Meldungsdatum: 04.04.2019
Am Mittwoch ist in die Kläranlage Borken Schmutzwasser mit stark überhöhten Ammoniumkonzentrationen eingeleitet worden. Dieses gelangte aus der Kanalisation in die Abwassereinigungsanlage.
Im Klärprozess sind die Organismen der Biologischen Reinigungsstufe für den Abbau des Ammoniums zuständig. Im Falle einer starken Überhöhung der zulässigen Werte kann dieser nicht mehr verarbeitet werden, sodass die umweltgefährdenden Stoffe in das unterliegende Gewässer, die Bocholter Aa, gelangen. Hier schadet Ammonium den Gewässerbewohnern und kann zu Fischsterben führen.
Das Kläranlagenpersonal hat in Borken sofort Gegenmassnahmen ergriffen und leitete das Schadwasser in ein Ausgleichsbecken. Zuströmendes Prozesswasser von Indirekteinleitern konnte in Speicherbecken gepuffert werden. Die maximale mögliche Belüftung im Belebungsbecken wurde automatisch realisiert. Durch eine vertiefende Messkampagne an verschiedenen Zulaufbereichen konnte jedoch kein Verursacher mehr ermittelt werden.
Die zuständige Überwachungsbehörde, Dez. 54 der Bezirksregierung Münster, ist informiert worden und für die Bocholter Aa Umweltalarm ausgelöst.
Die Zulaufwerte haben sich schon in der Nacht auf Normalniveau abgesenkt. Die Auslaufwerte haben sich jedoch durch zeitliche Verschiebung am Morgen des 04. April erheblich erhöht. In der Belebungsstufe der Kläranlage betrugen die Ammoniumwerte tagsüber noch das 10-fache des üblichen Regelwertes.
Durch erhöhte Ammoniumwerte kann es grundsätzlich zu Sauerstoffzehrung kommen. Eine kritische Sauerstoffzehrung mit potenziellem Fischsterben erfolgt eher bei höheren Wassertemperaturen als sie derzeit vorliegen. Somit besteht die Hoffnung, dass Schädigungen an der Gewässerfauna ausbleiben. Erste Sichtkontrollen und Messkampagnen im Gewässer zeigten glücklicherweise keine Auffälligkeiten.
Eine intensive Kontrolle des unterliegenden Gewässerabschnittes der Bocholter Aa ist mit der Unteren Wasserbehörde des Kreises Borken abgestimmt. Zurzeit werden weitere chemische Kontrollen ausgewertet. Das Messprogramm wird engmaschig fortgeführt.
Die zuständigen Behörden und der örtliche Angelverein sind informiert.
Die Stadt Borken hat wegen unzulässiger Einleitungen ins Kanalnetz Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei erstattet. Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft sind zu erwarten.
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