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Hanau, 04. April 2019
Stadtrundgang im Freigerichtviertel: Bürgermeister Weiss-Thiel informiert, Anwohnende melden sich zu Wort

Mit zeitweise mehr als 60 Interessierten haben sich relativ viele Menschen aus dem Stadtteil und Fachleute der Stadtverwaltung an einem Rundgang durch das Freigericht-Viertel beteiligt. Ziel der Veranstaltung mit Bürgermeister Axel Weiss-Thiel war, über den Stand der städtebaulichen Entwicklung zwischen Dunlop und Ehrensäule im Rahmen des bis 2024 angelegten Programms „Soziale Stadt“ zu informieren und Bürgermeinungen aufzunehmen. Themenschwerpunkte waren Abriss und Neubau des Stadtteilzentrums, der geplante Quartiersplatz an der Kreuzung Leipziger Straße/Alfred-Delp-Straße, Verkehrslast und Bauentwicklung an der Anne-Frank-Schule sowie der Bürgerpark an der Limesstraße.

Weiss-Thiel informierte, dass der Neubau des seit mehr als 30 Jahren bestehenden Stadtteilzentrums am angestammten Ort in der Alfred-Delp-Straße im März 2020 beginnen solle. Bereits im Sommer 2019 wechselt das Team für   soziale Gruppenarbeit, Beratung und Gemeinwesenarbeit in ein Übergangsquartier im Viertel. Anfang 2021 kehrt es in die Alfred-Delp-Straße zurück, dann steht mit circa 800 Quadratmetern Nutzfläche mehr Platz zur Verfügung als bisher. Das neue Stadtteilzentrum ist eines der Schwerpunkte im Bund-Länder-Förderprogramm „Soziale Stadt“.

Einen weiteren Kern im Modernisierungsprozess für das Freigerichtviertel stellt der Quartiersplatz an der Kreuzung Alfred-Delp-Straße/Leipziger Straße dar. Das hierfür nötige Verkehrskonzept steht zwar noch nicht, den entsprechenden Auftrag hat der Magistrat unlängst vergeben. Christiane Weiser vom Stadtplanungsamt stellte den Menschen aus dem Stadtteil in Aussicht, ihre Ideen frühzeitig einbringen zu können, wenn es um eine bessere Aufenthaltsqualität an dieser Stelle gehe. Die Stadtverordnete Marion Oberesch meinte, die unfallträchtige Straßenkreuzung müsse entschärft werden. Bürgermeister Weiss-Thiel gab zu bedenken, dass der Nutzungskonflikt zwischen spielenden Kindern und einen Parkplatz suchenden Eltern zu lösen sei.

Einen Spielplatz gibt es dort am Hochhaus zwar schon, aber der wird vielfach als zu klein empfunden. Zudem nutzten Anliegerinnen und Anlieger den Ortstermin, um eine Verkehrsberuhigung in der Freigerichtstraße zwischen Alfred-Delp-Straße und Barbarossastraße anzuregen sowie mehr Sauberkeit und Sitzbänke auf dem Spielplatz zu fordern. Ein Autohändler beklagte, dass die Stadt die Reinigung am Parkplatz vor der Firma Barthmann vernachlässige.

Diese Kritik nahm Jan Marschall vom städtischen Ordnungsamt ebenso mit wie die an losen Gehwegplatten in der Landwehr. Dort stört Anwohnerinnen und Anwohner auch die mangelnde Leuchtkraft von Straßenlaternen sowie das Parken von Beschäftigten naher Unternehmen oder von Bahnkunden, die offenkundig Kosten für Firmen- oder Hauptbahnhof-Parkplatz vermeiden wollten. Marschall versprach, dass im Rahmen des zu erarbeitenden Verkehrskonzeptes die Ordnung der Parkverkehre neu überdacht werde.

Er schlug an der Anne-Frank-Schule eine mit Elternbeirat und Lehrkräften bereits besprochene Abhilfe für Staus und Gefahren durch Elterntaxis vor. Demnach könnte die Saalburgstraße im Rahmen eines Verkehrsversuchs zur sogenannten unechten Einbahnstraße werden, die nicht mehr von der Freigerichtstraße her direkt befahrbar wäre, sondern im Ringverkehr über Ronneburg- und Limesstraße. In der Saalburgstraße ließe sich dann eine Elternhaltestelle einrichten, so dass der Hol- und Bringverkehr insgesamt übersichtlicher und geordneter abliefe. Eine abschließende Entscheidung steht noch aus.

Die Freigericht- und die Saalburgstraße sind derzeit teilweise vor Schulbeginn minutenlang durch Elterntaxis blockiert. Ähnliches beklagen auch Anwohnende der Karl-Bierschenk-Straße an der Margareten-Kindertagesstätte.

Marschall rief zu einer Bewusstseinsänderung auf, damit auch künftig der Schulweg sicher bleibe. Bürgermeister Weiss-Thiel hält die Entfernungen zur Schule für zumutbar und gab zu bedenken: „Kinder, die nicht selbständig zur Schule gehen können, dürfen eigentlich nicht eingeschult werden.“ Ein Anlieger fragte, ob nicht Schülerlotsen helfen könnten den Weg an Straßenquerungen noch ein Stück sicherer zu machen.

Schuldezernent Weiss-Thiel bezeichnete den bedarfsgerechten Neubau von Klassenräumen an Stelle der seit Jahren stehenden Container im Freien als „wichtigstes Schulbauprojekt der nächsten Jahre“. Für die Anne-Frank-Schule sind im Investitionsprogramm 2020 bis 2022 rund fünf Millionen Euro vorgesehen.

Letzte Station des Stadtteil-Rundgangs war der 2018 eingeweihte Bürgerpark an der Limesstraße. Hier übergab eine Gruppe aus dem Stadtteilzentrum Weiss-Thiel einen Wunschkatalog, auf dem mehr Spielgeräte für die große Grünfläche standen und ein Schutzzaun an den Bahngleisen auf der Seite von Garten Dehner, wo ein Ballsportplatz und Hügel für Radcross-Fahren zum Freizeitgelände gehören. Den Zaun hält der Bürgermeister für sinnvoll, zu viele neue Spielgeräte aber nicht, weil seiner Erfahrung nach Kinder auch ohne diese kreativ seien. Zwei Sonnenliegen hat der städtische Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) bereits dort aufgestellt, eine steinerne Tischtennisplatte folgt noch.    HIS-Vertreterin Annerose Lösche kündigte zudem ein Hundelauf-Areal nahe dem Ballsportplatz an; ein bestehendes in Steinheim habe sich bewährt.

Der Stadtteil-Rundgang endete mit einem kleinen Umtrunk im Quartiersbüro (Freigerichtstraße 67), das als Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger zum Stadtteilentwicklungsprozess „Soziale Stadt“ dazu gehört. Das Büro betreiben die Johanniter im Auftrag der Stadt. Dort finden auch weitere Anregungen für die Stadtteilentwicklung im Freigerichtviertel die richtige Adresse. Das Büro mit Quartiersmanagerin Karin Schnaudt und ihrer Kollegin Gülhan Bilici ist telefonisch unter 06181-9884834 zu erreichen oder per E-Mail unter quartier@freigerichtviertel.de. Es ist montags und mittwochs von 14 bis 17 Uhr geöffnet, dienstags von 16 bis 19 Uhr und donnerstags von 8.30 bis 11.30 Uhr.         

                 

 



Pressekontakt: Stadt Hanau, Joachim Haas-Feldmann, Telefon 06181/295-266




Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

Freigericht-Rundgang 1
Auf der Sportplatz-Seite fehlt bisher eine Zaun am Bahndamm, wie er auf der anderen Seite des Bürgerparks vorhanden ist.


Freigericht-Rundgang 2
Auf die zwei neu aufgestellten Sonnenliegen wies Bürgermeister Axel Weiss-Thiel im Bürgerpark hin.


Freigericht-Rundgang 3
Am Hochhaus Leipziger Straße 30 soll ein Quartiersplatz mit mehr Aufenthaltsqualität entstehen. Beim Stadtteil-Rundgang hatten die Teilnehmenden bereits erste Ideen: mehr Grün und weniger Verkehr. Inwieweit das möglich ist, sollen Verkehrskonzept und weitere Bürgerbeteiligung zeigen.


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