, die aus dem Land am Bosporus stammen, bilden damit die mit Abstand größte Zuwanderer-Gruppe in Kassel. Diese beachtliche Zuwanderungsbewegung ist innerhalb der vergangenen 55 Jahre erfolgt.
Ausgangspunkt dieser rasanten Entwicklung war das Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei über die Anwerbung sogenannter „Gastarbeiter“ von 1961. Noch 1960 lebten in ganz Deutschland nur rund 1500 Menschen mit türkischer Staatsangehörigkeit - heute sind es über 1,6 Millionen, und insgesamt haben etwa drei Millionen einen türkischen Migrationshintergrund. In Kassel sind bereits seit den frühen 70er Jahren, zunächst noch zaghafte Initiativen zur dauerhaften Integration der neuen Bevölkerungsgruppe unternommen worden.
Bereits 1981 wurde in Kassel der Ausländerbeirat gegründet und damit eine Beteiligungsmöglichkeit in der Kommunalpolitik geschaffen: Kassel war damit unter den ersten Großstädten in Deutschland. Die Tatsache, dass Kassel zwischen 2009 und 2013 als Modellregion für Integrationsprojekte ausgewählt wurde, spricht für das Engagement in diesem Bereich.
Die vielen Kasseler mit türkischem Hintergrund prägen das Gesicht der Stadt inzwischen mit, so zum Beispiel in Sport, Kultur und Religion, sind aber auch im Wirtschaftsleben vielfach präsent. Seit 2000 unterhält Kassel eine Städtepartnerschaft mit Kocaeli (Izmit) in der Türkei, deren Anfänge auf viele persönliche Kontakte zurückgehen.
M. Mustafa Çelik wurde 1969 in der Türkei geboren, besuchte aber bereits die Grundschule und das Gymnasium in Bonn und studierte an den Universitäten in Bonn und Frankfurt Politikwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften und Jura. Für das türkische Außenministerium war er bereits in Nigeria, Berlin und Wien tätig. M. Mustafa Çelik ist unverheiratet und spricht Deutsch, Englisch und Französisch.
Hintergrund:
Ein Generalkonsulat ist die Vertretung eines unabhängigen Staates und ist eigenständig organisiert. Es hat im Gegensatz zu einer Botschaft keine diplomatischen, also die offiziellen zwischenstaatlichen Beziehungen betreffende Aufgaben. Vielmehr fungiert ein Generalkonsulat als Ansprechpartner der jeweiligen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger des eigenen Landes in dem betreffenden Staat und kümmert sich etwa um Passangelegenheiten, Hilfsleistungen und andere Formalitäten. Daneben widmet es sich auch anderweitigen, die Verhältnisse zwischen Bürgern, Einrichtungen oder Behörden der beiden Staaten betreffenden Verwaltungsaufgaben. Der Generalkonsul ist der Leiter eines Generalkonsulates.
Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Ina Michael
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Besuch des türkischen Generalkonsuls
Der neue türkische Generalkonsuls M. Mustafa Çelik und Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen
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