Aktuelle Meldungen der Stadt Hanau

RSS-Feed abonnieren


[Suche]

Druckansicht

Hanau, 07. Dezember 2018
Mit Herz und Hirn für Menschenwürde
- Internationale Wochen gegen Rassismus von 11. bis 24. März in Hanau

Musik, Literatur, Kunst, Fotografie, Geschichte und Stammtischkämpfer – all diese Aspekte bringt im neuen Jahr eine Veranstaltungsreihe in Hanau unter einen Hut: die Internationalen Wochen gegen Rassismus finden vom 11. bis 24. März 2019 statt und werden unter dem Motto „Europa wählt Menschenwürde“ wieder eine große Fülle an Veranstaltungen in die Stadt bringen. Die beiden Schirmherren der lokalen Aktionen bringen das Ziel auf den Punkt: „Bei uns in Hanau darf es keinen Platz für Rassismus und Antisemitismus, für Hass und Hetze geben“, so Oberbürgermeister Claus Kaminsky und John Kannamkulam, ein Gründer der Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus und Bundesvorstand des Verbandes binationaler Familien und Partnerschaften.

Als „stärkste Bewegung gegen Rassismus in Deutschland“ bezeichnet Wolfgang Kischel, Leiter des Koordinationsrates in Hanau, die Internationalen Wochen gegen Rassismus. So wurden in diesem Jahr bundesweit erstmals mehr als 1.750 Aktivitäten dokumentiert. In Hanau waren es fast 40 innerhalb von 14 Tagen – diese Zahl wird auch für nächstes Jahr anvisiert.

Dabei helfen auch neue Partner, die erstmals mit Veranstaltungen im Rahmen der Aktionswochen dabei sind: zum Beispiel die Hanauer Filiale von Thalia oder der hiesige Jazzclub. Die wachsende Zahl der teilnehmenden Organisationen erfreut auch den OB, denn - so schreibt er im Vorwort des Programmheftes - „es braucht stets frische Ideen, denn die kostbarsten Gedanken sind zugleich die zerbrechlichsten.“

Doch wichtig ist dem Koordinationsrat auch, dass die „drei Säulen der Programmmacher“ wieder mit von der Partie sind: Die Volkshochschule, ihr Förderverein und der Trägerverein Kulturzentrum Pumpstation (KUZ). Gemeinsam hat man vor Jahren bereits die Wochen gegen Rassismus in Hanau etabliert. Ihre Angebote – allein diese werden auch im nächsten Jahr ein gutes Dutzend erreichen - bilden traditionell das stabile Gerüst und sind häufig genug auch Höhepunkte der breiten Palette von Veranstaltungen.

Auch der Ausländerbeirat engagiert sich stark im Programm für 2019, bietet unter anderem jiddisches Kabarett und gemeinsam mit der VHS, dem DGB und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschisten (VVN/BdA) „Stammtischkämpfer-Seminare“, wo man lernt, durch Widerspruch, deutliches Positionieren und engagierte Diskussionen ein Zeichen zu setzen, die Stimmung im Umfeld zu beeinflussen und unentschlossenen Menschen ein Beispiel zu geben.

Die Angebote werden im kommenden März sehr abwechslungsreich sein: eine Kunstaktion von und mit Sanja Zivo unter dem Titel „Alle Menschen werden Brüder“, eine Fotoausstellung „Deutsch-jüdisches Leben in Jerusalem“, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen zum Thema Widerstand und vieles mehr. Noch ist die genaue Zahl an Terminen nicht genau zu sagen, manch ein Projekt ist noch in Planung oder Vorbereitung.

Wolfgang Kischel und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter im Koordinationsrat setzen bewusst auf Vielfalt: „Rassismus fängt im Kopf an, deshalb versuchen wir mit den Veranstaltungen den Kopf, aber auch die Herzen nachhaltig zu berühren und uns für 100 Prozent Menschenwürde einzusetzen.“

Zum Beispiel mit einem Kinoabend und anschließender Diskussion. Gezeigt wird „Die Arier“ von Mo Asumang! Noch nie hat sich jemand filmisch konkret an das Thema „Arier“ gewagt. Und das obwohl unter der vermeintlichen Marke ‚Arier‘ in Deutschland gegen Menschen anderer Religion, Hautfarbe oder Geschlechtsorientierung gehetzt und gemordet wurde und wird.

Auf einer persönlichen Reise versucht die Afrodeutsche Mo Asumang herauszufinden, was hinter der Idee vom "Herrenmenschen" steckt. Sie begibt sich zu Pseudo-Ariern auf Nazidemos, reist zu den wahren Ariern in den Iran, trifft sich in den USA mit weltweit berüchtigten Rassisten und begegnet dem Ku Klux Klan. Kurz: eine tour de force in die Abgründe des Rassismus. Im Anschluss an die Vorführung des Films findet eine Diskussion mit der Macherin des Films, Mo Asumang, statt.

Die genauen Termine werden in einem Programmheft zu finden sein, das derzeit vorbereitet wird. Kaminsky und Kannamkulam hoffen, dass viele Menschen sich Zeit zur Lektüre des Heftes und zum Besuch der Veranstaltungen nehmen: „Es ist erforderlich, dass sich die Zivilgesellschaft für die Vielfalt in Europa einsetzt und für die Überwindung der Armut. Gerade in Zeiten, in denen nationalistische Tendenzen zunehmen und Populisten den gesellschaftlichen Frieden bedrohen, ist es entscheidender denn je, solchen unseligen Geisteshaltungen entgegenzutreten.“

Doch beide sind optimistisch und dankbar: „Mit Engagement und ein wenig Mut können wir Menschenfeindlichkeit, Rassismus und Hetze in die Schranken weisen. Dafür danken wir allen Hanauerinnen und Hanauern, die sich für das gemeinsame Ziel einsetzen.“



Pressekontakt: Stadt Hanau, Ute Wolf, Telefon 06181/295-664

[Zurück]


Stadt Hanau
Öffentlichkeitsarbeit
Am Markt 14-18
63450 Hanau

Oeffentlichkeitsarbeit@hanau.de

Die Pressestelle "Stadt Hanau" ist Mitglied bei presse-service.de [http://www.presse-service.de/]. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren.