26. Januar 2016. Eine gelungene Flüchtlingsintegration wird viel Zeit, Geduld und Anstrengungen brauchen. Welche aktive Rolle können Unternehmen bei der Integration der neuen Mitbürger und Mitbürgerinnen in Kassel spielen? Um diese Frage zu beantworten, trafen sich auf Initiative von Kassels Stadtkämmerer und Sozialdezernent Christian Geselle, Vertreter von Kasseler Unternehmen im Kulturbahnhof.
Moderiert von Wirtschaftsförderungs-Geschäftsführer Kai Lorenz Wittrock stellten namhafte Referenten die vielfältigen Facetten möglichen Engagements vor. Den Anfang machte Christian Geselle, der nach einem Überblick zur aktuellen Flüchtlingssituation in der Stadt die besondere Rolle der Arbeitsmarktintegration zur Verhinderung von Parallelgesellschaften betonte. K+S-Vorstandsvorsitzender Norbert Steiner verwies auf das Engagement südhessischer Unternehmen in der Rhein-Main-Region und forderte eine entsprechende Vernetzung auch für Nordhessen. Steiner: „Man kann unendlich viel machen, wenn man Ideen hat – und diese Ideen müssen im Interesse des Gemeinwesens Schule machen.“ Das bestätigte auch Dr. Roswitha Wöllenstein, die entsprechende Unternehmensangebote der IHK Kassel-Marburg präsentierte.
Karsten Onderka stellte das preisgekrönte Integrationsprojekt Freestyle vor, das seinen Sitz im Stadtteil Wesertor hat und vor allem mit sport- und erlebnispädagogischen Ansätzen zur gesellschaftlichen Einbindung junger Migranten beiträgt. Onderka fragte ganz zu Recht: „… oder kannten Sie vorher einen Ort in Kassel, an dem Woche für Woche mehr als 300 Kinder und Jugendliche aus 25 unterschiedlichen Nationalitäten regelmäßig gemeinsam Sport treiben?“ Damit erreicht Freestyle junge Menschen, die bisher von anderen Hilfssystemen nicht wahrgenommen wurden. Nach lebhaftem Austausch gab es mit dem Vortrag von JAFKA-Geschäftsführer Jürgen Hartrumpf einen weiteren praxisorientierten Beitrag, der die wichtige Rolle von Kompetenzermittlung für den Arbeitsmarkt klarstellte und konkrete Angebote zur Arbeit mit Praktikanten präsentierte. Den Abschluss machte Dr. Tobias Raffel, der das von der Roland- Berger-Stiftung und der Ippen-Stiftung gemeinsam konzipierte und finanzierte Haus für minderjährige Flüchtlinge in Kassel (geplanter Start September 2016) vorstellte und dabei eine umfassende Bildungs- und Integrationsförderung herausstellte.
Die Beteiligten waren sich in der abschließenden Diskussionsrunde darüber einig, dass nur mit der Zusammenarbeit aller Akteure in Wirtschaft und Gesellschaft die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen gemeistert werden können. So resümierte Stadtkämmerer Christian Geselle: „Integration gelingt nur im Schulterschluss. Es wird Jahre dauern, die Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Das passiert nicht von heute auf morgen – aber wir können den Weg dorthin schon jetzt gemeinsam ebnen. Wir sprechen hier auch von Integration in unsere Gesellschaft, in unsere Kultur und in unser Bildungssystem.“ So sei präzise koordinierte Netzwerkarbeit das Gebot der Stunde, um Flüchtlinge möglichst passgenau auf eine Teilnahme am Arbeitsmarkt vorzubereiten.
Das Engagement der hiesigen Wirtschaft ist zu begrüßen, denn die anwesenden Unternehmen sind für viele Hilfsaktionen und Ideen offen und teilweise auch schon selbst aktiv. In einem zweiten Schritt wird jetzt ein Koordinierungs-Treffen der Kümmerer und Praktiker in den Unternehmen und Institutionen vorbereitet, zu dem auch weitere Teilnehmer eingeladen werden sollen. Dort werden dann ganz konkrete Maßnahmen beschlossen, miteinander abgestimmt und auf den Weg gebracht.
Interessierte Firmen können sich bei der Wirtschaftsförderung Region Kassel melden: Carsten Höhre, Wirtschaftsförderung Region Kassel GmbH, Kurfürstenstraße 9, 34117 Kassel, Telefon 0561 / 4506684, hoehre@wfg-kassel.de
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Von links: Kai Lorenz Wittrock, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Kassel, Christian Geselle, Stadtkämmerer und Sozialdezernent Stadt Kassel, Norbert Steiner, Vorstandsvorsitzender K+S, Dr. Axel Bode, Personalchef Wintershall. Foto. Stadt Kassel.
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