17. Januar 2020.
In der Nacht vom 11. auf den 12. Januar wurde die Feuerwehr wegen einer drohenden Einsturzgefahr des Gebäudes Holländische Straße 42 alarmiert. Feuerwehr und Bauaufsicht hatten daraufhin unmittelbare Maßnahmen zur Gefahrenabwehr getroffen und die Rückseite des Objekts sowie den Gehwegbereich und den Längsparkstreifen gesperrt. Jetzt hat die Stadt im Rahmen der Ersatzvornahme gehandelt und eine Firma mit der temporären Herstellung der Standsicherheit der beschädigten Gebäuderückseite im Bereich der Grundstücksgrenze zur Holländischen Straße 44 beauftragt. Die Kosten werden der Eigentümergemeinschaft in Rechnung gestellt.
Bei einem gemeinsamen Ortstermin am 13. Januar von Bauaufsicht und Hausverwaltung sowie zwei Statikern wurde festgestellt, dass die Decke über dem zweiten Obergeschoss in Teilbereichen eingestürzt ist. Vermutlich in Folge von Durchfeuchtung versagte ein Deckenbalken, so dass Teile der Wand mit einstürzten und dadurch die Decken über dem 1. Obergeschoss und Erdgeschoss mit beschädigt wurden. Zudem wurde durch den Einsturz der Mittelpfeiler zwischen den hofseitigen Fenstern herausgerissen. Dadurch wurde die Standsicherheit der Außenwand massiv beeinträchtigt. Durch diese Schäden droht die Gebäuderückwand im nordöstlichen Bereich jederzeit einzustürzen. Wegen der akuten Gefahr sah sich die Stadt jetzt gezwungen zu handeln. Die von der Stadt beauftragte Firma wird die Standsicherheit wiederherstellen und auf der rückseitigen Grundstücksgrenze zur Holländischen Straße 44 einen zwei Meter hohen und mindestens drei Meter breiten Fall- und Splitterschutz errichten.
Die Hausverwaltung der Eigentümergemeinschaft ist derzeit bemüht, die vorderseitige Gebäudewand gegen herabfallende Fassadenteile zu sichern, damit die Sperrung der öffentlichen Verkehrsfläche aufgehoben werden kann. Hier steht noch ein statisches Gutachten des Eigentümers aus. Sollte dies kurzfristig nicht vorgelegt werden, würde die Stadt Kassel auch hier im Rahmen einer Ersatzvornahme tätig werden.
Hintergrund:
Das Gebäude Holländische Straße 42 steht seit Jahren leer und ist in einem sehr schlechten baulichen Zustand. Bereits in den vergangenen Jahren hat die Stadt Kassel mehrfach vom Eigentümer Maßnahmen zur Sicherung der Gebäudehülle eingefordert. Die damalige Hausverwaltung schloss die offenen Fenster und sicherte das Gebäude gegen unbefugtes Betreten. Allerdings haben sich immer wieder Unbefugte Zutritt verschafft. Das Gebäude wurde durch Vandalismus und Brandstiftung stark in Mitleidenschaft gezogen. 2015 gab es daraufhin von Seiten des Bauherrn den Wunsch nach Abriss. Hierfür sollte ein Abbruchantrag sowie eine Wirtschaftlichkeitsberechnung eingereicht werden. Weder Abbruchantrag noch die Wirtschaftlichkeitsberechnung liegen der Stadt bis heute vor. Das Gebäude wurde durch die Bauaufsicht zuletzt im Februar 2015 besichtigt. Zu dem Zeitpunkt befand sich das Gebäude bereits in einem vernachlässigten Zustand. Erforderliche Sanierungsarbeiten durch den Eigentümer wurden seitdem nicht durchgeführt.
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