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Meldungsdatum: 14.02.2019

Wenn Babys nicht aufhören zu schreien

Fachleute beraten über „Frühe Hilfen“: Schreikinder und Schütteltraumen bei Babys standen im Mittelpunkt

Rund 20 Fachleute aus Medizin, Verwaltungen und Einrichtungen, die mit Kindern, Schwangeren und Eltern arbeiten, folgten der Einladung des Kreisjugendamtes Soest zum turnusmäßigen „Netzwerktreffen Frühe Hilfen“ in Werl am 6. Februar 2019. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Frage, wie Eltern mit sogenannten „Schreikindern“ geholfen werden kann und das Thema „Schütteltrauma“. Denn wenn Eltern oder Betreuer nur für wenige Sekunden ein Baby schütteln, kann es zu schweren Verletzungen kommen.

„Frühe Hilfen sind ein sehr unbürokratisches und niederschwelliges Angebot, das sich an alle werdenden Mütter und Väter ab der Schwanger­schaft und mit Kindern im Alter von null bis drei Jahren richtet, die sich bei der Erziehung ihrer Kinder unsicher fühlen“, erklärt Sigrid Schmidt, Netzwerkkoordinatorin für Frühe Hilfen beim Kreis Soest. „Wenn ein Kind zum Beispiel sehr viel schreit und sich kaum beruhigen lässt, wissen Eltern verständlicherweise manchmal einfach nicht mehr weiter. Wir helfen dann mit einer speziell ausgebildeten Familienhebamme, die oftmals weiß, mit welchen Kniffs sich die Situation verbessern lässt.“ 

Marion Beule, freiberufliche Hebamme aus Möhnesee, stellte Methoden wie die „emotionale Erste Hilfe“ vor, mit denen Mütter und Väter in solchen krisenhaften Situationen mit ihren besonders liebebedürftigen Schützlingen unterstützt werden können. Ein wichtiger Aspekt dieses Ansatzes ist die sanfte Körperarbeit mit den Babys. Dabei wird durch zarte, schmetterlingsleichte Berührungen und spezifische Positionierungen des Körpers eine allgemeine Entspannung gefördert. So lassen sich frühzeitig emotionale Blockierungen lösen, die durch traumatisierende Einflüsse vor, während und nach der Geburt hervorgerufen werden können. 

Gefährlich wird es, wenn Eltern die Kontrolle über sich verlieren und ihr schreiendes Baby aus Hilflosigkeit schütteln. „Beim Schütteln kann es innerhalb weniger Sekunden zu schweren Verletzungen im Gehirn kommen, weil Säuglinge ihren Kopf noch nicht alleine halten können“, erklärt Schmidt. Aus diesem Grunde stellte Marianne Schaefer, Sachgebietsleiterin der Sozialen Dienste - Fachdienst III im Kreisjugendamt, das bundesweite „Bündnis gegen Schütteltrauma“ vor, das über die Folgen des Schüttelns von Säuglingen und Kleinkindern und über frühkindliches Schreien aufklärt. 

Monika Schmidt-Strunk, Sachgebietsleiterin der Regionalen Sozialen Dienste beim Kreis, stellte in einem Vortrag ergänzende Unterstützungsmöglichkeiten vor, die auf Wunsch von Kindern und Eltern in Anspruch genommen werden können. Hierzu zählen unter anderem Beratung in Erziehungsfragen, Anträge auf Hilfe zur Erziehung, Beratung bei Trennung und Scheidung und ambulante Unterstützung innerhalb von Familien.

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Pressekontakt: Pressestelle Kreis Soest, Mathias Keller, Telefon 02921/30-2250


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Vortrag über "Bündnis gegen Schütteltrauma"

©© Sigrid Schmidt/Kreis Soest
Vortrag über

Marianne Schaefer, Sachgebietsleiterin der Sozialen Dienste - Fachdienst III im Kreisjugendamt, stellte beim Netzwerktreffen Frühe Hilfen in Werl das „Bündnis gegen Schütteltrauma“ bei Babys vor. Foto: Sigrid Schmidt/Kreis Soest


 

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