Wandelt sich das Klima, verändert sich die Stadt - Neue Broschüre informiert über Erfordernisse und Maßnahmen der kommunalen Klimaanpassung

01. August 2019.

Meldungen von immer neuen Hitzerekorden im nunmehr zweiten Jahrhundertsommer hintereinander beherrschen in diesen Tagen die Berichte in den Medien. Der Klimawandel mit seinen inzwischen unumkehrbaren Folgewirkungen ist ultimativ da, auch in Kassel. Die hohen Temperaturen und die langanhaltende Trockenheit werden dabei offenkundig zunehmend zur Belastung für Mensch und Natur.

 

Augenfälliges Beispiel dafür, wie Flora und Fauna unter den klimatischen Extremen zu leiden haben, sind unsere rund 86.000 Stadtbäume - und hier insbesondere die Straßenbäume. Aufgrund schlechter werdender Standortbedingungen haben es zunehmend auch die bisher bewährten Baumarten schwer, gesund zu bleiben und die übliche Lebens- und Standdauer zu erreichen.

 

Ein weiteres sich häufendes Wetterphänomen sind die vermehrt auftretenden Starkregenereignisse, die ohne Vorwarnung niedergehen und dabei zu kleinräumigen, aber teils heftigen Überflutungen führen können - so geschehen beispielsweise an der Drusel im Jahr 2014 oder wiederholt an der Losse und am Wahlebach.

 

Auf welche Veränderungen, Notwendigkeiten und Risiken müssen wir uns also zukünftig einstellen und wie können wir den negativen Auswirkungen für Mensch, Natur und Infrastruktur entgegenwirken? Welche integrierten Strategien und welche konkret vorsorgenden Maßnahmen brauchen wir mit Blick etwa auf Bauen und Wohnen, auf Mobilität, auf die kommunale Infrastruktur und Stadtökologie, um die Lebensqualität für die Menschen in Kassel in Zeiten des fortschreitenden Klimawandels sicherzustellen?

 

Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Fachämter der Kasseler Stadtverwaltung unter Federführung des Umwelt- und Gartenamtes bereits seit einigen Jahren. Bei den verschiedenen Fachplanungen – etwa beim kommunalen Gebäudemanagement - gewinnen die Aspekte des Klimaschutzes und der Klimaanpassung zunehmend an Bedeutung.

 

Konkrete Beispiele aus der Praxis hier sind etwa:

 

-             die Verwendung „neuer“, auch fremdländischer Baumarten, die sich in Zeiten
                des Klimawandels an anderer Stelle bereits bewährt haben.

-             Verwendung von möglichst hellen Belägen, um die Wärmeabstrahlung zu
                erhöhen.

-             Schaffung von Verschattung in Außenbereichen an städtischen Gebäuden, z.B.
                Kindertagesstätten.

-             Anreicherung des Stadtgebietes mit Grün, z.B. Etablierung einer regelmäßig
                getroffenen Festsetzung in Bebauungsplänen zur Dachbegrünung entsprechend
                geeigneter Dachflächen.

-             Betreuung von Senioren in ihren Wohnungen durch Stadtteiltreffs bei Hitze (u.a.
                genug trinken), Beispiel Piano e.V.

 

Aber auch strategische Konzepte als Entscheidungs- und Handlungsgrundlage sind erforderlich und wurden und werden entwickelt. So steht beispielsweise die Klimafunktionskarte als verbindliche Planungsgrundlage für kommunale Projekte und Vorhaben nach der Sommerpause zur politischen Beschlussfassung an.

 

Mit den Bereichen Innenstadt, Frankfurter Straße und Park Schönfeld beteiligt sich die Stadt Kassel darüber hinaus an dem Städtebauförderprogramm Zukunft Stadtgrün des Bundes. Wichtige Ansätze sind hier Maßnahmen zur Straßenraumbegrünung bzw. Optimierung vorhandener Straßenbaumstandorte und die Möglichkeiten der Gebäudebegrünung. Weitere vorhabenbezogene Planungen im Zusammenhang mit Förderprogrammen des Landes, des Bundes und auf europäischer Ebene sind in Vorbereitung.

 

Eine Einrichtung einer koordinierenden Stelle, die das querschnittsorientierte Thema innerhalb der Verwaltung und mit externen Partnern vorantreibt, ist ebenfalls in der nächsten Zeit geplant. Die Stadt reagiert also bereits seit längerem auf verschiedenen Ebenen auf dem Feld der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Das allein reicht allerdings nicht aus. Klimapassung geht alle an: jeder Bürger, Eigentümer oder Bauherr hat Möglichkeiten, hier fördernd tätig zu werden und individuelle Maßnahmen zu ergreifen.

 

Hier setzt die heute vorgestellte Broschüre an. Sie will gleichermaßen informieren und sensibilisieren. Gleichzeitig gibt sie einen Überblick über bereits getroffene Maßnahmen im Bereich der kommunalen Klimaanpassung.

 

Die Broschüre ist kostenlos erhältlich beim Umwelt- und Gartenamt: Telefon: 787 – 6005, E-Mail: umwelt-gartenamt@kassel.de

 

(5792 Zeichen)

Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Michael Schwab

Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:

Klimafunktionskarte Stadt Kassel
©Stadt Kassel

Klimafunktionskarte Stadt KasselDie Klimafunktionskarte zeigt sehr genau, wie das Klima in Kassels Stadtgebiet wirkt. In ihr werden sowohl die geographischen Faktoren als auch die Einflüsse der Menschen auf den städtischen Raum berücksichtigt.



Stadt Kassel
Kommunikation, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Rathaus / Obere Königsstraße 8
34112 Kassel

Telefon: 0561 / 787-1231 oder 0561 / 787-1232
Telefax: 0561 / 787-87
E-Mail: presse@kassel.de

Pressesprecher:
Claas Michaelis
Petra Bohnenkamp
Michael Schwab

Kassel im Internet: www.kassel.de

Die Pressestelle der documenta-Stadt Kassel ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie auch Mitteilungen weiterer Pressestellen abonnieren, Ihr Interessenprofil verwalten oder sich ganz aus dem Verteiler löschen.