Presseinformation

Nr. 372 Steinfurt, 15. Oktober 2019


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Expertengruppe aus dem Kreis Steinfurt zum Austausch in der libanesischen Provinz Jezzine
Tourismus, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Digitalisierung und Wirtschaft waren verbindende Themen

Kreis Steinfurt. Eine zehnköpfige Delegation aus dem Kreis Steinfurt war jetzt in der libanesischen Provinz Jezzine zu Gast, um sich mit Akteuren vor Ort über die Themen nachhaltiger Tourismus, Vermarktung regionaler Produkte, erneuerbare Energien und Digitalisierung auszutauschen. Im September 2018 waren Vertreter der Region im Libanon im Rahmen des Projektes Connective Cities zu Gast im Kreis Steinfurt. Damals zeigte sich, dass die Zukunftsaufgaben in beiden Regionen ähnlich sind. Etwa ein Jahr später fand daher jetzt – mit Förderung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – der Gegenbesuch statt.

 

Hochrangige Vertreter aus Politik und Verwaltung der christlich geprägten Region Jezzine stellten der deutschen Gruppe ihre Heimat vor. In der südöstlich der Hauptstadt Beirut gelegenen Provinz gibt es aufgrund der sehenswerten, mittelgebirgsähnlichen und ländlichen Gebiete erste touristische Konzepte, die auf einen sanften, nachhaltigen und naturverbundenen Tourismus setzen. In mehreren Workshops diskutierten die Delegationen diese und erarbeiteten weitere Ideen. Besonders eindrucksvoll sind die großen Zedernbestände mit mehreren hundert Jahre alten Bäumen und der 80 Meter hohe Wasserfall am Rande der Altstadt von Jezzine. Die Region ist landwirtschaftlich vornehmlich durch den Obstanbau und durch lokales Kunsthandwerk geprägt.

 

Die Energieversorgung ist ein weiteres großes Thema im Libanon. Mehrmals täglich fällt der Strom aus und die überall vorhanden dieselgetriebenen Notstromaggregate springen an. Hier könnte lokal erzeugte regenerative Energie eine Lösung sein. Der Kreis Steinfurt stellte daher seinen erfolgreichen Ausbau erneuerbarer Energien und die umfangreiche und breite Bürgerbeteiligung als ein auch für den Libanon mögliches Modell vor.

 

In Sachen Digitalisierung und E-Government ist der Libanon schon relativ weit: In Jezzine sind bereits viele Dienstleistungen der Kommunalverwaltung digital abrufbar und bezahlbar, wie die Delegation berichtete. Deutlich spürbar blieben dennoch die Herausforderungen des Alltags in einem Land, das politisch instabil ist und mit großen Problemen hinsichtlich Korruption, religiös geprägten Konflikten, der Versorgung von Flüchtlingen und einer teilweise desolaten Infrastruktur im Energie- und Wassermanagement zu kämpfen hat. Insgesamt zeigte sich die Gruppe aus dem Kreis Steinfurt jedoch beeindruckt von den freundlichen und weltoffenen Gastgebern.





Delegation im Libanon I



Delegation im Libanon II