18. November 2019

Clever kochen – Brotabfall vermeiden

Abfallbetrieb Kreis Viersen gibt Tipps zum Umgang mit Lebensmitteln

#Kreis Viersen#

Im Rahmen der „Europäischen Woche zur Abfallvermeidung“, gibt die Abfallberaterin beim Abfallbetrieb des Kreises Viersen, Dorothee Kleinermanns, Tipps. Diesmal geht es darum, das Brot vor der Mülltonne zu bewahren.

Brot ist ein Grundnahrungsmittel, das in Deutschland preiswert zur Verfügung steht. Im Jahr werden pro Person gut 20 Kilogramm gekauft. Doch nicht jedes gekaufte Brot wird gegessen. Jährlich landen rund 260.000 Tonnen Brot im Müll. Das bedeutet: Mehr als jedes siebte Brot wird vergebens gebacken – unter unnötigem Einsatz von Wasser, Pestiziden und Energie für die Bewirtschaftung der Felder, für den Transport, für das Mahlen und Backen und auch unter vergeblichen Einsatz menschlicher Arbeit. Ein Teil fällt in den Bäckereien nach Ladenschluss als Abfall an, ein großer Teil in den Haushalten. Mit bewusstem Einkauf können Verbraucher diese enorme Menge an Müll verringern.

„Wenn beim Einkauf und der Lagerung ein paar Regeln beachtet werden, kann viel erreicht werden“, sagt Kleinermanns. „Wer Brot länger lagern möchte, sollte sich für große, ungeschnittene Brote entscheiden. Die bleiben länger frisch.“ Außerdem: je dunkler das Brot ist, desto lagerfähiger ist es. Vollkorn-, Schrot- und Sauerteigbrote halten sich am längsten, nämlich bis zu neun Tage. Reine Weizenbrote dagegen werden schnell - in ca. zwei Tagen - trocken.

Der richtige Umgang kann dazu beitragen, dass Brot länger saftig und frisch bleibt. Ernährungsexperten bevorzugen die Lagerung des unverpackten Brotlaibs in einem nicht glasierten Steinguttopf. Dieser nimmt die Feuchtigkeit aus dem Brot auf und gibt sie wieder ab. Wird das Aufbewahrungsgefäß regelmäßig mit Essig gereinigt, hat Schimmel keine Chance. Angeschnittenes Brot verliert weniger Feuchtigkeit, wenn es auf die Schnittkante gestellt wird. In Papier- und Plastiktüten bleibt es weniger lange frisch, Papier entzieht die Feuchtigkeit, Plastik sorgt für eine weiche Kruste und fördert Schimmelbildung. Abgepackte Schnittbrote dürfen als einziges Brot Konservierungsmittel enthalten und verderben entsprechend später. Bei ca. 18°C hält sich Brot am besten.

Keine gute Idee ist es, das Brot im Kühlschrank zu lagern. Denn in der Kühle verändert sich die Stärke im Mehl derart, so dass sie Wasser viel schlechter binden kann. Das sorgt für eine frühzeitige Austrocknung und eine schaumgummiartige Konsistenz des Brotes: Es wird altbacken. Wissenschaftlich heißt der Vorgang „Retrogradation“.

Wer wenig oder unregelmäßig Brot isst, kann dieses in der Tiefkühltruhe bei minus 18°C länger lagern, luftdicht und ohne Luft in Kunststoffbeutel eingepackt. Die benötigte Menge kann dann jeweils aufgetaut werden. Tipp: Wenn es ganz schnell gehen soll: Eingefrorene Brotscheiben direkt im Toaster kurz rösten. Aufgetautes Brot mit etwas kaltem Wasser anfeuchten und kurz aufbacken.

Ähnlich funktioniert es mit Brötchen vom Vortag: Waren diese in einer Kunststofftüte verpackt, sind sie zwar nicht ausgetrocknet, aber auch nicht mehr knusprig. Kurz rundherum anfeuchten und von allen Seiten auf dem Toaster aufbacken. Für das Aufbacken im Backofen gilt: Kosten und Energieverbrauch im Auge behalten und nur bei entsprechender Menge nutzen. So schmeckt das aufgebackene (fast) wie frisch gebacken.

Rezepte für kreative Kochideen mit Brotresten findet man auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft unter:

www.zugutfuerdietonne.de/praktische-helfer/rezepte-fuer-reste/ unter „Rezepte finden“ und Eingabe der Zutat Brot“. Dort können auch eigene Resterezepte zur Veröffentlichung eingestellt werden, um mit guten Ideen zur Abfallvermeidung beizutragen.

„Verdorbenes Brot ist an weißem, blaugrauem oder grünlichen Schimmel zu erkennen. Da am Brot auftretender Schimmel giftig ist und Leber und Nieren angreifen kann, sollte dieses komplett -  auch die scheinbar unbefallenen Stellen - in der Restmülltonne entsorgt werden. Brot mit Schimmelbefall soll auch nicht an Tiere verfüttert werden“, rät Dr. Carina Driehsen, Leiterin des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes Kreis Viersen

Ansprechpartnerin bei Fragen ist Dorothee Kleinermanns, Telefon 02162 39-1212.
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Dorenburg-Brot

So frisch sieht das Brot aus, das im NIederrheinischen Freilichtmuseum des Kreises Viersen gebacken wird. Damit es möglichst lange gut zu essen ist, sollte man sich an einige Regeln halten. Foto: Kreis Viersen - Abdruck honorarfrei

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