[Diese Seite weiterempfehlen]

[Suche]
#Printlink#

03. Dezember 2019
Markurth: „Weiterer Baustein für die Verbesserung unseres öffentlichen Nahverkehrs“
- Braunschweig erhält Förderung für Forschungsprojekt zur Verbesserung des ÖPNV in den Randzeiten und in den Stadtteilen
Braunschweig.

Braunschweig ist eine von 50 Kommunen, die mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ein innovatives und nachhaltiges Mobilitätskonzept („MobilitätsWerkStadt 2015“) erarbeiten kann. Dafür hatte die Stadt eine Bewerbungsskizze mit dem Titel „Digital unterstützte Mobilitätsgarantie in Braunschweig (DiMo-BS)“ eingereicht. Ziel ist es, gemeinsam mit Partnern aus Stadtgesellschaft und insbesondere der Wissenschaft mit dem Forschungsprojekt den Wandel zur nachhaltigen Mobilität deutlich voranzubringen.

Konkret geht es in Braunschweig um eine Verbesserung der ÖPNV-Angebote und der Auslastung in Tagesrandzeiten, u.a. in zentrumsfernen und kleinen Stadtteilen. „Das ist eine sehr gute Chance, unser Mobilitätsversprechen noch besser umzusetzen“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Markurth. Die Stadt erhält dafür bis zu 100.000 Euro in einer ersten Projektphase und kann damit ab Januar 2020 zunächst für ein Jahr eine vom BMBF finanzierte Mobilitätsmanagerin bzw. einen Mobilitätsmanager einstellen. Die Stelle wird jetzt zügig ausgeschrieben.

Die Mobilitätsmanagerin bzw. der –manager soll in einer ersten Förderphase gemeinsam mit den Partnern aus der Projektidee detailliert konkrete Maßnahmen ausarbeiten. Werden diese vom Bundesministerium befürwortet, erhalten die Partner ab 2021 für das Forschungsprojekt bis zu 1,5 Millionen Euro für die dreijährige Umsetzungsphase mit wissenschaftlicher Begleitung. Zu den Partnern gehören das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (Institut für Verkehrssystemtechnik), die Otto von Guericke Universität Magdeburg (Lehrstuhl für Management Science), die Internationale Akademie Berlin (INA) mit der Stadt Braunschweig und der BSVG zusammengeschlossen. Weiterhin sollen die Technische Universität Braunschweig und der Regionalverband Großraum Braunschweig beteiligt werden.

OB Markurth: „Dies ist ein weiterer Baustein für die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs in Braunschweig. Ich bin sehr froh, dass wir mit einer hochaktuellen Fragestellung den Forschungszuschlag erhalten haben. Das BMBF finanziert uns dafür eine volle Stelle, mit der wir das Projekt koordinieren und bearbeiten können. Das könnten wir im aktuellen Tagesgeschäft nicht leisten. Ich bin zuversichtlich, dass wir bis Ende 2020 eine gut durchdachte Forschungsskizze mit innovativen Ideen einreichen und dann wichtige, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse für den ÖPNV in Braunschweig sammeln können. Den neuen, praxisorientierten Ansatz dieses Förderprogramms begrüße ich sehr, und ich bin gespannt auf die Ergebnisse.“

DiMo-BS greift eine Fragestellung auf, die Verwaltung und BSVG schon länger beschäftigt: Der klassische ÖPNV, organisiert mit Haltestellen und festen Fahrplänen für Stadtbahn und Bus, ist in Stadträumen mit geringer Wohndichte und in der Schwachverkehrszeit optimierungsbedürftig. Dort ist mit Hilfe des klassischen ÖPNV das Mobilitätsversprechen nicht lückenlos umzusetzen. Letztlich geht es darum, welche Alternativen zu Bus und Stadtbahn in diesen Fällen genutzt werden könnten, um Kosten und Umwelt zu schonen, und wie solche Alternativen in das Angebot der BSVG integriert werden können.

Mit digitaler Unterstützung soll daher ein ergänzendes, attraktives Angebot auch in den Schwachverkehrszeiten, also werktags nach 20.30 Uhr sowie sonn- und feiertags, ermöglicht und in den bestehenden ÖPNV integriert werden. Das setzt die Akzeptanz der Fahrgäste und Annahme von Lösungen, alternativ zum klassischen ÖPNV-Angebot, voraus. Dies soll getestet werden.

Aufbauend auf bereits etablierten Beteiligungsverfahren zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) und zum Stadtbahnausbau soll das Projekt DiMo-BS ein Modell für neue Mobilitätskonzepte in Tagesrandzeiten, insbesondere unter Rückgriff auf intuitive digitale Buchungssysteme mit geringen Zugangshürden, entwickeln. In zwei unterschiedlichen Stadträumen, beispielsweise Wenden-Thune-Harxbüttel und der Weststadt, sollen diese Modelle in Reallaboren getestet werden. Die neuen Angebote sollen unter Beteiligung der Nutzerinnen und Nutzer evaluiert und, wenn möglich, verstetigt werden.

Anhang:

Konkrete Forschungsfragen für das Projekt:

• In welchen Zeiträumen verändert sich die Mobilitätsnachfrage in welchen Teilräumen der Stadt so maßgeblich, dass der Einsatz von Stadtbahnen und Omnibussen aus wirtschaftlichen und energetischen Gesichtspunkten nicht mehr zielführend ist? Daran schließt sich eine Zieldefinition zu geeigneten Grenzwerten und -kosten an, die den Auftrag der Daseinsvorsorge angemessen berücksichtigt.

• Welche alternativen öffentlichen Mobilitätsangebote können in diesen Zeiträumen die Mobilitätsnachfrage kostengünstig und mit einer verbesserten Energiebilanz bedienen?

• Wie verlaufen derzeit Besetzungs- und Kostendeckungsgrad räumlich und zeitlich und wie verändern sie sich mit der Einführung neuer Mobilitätsangebote?

• Wie kann der Wechsel zwischen verschiedenen Mobilitätsangeboten für die Anbieter (BSVG und ggf. weitere Unternehmen) organisiert werden?

• Welche Anforderungen stellen Fahrgäste an die Betreiber für die Nutzung verkehrsübergreifender und barrierefreier Angebote? Alle Bevölkerungsgruppen müssen nachhaltig, sicher und effizient am ÖPNV teilhaben können.

• Wie kann die Akzeptanz neuer öffentlicher Mobilitätsangebote inklusive der Nutzung digitaler Reservierungs- und Buchungssysteme für eine möglichst breite Bevölkerungsgruppe garantiert werden? Die Abrechnung soll über den Mobilitätsdienstleister BSVG oder den Verkehrsverbund Großraum Braunschweig erfolgen, damit die Kundinnen und Kunden öffentliche Mobilität aus einer sowie öffentlichen Hand erhalten.

• Wie können MoVe-Hubs so nutzerzentriert gestaltet werden, dass sie für alle Bevölkerungsgruppen attraktiv sind und ein Gefühl der Sicherheit in der Nutzung verschiedener Angebote erzeugen?

„MobilitätsWerkStadt 2025“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF):

Die Themen der kommunalen Projekte im Rahmen der „MobilitätsWerkStadt 2025“ sind sehr vielfältig: Beispielsweise geht es um bedarfsorientierte Mitarbeitermobilität in Gewerbegebieten durch multimodale und elektrifizierte Mobilitätslösungen. Ein weiteres Projekt will verschiedene nachhaltige Mobilitätsangebote über eine regionale Plattform vernetzen und so die Nutzung erleichtern. Die Städte, Gemeinden und kommunalen Einrichtungen werden zunächst für ein Jahr unterstützt. Anschließend geht es in die zweite Phase des Wettbewerbs: Die besten Konzepte können dann wissenschaftlich begleitet umgesetzt werden. In dieser dreijährigen Phase entstehen so gute, praxiserprobte Beispiele die auch anderen Kommunen den Weg zu einem nachhaltigen Mobilitätssystem der Zukunft weisen.

Weitere Informationen unter: www.fona.de/de/massnahmen/foerdermassnahmen/mobilitaet-in-der-stadt.php https://www.innovationsplattform-zukunftsstadt.de/de/konferenz-zukunftsstadt-2019.html






Stadt Braunschweig - Referat Kommunikation - Platz der Deutschen Einheit 1 - 38100 Braunschweig
Pressesprecher: Adrian Foitzik, Rainer Keunecke, Juliane Meinecke
Telefon (0531) 4 70-2217, -3773, -2757; Telefax: (0531) 470-2994
Internet: http://www.braunschweig.de - Email: kommunikation@braunschweig.de

Weitere Informationen unter:
www.braunschweig.de

Das Referat Kommunikation der "Stadt Braunschweig" ist Mitglied bei presse-service.de [http://www.presse-service.de/]. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren.