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Hanau, 22. November 2018
Inklusion sichtbar machen und Menschen zusammenbringen
- OB Kaminsky besucht Initiative „Menschen in Hanau“

„Ich spreche Ihnen meinen herzlichen Dank für Ihr Engagement aus. Motivierte Ehrenamtler wie Sie sind sehr wichtig für unsere Gesellschaft, denn Sie bringen Menschen zusammen, stärken die Gemeinschaft und übernehmen Verantwortung für sich und andere.“ Mit diesen Worten eröffnete Oberbürgermeister Claus Kaminsky die Gesprächsrunde bei der Initiative „Menschen in Hanau“ im Stadtteil-Café der Südlichter e.V. in der Gärtnerstraße.

Alle zwei Wochen – immer mittwochnachmittags – öffnet und betreibt die Initiative, die unter dem Motto „Wir machen Inklusion sichtbar“ gemeinschaftlich daran arbeitet, die Stadt barrierefrei zu machen, das Café in Eigenregie. Viele Engagierte des Vereins Südlichter e. V. sowie der Initiative “Menschen in Hanau” hatten sich eingefunden, um sich mit Kaminsky auszutauschen.

„Ich habe mich sehr auf diesen Termin gefreut, denn der Stadtteil ‚Innenstadt Süd‘ entwickelt sich sehr positiv“, sagte der OB. Er verwies einerseits auf die Stadtentwicklung, wie sie beispielsweise rund um die Wallonisch-Niederländische Kirche stattfindet, und andererseits auf die Arbeit der Südlichter e.V. und der Initiative ‚Menschen in Hanau‘ „Alles was dem Miteinander im Quartier dient ist hoch willkommen!“ sagte Kaminsky. „Sie sorgen dafür, dass Menschen mit und ohne Beeinträchtigung am Leben und der Gesellschaft teilhaben und erreichen vielleicht auch die, die einsam hinter den Gardinen sitzen. Das ist wirklich wichtig und viel mehr als eine Verwaltung je erreichen kann!“

Daniel Neß von „Menschen in Hanau“ hieß den OB herzlich willkommen und gab ihm einen kurzen Überblick über die Tätigkeiten und Ziele der Initiative. „Wir sind auf die Mitarbeit von Ehrenamtlichen angewiesen und freuen uns über jeden, der Lust hat bei uns mitzuwirken“, sagte er. Den Besuch Kaminskys werte als Wertschätzung der Arbeit der Initiative.

Schnell entspannte sich zwischen den Anwesenden und dem OB ein angeregter Diskurs. Rita Ebel, eine Engagierte von “Menschen in Hanau”, die auf den Rollstuhl angewiesen ist, wies darauf hin, dass viel mehr beim Thema Barrierefreiheit von Neubauten erreicht werden könne, wenn Betroffene bereits in der Planung von Gebäuden und Außenbereichen einbezogen würden. „Architekten denken vielleicht an breite Türen, aber sie vergessen, dass auch Handtuchhalter und Spiegel niedriger angebracht werden müssen, oder Monitore in öffentlichen Gebäuden zu hoch hängen, um vom Rollstuhl aus gesehen zu werden“, erläutert Ebel einige Beispiele. Auch wären nicht alle Behindertentoiletten mit einem Euroschlüssel zu öffnen und daher nur unter Schwierigkeiten für Menschen mit Behinderung zu erreichen. Das Kopfsteinpflaster in der Hanauer Altstadt wurde ebenfalls thematisiert: „Für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollatoren stellt es ein großes Hindernis da“, erläuterte eine der Anwesenden.

Kaminsky nahm die Informationen mit Interesse auf: „Ich werde mir Gedanken machen, wie wir diese Anregungen und Ideen integrieren und Ihr Know-how zukünftig nutzbar machen können“, sagte er. Er lud alle Anwesenden ein, im März 2019 am großen Bürgertreffen zum Thema „Hanau 2038“ teilzunehmen und dort ihre Ideen für die Stadt der Zukunft einzubringen. „Wir müssen schon jetzt Pläne und Strategien entwickeln, wie unsere Stadt in 20 Jahren aussehen soll. Natürlich ist hier auch das Thema Barrierefreiheit von großer Bedeutung. Daher ist Ihr Input sehr wichtig“, sagte er.

 

Geschichte der Initiative „Menschen in Hanau“:

Im April 2015 hatte sich die Stadt Hanau auf den Weg gemacht, eine barrierearme Webseite zu entwickeln, die Menschen mit Beeinträchtigungen und mit Migrationshintergrund einen einfachen Zugang zu lokalen alltagsrelevanten Informationen und Angeboten zu den Themen Gesundheit, Freizeit und Mobilität ermöglicht. Besonderheit war, dass Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Zielgruppen als Experten in eigener Sache aktiv an der Entwicklung beteiligt waren. Das städtische Modellprojekt wurde vom Land Hessen über drei Jahre finanziell gefördert.

Im Sommer 2016 hoben 30 Aktive die Initiative "Menschen in Hanau" aus der Taufe. Mit Aktionen sensibilisieren sie mit städtischer Unterstützung für Inklusion. Sie machen auf Barrieren aufmerksam, die ein selbstbestimmtes Leben erschweren. Die digitale Plattform www.menschen-in-hanau.de ging im Oktober 2017 online und wird ständig weiterentwickelt. Dafür sorgen ehrenamtliche Redakteurinnen und Redakteure, die die inklusive Webseite www.menschen-in-hanau.de mitentwickelt haben und weiter pflegen. Die „Checker" haben Restaurants, Cafés, Apotheken und öffentliche Einrichtungen wie das Rathaus, das Klinikum und das St. Vinzenz-Krankenhaus auf Barrierefreiheit überprüft. Ein Kreativ-Team engagiert sich bei Aktionen und Veranstaltungen.

Wer "Menschen in Hanau" kennenlernen will, kann sich an die Sprecherin Sylvie Janka (sylvie.janka@menschen-in-hanau.de) wenden oder alle 14 Tage mittwochs im Café Hautnah kennenlernen. Weitere Informationen unter www.menschen-in-hanau.de.



Pressekontakt: Stadt Hanau, Ute Wolf, Telefon 06181/295-664




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Besuch bei "Menschen in Hanau"
OB Kaminsky besuchte die Initiative "Menschen in Hanau" im Stadtteilcafé Südlicht und nahm sich rund anderthalb Stunden Zeit, um mit ihnen über verschiedene Themen zu sprechen.


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