10. Februar 2020.
Eine Klangreise unter dem Titel „Zwischen Liebe und Zorn – Rockmusik in der DDR“ durch der Sonderausstellung „Ab in die 80er!“ mit Dr. Lothar Jahn findet statt am Mittwoch, 19. Februar, ab 18 Uhr im Stadtmuseum.
Zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls setzt der Hofgeismarer Kulturmanager, Musikwissenschaftler und Musiker Dr. Lothar Jahn seinen eigenen Schwerpunkt: Er erinnert an die wichtige Rolle, die die Rockmusiker in der DDR gespielt haben. Erst verboten, dann misstrauisch beäugt, schließlich staatlich gefördert und kontrolliert wurden die Rockbands. Unter diesem Druck entwickelten sie aber einen ganz eigenen Stil: Melancholische Rocksongs mit poetischen, deutschsprachigen Texten, in deren Zentrum die Sehnsucht nach Freiheit stand. Dies belegen Klassiker wie „Albatros“ (Karat), „Nach Süden“ (Lift), „Perlenfischer“ (Puhdys), „Als ich wie ein Vogel war“ (Renft) und allen voran der Welthit „Am Fenster“ (City). Lieder wie Karats „Über sieben Brücken“ hielten die Hoffnung wach, auch dunkle Jahre zu überstehen. Es entstand eine eigenständige Musikkultur, die allen Vereinnahmungsversuchen trotzen konnte, obwohl mit dem Verbot der Band Renft, die 1975 offen die Mauer thematisiert hatte, ein Exempel statuiert wurde.
Die Energie dieser Lieder sprang über auf die neu entstehende Friedens-, Umwelt- und Bürgerrechtsbewegung Der letzte große Ostrock-Hit, die unendlich traurige Ballade „Als ich fortging“ von Karussell, fing die Stimmung der Vorwendezeit poetisch ein. Im Veränderungsprozess 1989 wurden die Rockmusiker auch mit einer eigenen Resolution, die überall vor Konzerten verlesen wurde, politisch aktiv. City-Sänger Toni Krahl ist deshalb nicht zu Unrecht böse, dass das erst nach dem Mauerfall entstandene „Wind of Change“ der Scorpions zur Begleitmusik der TV-Berichte zum Thema wurde. Der eigentliche Soundtrack zur Veränderung ist der Ostrock!
Der Vortrag mit zahlreichen Hörbeispielen, ist mit einer Dauer von ca. 100 Minuten (plus einer zehnminütigen Pause) geplant.
Der Eintritt ist kostenlos.
(2285 Zeichen)
Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Susanne Albert
Stadt Kassel
Kommunikation, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Rathaus / Obere Königsstraße 8
34112 Kassel
Telefon: 0561 / 787-1231 oder 0561 / 787-1232
Telefax: 0561 / 787-87
E-Mail: presse@kassel.de
Pressesprecher:
Claas Michaelis
Petra Bohnenkamp
Michael Schwab
Kassel im Internet: www.kassel.de
Die Pressestelle der documenta-Stadt Kassel ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie auch Mitteilungen weiterer Pressestellen abonnieren, Ihr Interessenprofil verwalten oder sich ganz aus dem Verteiler löschen.