Meldungsdatum: 02.09.2019

„Forum Migration“ im Herbst

Im Forum Migration, das sich regelmäßig in der Villa Schlikker des Museumsquartiers Osnabrück trifft, werden die geschichtlichen Wurzeln der erweiterten städtischen Gesellschaft Osnabrücks näher erforscht und sichtbar gemacht.

Unter der Fragestellung „Wirtschaftsflüchtling – wer oder was soll das eigentlich sein?“ bietet das „Forum Migration“ zum Ende des Jahres einige Veranstaltungen an.

Am Montag, 23. September, 14 Uhr, geht es um die „Seebrücke Osnabrück – Fahnenaktion“. Vom 23. bis 27. September unterstützt das Museumsquartier Osnabrück die Aktion „Seebrücke Osnabrück“, die auf die lebensbedrohliche Situation von flüchtenden Menschen im Mittelmeer aufmerksam machen möchte. Zur Eröffnung der Aktion am Montag 23. September um 14 Uhr vor dem Kulturgeschichtlichen Museum (Heger-Tor-Wall 28) sind interessierte Gäste herzlich willkommen.

Am Donnerstag, 24. Oktober, 17 Uhr, ist das Thema des Forums die „Deutsche Amerika-Auswanderung im 19. und frühen 20. Jahrhundert“. Zwischen 1815 und 1914 verließen 5,5 Millionen Deutsche ihre Heimat und suchten insbesondere in den USA eine neue Zukunft. Sie verließen ihre Ursprungsländer mit ihren Familien meist aus wirtschaftlicher Not, weil sie sonst kaum Überlebens­chancen gehabt hätten. Heute würde man sie wohl als „Wirtschaftsflüchtlinge“ bezeichnen. Viele von ihnen kamen aus dem hiesigen Raum. Zwischen vielen Gemeinden hüben und drüben bestehen bis heute enge Kontakte. Die Veranstaltung lädt Personen zu einem allgemeinen Austausch ein, die sich aus unterschiedlicher Perspektive mit dem Thema befassen (z.B. Familienforschung, Migrations- und Sozialgeschichte) oder ganz allgemein daran interessiert sind.

Beim letzten Forum Migration in diesem Jahr am Donnerstag, 28. November, 17 Uhr, wird nach dem Begriff „Wirtschaftsflüchtling!?“ gefragt. In den aktuellen Debatten über gegenwärtige Migrationsbewegungen wird der Begriff „Wirtschaftsflüchtling“ häufig in negativem Sinn eingesetzt. Er suggeriert dann, dass die betreffenden Menschen eigentlich keine wirklichen Gründe haben würden außer denen, ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern. Die sehr viel differenzierter zu betrachtenden Hintergründe werden dabei oft gar nicht zugelassen.

Verändert das Wissen, dass auch deutsche „Wirtschaftsflüchtlinge“ in der Geschichte in sehr großer Zahl ausgewandert sind, z.B. in die USA, die Perspektive auf Wanderungsbewegungen von heute? Darüber soll in der Veranstaltung gemeinsam gesprochen werden.

Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen sind unter Telefon 0541 323-4435 (montags und mittwochs) oder per E-Mail heese@osnabrueck.de erhältlich.

Pressekontakt: Heiko Mitlewski | Fachbereich Kultur | Tel. 0541 323-3217 | E-Mail: mitlewski@osnabrueck.de