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Meldungsdatum: 10.02.2020

Ein Lebensmittelkontrolleur mehr für den Kreis

Zahl der Rückrufaktionen hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt

Nicht nur der Skandal um die Waren und Marken des nordhessischen Fleisch- und Wurstherstellers Wilke hat der Lebensmittelüberwachung beim Veterinärdienst des Kreises Soest viel Arbeit bereitet. Auch grundsätzlich ist die Zahl der Rückrufaktionen 2019 von 102 auf 207 angestiegen und hat sich damit mehr als verdoppelt. So ist es gut, dass zum 1. September 2019 eine neue Stelle geschaffen wurde und es jetzt sieben statt bisher sechs Lebensmittelkontrolleure in der Kreisverwaltung gibt.

Dr. Eberhard Büker, Sachgebietsleiter Lebensmittelüberwachung, hat eine Erklärung für immer mehr öffentliche Warnungen und Informationen vor unsicheren Lebensmitteln: „Die Sorgfalt und Sensibilität der Einzelhändler und Produzenten ist gestiegen. Zumal sie wahrnehmen, dass Verbraucher das schätzen und honorieren. So ist die Hemmschwelle gesunken, eine Kontamination oder eine sonstige Beeinträchtigung von Lebensmitteln zu kommunizieren.“

Er glaubt, dass die damit verbundenen Herausforderungen für seine Behörde mit dem zusätzlichen Lebensmittelkontrolleur zu stemmen sind. Eine Empfehlung des NRW-Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) sehe einen Kontrolleur pro 500 Betriebe vor. „Da wir zum Ende des vergangenen Jahres 3.493 überwachungspflichtige Betriebe gezählt haben, die im Kreis Soest ansässig sind, liegen wir gut im Soll“, erläutert Dr. Büker.

Wie oft die Lebensmittelkontrolleure kommen, das hängt von betriebsbezogenen Risikobeurteilungen ab. Wenn sie dann auf Wochenmärkten oder bei landwirtschaftlichen Direktvermarktern auftauchen, sich in Fleischereien, Bäckereien, Eisdielen, Geschäften, Gaststätten und Kantinen umsehen, sind sie stets unangemeldet. Überprüft wird, ob die Vorschriften zu Lebensmittelsicherheit, Produktzusammensetzung und Kennzeichnung eingehalten werden. Auch Räumlichkeiten und Maschinen stehen auf dem Prüfstand. Ein besonderes Augenmerk gilt daneben Personalhygiene, Sicherheitsvorkehrungen und Eigenkontrollen.

Die Lebensmittelüberwachung des Kreises Soest hat 2019 insgesamt 3.811 Kontrollen in 2.552 Betrieben durchgeführt (Vorjahr 3.643 in 2.575 Betrieben). Bei 639 der im vergangenen Jahr durchgeführten Kontrollen (16,77  Prozent) erfolgten Belehrungen wegen geringer Mängel (Vorjahr 618 oder 16,96 Prozent), in 84 Fällen (2,2 Prozent) wurden Verwarngelder wegen Mängel erhoben (Vorjahr 52 oder 1,43 Prozent) und in 13 Fällen (0,34 Prozent) wurden wegen schwerer Mängel Bußgelder erhoben (Vorjahr 16 oder 0,44 Prozent). Für Dr. Eberhard Büker, liegen die Abweichungen nach oben und unten im Rahmen einer normalen Schwankungsbreite. 

Mit Belehrungen rügt die Lebensmittelüberwachung zum Beispiel den fehlenden Deckel auf dem Mülleimer, Fliesenschäden oder leichte Verschmutzungen. Verwarngelder werden unter anderem bei verbrauchtem Fett, bei Kennzeichnungsmängeln oder bei geringen hygienischen Mängeln erhoben. Dr. Eberhard Büker: „Bußgelder werden bei schweren hygienischen Mängeln oder beim Vorhandensein von mehreren verdorbenen oder abgelaufenen Lebensmitteln sowie bei Zuständen, die Ekel erregend für jeden Verbraucher oder sogar gesundheitsgefährdend sind, festgesetzt. Eine Vielzahl von Mängeln führt jeweils zu einer höheren Einstufung.“ 

Die Lebensmittelkontrolleure des Kreises zogen insgesamt 1.569 Proben (Vorjahr 1.559). Davon wurden 221 beanstandet (14,09 Prozent, Vorjahr 186 oder 11,93 Prozent) und 144 bemängelt (9,18 Prozent, Vorjahr 156 oder 10 Prozent). Die Kontrollen und Probenahmen lösten 76 Ermittlungsverfahren nach dem Gesetz über Ordnungswidrigkeiten aus (Vorjahr 41). 56 Bußgeldbescheide wurden ausgestellt (Vorjahr 34).

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Pressekontakt: Pressestelle, Wilhelm Müschenborn, Telefon 02921/303200


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Temperatur in Ordnung?

©Judith Wedderwille/ Kreis Soest
Temperatur in Ordnung?

Ein Lebensmittelkontrolleur überprüft, ob die Ware in der Kühltheke mit der richtigen Temperatur angeboten wird. Foto: Judith Wedderwille/ Kreis Soest


 

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