Urbane Waldgärten: Umwelt- und Gartenamt lädt zu weiterer Infoveranstaltung ein

11. Februar 2020.

Aus vorwiegend essbaren Pflanzen bestehende Gemeinschaftsgärten, sogenannte „Urbane Waldgärten“, könnten bald in der Stadt Kassel entstehen. Kassel beteiligt sich als Partnerstadt an diesem Projekt der Universität Potsdam. Zur Auftaktveranstaltung am 23. Oktober vergangenen Jahres informierten sich über 70 interessierte Bürgerinnen und Bürger über Prinzipien und Funktionen urbaner Waldgärten. Dabei wurden auch erste Standortvorschläge und Ideen gesammelt.

 

Mittlerweile hat das Umwelt- und Gartenamt alle Standortvorschläge auf ihre Eignung geprüft und sich mit den jeweiligen Flächeneigentümern abgestimmt. Als geeignete Flächen stehen der Wahlebachgrünzug in Waldau und ein Gelände auf der Marbachshöhe im Fokus weiterer Überlegungen, zudem kommt noch eine Fläche in Helleböhn in Betracht. Nun soll es in einem zweiten Kolloquium darum gehen, die Vor- und Nachteile möglicher Standorte zu erörtern und die Planung weiter zu detaillieren und auf dem Weg der Realisierung eines urbanen Waldgartens in Kassel einen Schritt weiter zu kommen. Zudem sollen interessierte Menschen und Initiativen zum Mitgärtnern und Mitentwickeln gewonnen und in die weitere Entwicklung einbezogen werden.

 

Die Veranstaltung mit Dr. Anja Starick (Leiterin Umwelt- und Gartenamt), Dr. Jennifer Schulz (Universität Potsdam), Jens Schilling (Bundesamt für Naturschutz) sowie Volker Lange (Umwelt- und Gartenamt) findet statt am Mittwoch, 19. Februar 2020, um 17 Uhr im Sandershaus, Sandershäuser Straße 79. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.

 

Hintergrund

Die Stadt Kassel beteiligt sich als Partnerstadt an der Voruntersuchung zum Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben der Universität Potsdam „Waldgärten als langfristige, multifunktionale Flächennutzung im urbanen Raum“. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Magistrat in seiner Sitzung am 27. August 2019. Die Voruntersuchung soll die Machbarkeit von Waldgärten auf städtischen Grünflächen klären. Bei positivem Verlauf der Voruntersuchung soll eine Teilnahme am Hauptvorhaben angestrebt und ein Urbaner Waldgarten angelegt, entwickelt und mit Leben gefüllt werden.

 

Ein urbaner Waldgarten ist als Gemeinschaftsgarten gedacht. Er besteht aus vorwiegend essbaren Pflanzen, die sich in mehreren Vegetationsschichten teilweise überlappen. Ganz ähnlich der Struktur von Wäldern. Diese Schichten bestehen aus Obst- und Nussbäumen, Beerensträuchern sowie Gemüse und Kräutern, die langfristig miteinander angebaut und geerntet werden können. Im Kontrast zu derzeitigen Formen des „Urban Gardening“, das oft in Hochbeeten und Kisten als Zwischennutzung erfolgt, sollen urbane Waldgärten einen dauerhaften waldartigen Vegetationsbestand aufbauen.

 

Mit zunehmendem Alter werden Waldgärten naturnäher und multifunktionaler. Das bedeutet: neben der langfristigen Verbesserung eines Standortes hinsichtlich ökologischer Funktionen wie Bodenschutz und biologischer Vielfalt, können Waldgärten der innerstädtischen Klimaanpassung unter anderem durch Kühlung und Wasserrückhalt dienen. Sie können für Umweltbildung genutzt werden und fördern durch gemeinschaftliches Gärtnern das nachbarschaftliche Miteinander. Mit einer Entwicklungszeit von mehreren Jahrzehnten beinhaltet dies die Chance, langfristige Gemeinschaftsstrukturen zu etablieren. So könnten Waldgärten eine neue langfristige und multifunktionale Form des Urbanen Gärtnerns in Innenstädten sein.

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