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Meldungsdatum: 12.02.2019

Übung: Afrikanische Schweinepest im Kreis Soest

Erweiterter Krisenstab setzt sich mit Tierseuchen-Szenario auseinander

Die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Osteuropa und das Überspringen dieser Tierseuche nach Belgien machen einen Ausbruch auch in Deutschland immer wahrscheinlicher. Umso wichtiger ist es, sich auf diesen Ernstfall vorzubereiten. Deshalb berief Professor Dr. Wilfried Hopp, Leiter des Veterinärdienstes beim Kreis Soest, am Dienstag, 12. Februar, im Rettungszentrum des Kreises am Soester Boleweg sein lokales Krisenzentrum zu einer Übung ein.

Die Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest in die Wildschweinpopulation ist viel wahrscheinlicher als in einen Hausschweinebestand. Deshalb ging das Übungsszenario vom Fund eines infizierten Wildschweinkadavers im Kreisgebiet aus. Es galt, um den Fundort eine Kernzone mit einem Radius von fünf Kilometern, einen gefährdeten Bezirk von zehn Kilometern Durchmesser und eine 15-Kilometer-Pufferzone einzurichten und entsprechende Verfügungen zu veröffentlichen. Die neuen rechtlichen Bestimmungen des novellierten Tiergesundheitsgesetzes machen drastische Einschränkungen vor allem im Kerngebiet möglich. So können das Gebiet eingezäunt sowie ein Betretungsverbot, ein Ernteverbot und eine Jagdruhe angeordnet werden.      

Für die operative Tierseuchenbekämpfung kann der Krisenstab des Kreisveterinärs auf der Basis eines vom Land abgeschlossenen Rahmenvertrages seit kurzem auf die Dienste der für NRW gegründeten Wildtierseuchen-Vorsorgegesellschaft zurückgreifen. Deren beiden Geschäftsführer erläuterten die Vorgehensweise. Qualifizierte Mitarbeiter organisieren die Suche, die Bergung und die Verladung von Kadavern. Auch die Beprobung übernehmen sie. Größte Aufgabe ist die Errichtung eines elektrifizierten Zaunes, der die Kernzone sechs Monate und länger abschirmt, damit infizierte Wildschweine das Gebiet nicht verlassen können.    

Kreisveterinär Professor Dr. Wilfried Hopp nutzte die Übung auch dazu, um einmal mehr an die Schweine haltenden Landwirte zu appellieren, ihre Konzepte zur Biosicherheit bzw. zum Fernhalten von Wildschweinen zu optimieren oder abschließend umzusetzen. Bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest drohten ganz Deutschland erhebliche Handelsrestriktionen und in der betroffenen Fleischwirtschaft verheerende Verluste. Alleine im Kreis Soest gebe es 400.000 Mastschweinplätze, machte er die lokale Dimension deutlich. Er dankte den Jägern für die starke Reduzierung des Schwarzwildbestandes in den vergangenen Monaten.

Die Übung war vom NRW-Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz angeordnet worden und fand in ähnlicher Weise in allen Kreisen des Regierungsbezirks zeitgleich statt. Im Rettungszentrum des Kreises Soest stellten sich 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein. Neben dem Veterinärdienst und dem Kern des Krisenstabes des Kreises Soest waren Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Jägerschaft, Polizei, Feuerwehr und die Ordnungsämter der Kommunen vertreten.

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Pressekontakt: Pressestelle, Wilhelm Müschenborn, Telefon 02921/303200


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Ernstfall geübt

©Judith Wedderwille/ Kreis Soest
Ernstfall geübt

Dezernent Ralf Hellermann (stehend) und Kreisveterinär Professor Dr. Wilfried Hopp (vorne 4. v. r.) begrüßten die Teilnehmerinnen und Teilnehmerinnen der Tierseuchenübung rund um die Afrikanische Schweinepest im Rettungszentrum des Kreises Soest. Das Szenario ging vom Fund eines infizierten Wildschweinkadavers im Kreisgebiet aus. Foto: Judith Wedderwille/ Kreis Soest


 

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