Meldungsdatum: 20.11.2019

Sonderausstellungen in Osnabrück im Januar 2020

Museumsquartier Osnabrück:

Felix-Nussbaum-Haus:

Dauerausstellung zu Leben und Werk Felix Nussbaums

Bis 15.11. Nasan Tur:Gegenwärtig“. Zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler begegnen Felix Nussbaum

In der zweiten Ausstellung der Reihe „Gegenwärtig“ trifft der Konzeptkünstler Nasan Tur auf das Leben und Werk des Malers Felix Nussbaum. Nicht nur seine Biographie berührt die Nussbaums in gemeinsamen Lebensstationen; auch treiben gleiche Themen – Machtstrukturen, Flucht, Exil oder Fragen der Identität – sie zu ihrem Schaffen an. Heute und in Deutschland lebend sieht Nasan Tur sich in der Verantwortung, die hier in den Grundrechten festgeschriebene Freiheit der Kunst zu nutzen und sie als kritische Stimme zu Gesellschaft und Politik einzusetzen. Auf die Frage, ob er ein politischer Künstler sei, antwortet Tur, dass er vor allem ein politischer Mensch sei. Mit viel Empathie, Sensibilität und Spürsinn wirft er den Blick auf menschliche Verhaltensmuster oder politische Rhetorik, spürt in seiner Kunst gesellschaftliche Wunden auf und gibt geträumte Utopien preis.

Kulturgeschichtliches Museum:

Bis 08.03. „Deutscher Friedenspreis für Fotografie” und „Felix Schoeller Foto Award”

Johanna Maria Fritz hat den Deutschen Friedenspreis für Fotografie gewonnen, der in diesem Jahr erstmals von der Stadt Osnabrück und der Felix Schoeller Group ausgelobt wurde. Das Preisgeld beträgt 10.000 Euro.  Fritz setzte sich gegen eine international hochkarätige Konkurrenz aus 42 Ländern mit ihrer Arbeit „Like a Bird“ durch. Die Siegerserie wie auch die Arbeiten der Nominierten werden nun im Museumsquartier Osnabrück präsentiert.

Dass ein neuer Friedens-Kulturpreis aus Osnabrück kommt, ist kein Zufall. Die Initiatoren haben den Deutschen Friedenspreis für Fotografie aus der besonderen Geschichte der Stadt ins Leben gerufen. Als Ort des Westfälischen Friedensschlusses von 1648 versteht die Stadt Osnabrück ihre Geschichte als Auftrag für friedenspolitisches Engagement. Das gilt auch für die kulturellen Angebote, die die Stadt entwickelt – über regionale Grenzen hinaus.

 „Like a bird” heißt die Arbeit der Berliner Fotografin Johanna Maria Fritz, die die Jury überzeugte. Fritz zeigt den Zauber und die Kraft der Zirkustradition in krisenerschütterten Ländern und Regionen. Ihre Fotografien der Clowns aus dem Gaza „reflektieren die Absurdität des Lebens an der Frontlinie zwischen der armen Bevölkerung und der israelischen Armee” (Johanna Maria Fritz). „Zirkusschulen in Afghanistan zeigen den Kindern einen anderen Weg auf.” Als Betrachtende der Fotografien reiht man sich in das Publikum der kaukasischen Seiltänzer ein, besucht den Zirkus im Iran und folgt mit den Werken der Stimme eines kleinen Jungen, der mit den Worten „Like a Bird” sein Zirkusleben umschrieb.

Die Jury begründete ihre Wahl folgendermaßen: „Der Preisträgerin ist es gelungen, eine universelle Lebensfreude darzustellen, die sich auch in Kontexten von Konflikt und Gewalt nicht ersticken lässt. Die Bilderserie beeindruckt durch den Kontrast von menschlicher Kreativität und Vielfalt. Die jeweiligen Krisenkontexte, die auf Konflikte und Gewaltverhältnisse verweisen, dienen auf den Bildern als Hintergrundfolie, während die Künstler*innen aus der Kulisse in den Vordergrund treten und Hoffnung, Schönheit, Freude und Lachen verbreiten. Es ist auch fotografisch eine ganz und gar friedliche Arbeit, die leiser Hoffnung Ausdruck verleiht – und dem politischen Clown eine Stimme. ”     

Johanna-Maria Fritz, geboren 1994, wohnt offiziell in Berlin – in Wirklichkeit ist sie aber das ganze Jahr unterwegs. Studiert hat sie Fotografie an der Ostkreuzschule und ist seit Anfang 2019 Mitglied der gleichnamigen Agentur. Ihre Arbeiten wurden international in vielen Magazinen veröffentlicht und weltweit ausgestellt: In Australien, Frankreich, Deutschland und der Schweiz, aber auch in China und in den USA.

Nominierte des Deutschen Friedenspreises für Fotografie waren darüber hinaus Roberto Guerra Toledo (Frankreich), Sameer Al-Doumy (Frankreich), Toby Binder (Deutschland) und Cletus Nelson Nwadike (Schweden).

Die Gewinnerinnen und Gewinner der weiteren Kategorien, die ein Preisgeld von 2000 Euro erhalten, waren der Deutsche Toby Binder (Porträt), der Deutsche Maximilian Mann (Beste Nachwuchsarbeit), der Russe Alexey Vasilyev (Foto-Journalismus), die Russin Julia Bezhanova (Modefotografie), die Deutsche Sarah Tröster (Freie/konzeptionelle Fotografie) und der Deutsche Daniel Reiter (Landschaft/Natur). Den mit 10.000 Euro dotierten Gold Award Winner erhielt der Deutsche Toby Binder. 

Lotter Str. 2, 49078 Osnabrück, Tel. 0541/323-2207
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 11 - 18 Uhr (jeden ersten Donnerstag im Monat 11 - 20 Uhr), Samstag/Sonntag 10 - 18 Uhr

 

Kunsthalle Osnabrück:

Bis 02.02. Filip Markiewicz: Celebration Factory IV

Die Ausstellung ist das Produkt eines im Wandel begriffenen und von tiefen Krisen geprägten Europas, aber auch eine künstlerische Antwort auf ein neues gesellschaftspolitisches Paradigma.

Das Projekt hat nicht die Absicht, das System anzuprangern oder eine Form des politischen Aktivismus zu entwickeln, sondern schlägt eine quasi-surrealistische Sprache vor, die unterschiedliche Ausdrucksformen zusammenbringt: visuelle Kunst, Performance, Musik, Debatte und Feiern. „Celebration Factory IV“ zielt darauf ab, eine fließende, künstlerische Sprache in Übereinstimmung mit unserer Gesellschaft in ständiger Bewegung zu finden. Der polnische Philosoph Zygmunt Bauman spricht von einer flüssigen beziehungsweise „flüchtigen Moderne“, in der das Individuum im Mittelpunkt steht.

In „Celebration Factory IV“ werden Feiern und Zelebration zu Trägern eines Bewusstseins und einer Infragestellung des Systems. Nichts ist fest, die neoliberale Welt lehrt uns eine neue Art, unsere Existenz zu begreifen.

Kuratiert wird die Ausstellung von Enrico Lunghi in Kooperation mit dem Casino Luxembourg - Forum d’art contemporain, CCA Derry /Londonderry (Nordirland) und NN Contemporary Art Northampton (Großbritannien).

Hasemauer 1, 49074 Osnabrück, Tel. 0541/323-2190
Öffnungszeiten: Dienstag 13 - 18  Uhr, Mittwoch 11 - 18 Uhr, Donnerstag 11 - 20 Uhr, Freitag 11 - 18 Uhr, Samstag/Sonntag 10 - 18 Uhr 

 

Erich Maria Remarque-Friedenszentrum:

Bis 19.01. Armenische Architektur und Genozid. 1915 - 2015

Welche Auswirkungen hat der Genozid auf das kulturelle Erbe der Armenier in der Türkei? Diese Frage ist der Ausgangspunkt für die Ausstellung der Deutsch-Armenischen Gesellschaft „Armenische Architektur und Genozid. 1915–2015“. Als Fingerabdruck des armenischen Lebens steht die Architektur im Mittelpunkt. Fotos von Familien, Arbeitsstätten, Häusern und Stadtvierteln vermitteln Eindrücke vom Leben der Armenier vor 1915. Damals gab es ca. 5.000 armenische Schulen, Kirchen und Klöster – das Leben in weiten Teilen der Türkei war multiethnisch und armenische Architektur prägte ganze Straßen- und Ortsbilder. Was wurde aus den armenischen Bewohnern und was geschah mit den Bauten? Einen Eindruck von deren Verschwinden durch Zerstörung, Umbau und Verfall vor dem Hintergrund des Genozids vermitteln exemplarisch die einzelnen Stationen der Ausstellung, die sich an ein breites Publikum ohne historische Spezialkenntnis richtet.

 

27.01. - 01.03. „Nichts war vergeblich“. Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Die Ausstellung des Studienkreises deutscher Widerstand 1933-1945 würdigt den Mut von Frauen, die sich gegen den Terror des NS-Systems stellten. 18 Biographien stellen dar, auf welch' vielfältige Weise die Frauen dem Regime die Gefolgschaft verweigerten. Sie verfassten und verteilten Flugblätter, sie boten Verfolgten Unterschlupf, sie klärten im Ausland über das Unrecht in Deutschland auf. Immer folgten sie ihrem Gewissen – und setzten damit ihr Leben aufs Spiel. Der Anteil dieser Frauen im Kampf gegen den NS-Staat ist in der Öffentlichkeit noch immer wenig bekannt. Eine Vertiefungsstation widmet sich darüber hinaus dem Thema „Kommunikation im Widerstand“ und stellt u.a. dar, wie Flugblätter und illegale Schriften im Widerstand produziert und verbreitet wurden. In zwei Vitrinen werden exemplarisch Gegenstände und Handarbeiten gezeigt, die in den Konzentrationslagern Moringen, Lichtenburg und Ravensbrück von widerständigen Frauen während ihrer Inhaftierung gefertigt wurden.

Markt 6, 49074 Osnabrück, Tel. 0541/323-2109
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10 – 13 Uhr u. 15 – 17 Uhr, Samstag/Sonntag 11 – 17 Uhr


Museum am Schölerberg - Natur und Umwelt - :

Bis 19.01. „Die geheime Welt der Pilze“

Pilze: Sie gehören weder zu den Pflanzen noch zu den Tieren. Sie können Leben schenken und Leben nehmen. Sie sind Teil unseres Alltags und nahezu überall präsent, als Lebensmittel, Medizin und auch Gift. Sie ermöglichen als Zersetzer von abgestorbenen Pflanzen und toten Tieren das Recycling in der Natur und bilden damit das mystische Bindeglied zwischen Leben und Tod. Ohne Pilze würde unsere bekannte Welt nicht existieren. Doch noch wissen wir viel zu wenig über diese eigene, vielfältige und besonders faszinierende Lebensform.

Die Ausstellung „Die geheime Welt der Pilze“ lädt ein zu einer Forschungsreise in die verborgene Welt der Multitalente. Was sind Pilze? Wo sind sie zu finden? Welche Bedeutung haben sie für das Leben auf unserer Erde? Welche Rolle spielen sie in unserer Kultur?

Dabei wartet die Ausstellung mit einigen Superlativen auf. Unter dem Mikroskop lässt sich der Mikrokosmos der Pilzwelt entdecken, während fünf Meter hohe Pilzmodelle die Ameisenperspektive auf die Organismen ermöglichen. Lebensechte Pilzpräparate zeigen die Formen- und Farbenvielfalt von hunderten Pilzarten und lassen auch interessierte Pilzsammler auf ihre Kosten kommen. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Fachvorträgen, Exkursionen und Workshops wie Pilzbestimmungsabende schärfen den Blick für diese außergewöhnlichen Lebewesen.

Klaus-Strick-Weg 10, 49082 Osnabrück, Tel. 0541/323-7000
Öffnungszeiten: Dienstag 9 - 20 Uhr, Mittwoch bis Freitag 9 - 18 Uhr, Samstag 14 - 18 Uhr, Sonntag 10 - 18 Uhr

Pressekontakt: Heiko Mitlewski | Fachbereich Kultur | Tel. 0541 323-3217 | E-Mail: mitlewski@osnabrueck.de